Neues Jahr – neues Spiel – neues Glück

8. Januar 2010

Was bringt mir das neue Jahr? Viele stellen sich die Frage zurzeit. Während es für die Einen schon den ersten Dämpfer gab, starten die Anderen mit einem enorm guten Gefühl in die Zukunft. Für beide Seiten habe ich Beispiele erfahren, mich selbst muss ich wohl in der Mitte dessen einordnen. Die Katastrophen und Depressionen zum Jahresstart sind ausgeblieben, genauso die totalen Freudenkracher. Von guten Vorsätzen halte ich sowieso nicht viel, daher fallen die bei mir auch weg. Ich starte fleißig und zuversichtlich in 2010, das ganz sicher ein paar Highlights bringen wird. Aber ist das nicht immer so?

Nach den Feiertagen kehrt der alte Trott langsam wieder ein und eh man es sich versieht steckt man schon wieder mitten in seinen alltäglichen Aufgaben und Arbeiten ohne sich noch viele Gedanken darüber zu machen, was das neue Jahr so alles für einen bereithält. Von nichts kommt nichts, also bemühe ich mich um alles, was ich 2010 erreichen und schaffen möchte. Wenn ich hin und wieder ins Kino gehen und schreiben kann ist das für mich schon die halbe Miete. Eine Erholung der Wirtschaft und damit auch eine Erholung der Arbeitsmarktsituation würden mich daneben auch sehr glücklicht stimmen. Und auch wenn unser Leben in gewissem Maß von äußeren Umständen beeinflusst wird, ist dennoch jeder seines Glückes Schmied und sollte aus den Gegebenheiten immer noch das Beste herausholen. Lassen wir uns überraschen, was 2010 so alles zu bieten hat und was wir daraus machen können. :o )


Good Bye Gondelbahn

2. Dezember 2009

Die Gondelbahn im Phantasialand ist Geschichte, das ist inzwischen kein Gerücht mehr, wie zwischendurch schon mal, sondern traurige Gewissheit. Nach 39 Jahren Dienst musste eine der ältesten Attraktionen des Parks weichen. Innerhalb weniger Wochen – schon kurz nach dem Ende der Sommersaison – wurden die Gondelbahn und der daneben liegende Walzertraum still und leise dem Erdboden gleich gemacht, inzwischen ist diese Fläche eine platte und abgesperrte Baustelle. So schnell kann ein Stück Geschichte verschwinden. Nun beginnen langsam aber sicher in Foren die Spekulationen darüber, was auf diese Fläche gebaut wird. Die Möglichkeiten sind groß und der genaue Platz schwer einschätzbar. Wer weiß schon was die Verantwortlichen so alles vorhaben… Natürlich bin auch ich neugierig was das Phantasialand uns dort demnächst zu bieten hat und sicherlich freue ich mich auch über eine schnelle Fahrattraktion. Dennoch schaue ich auch etwas wehmütig auf das, was da verschwunden ist. In meinem Familienalbum zeugen alte Fotos noch von meiner Fahrt als Kind mit meinen Eltern in der Gondelbahn – und ich fand es unfassbar aufregend. Dieses Gefühl ist im Laufe der Zeit zugegebenermaßen verflogen, aber die Nostalgie fuhr immer schaukelnd mit. Auch über ein neues langsames Fahrgeschäft – sozusagen eine moderne Märchenbahn – würde ich mich freuen. Denn es muss ja nicht immer höher, schneller und weiter sein.


Über den Wolken mit hilfsbereiten Promis oder: Sekt am morgen, Picollo am Mittag und Bier danach, mehr weiß ich nicht mehr.

1. Dezember 2009

Die meisten Leute glauben, dass Journalisten immer furchtbar aufregende und überaus spannende Dinge während ihrer Arbeitszeit erleben. Das stimmt nicht so ganz, aber hin und wieder trifft es tatsächlich zu. Am Samstag war es mal soweit, denn da fand im Düsseldorfer Flughafen die Benefizveranstaltung „Help & Fly“ von Air Berlin statt. Einziger Wermutstropfen: Bereits um 7:00 Uhr musste ich raus aus den Federn und 45 Minuten später ging es durch leere, dämmrige Straßen zum Zug. Selbst als ich am Flughafen-Terminal ankam, lagen die meisten Menschen wahrscheinlich noch im Bett. Aber dafür erwartete mich ein aufregender Tag.

Zur Begrüßung gab’s eine Aidsschleife (die Einnahmen der Aktion gingen an die Aidshilfe), ein VIP-Bändchen und ein Fläschchen Killepitsch (Kräuterlikör). Letzteres fand bis zum späteren Feierabend allerdings keine Verwendung. Am Abfluggate wartete auf die zahlenden Gäste (und die Presse) ein Frühstück mit Sektempfang, Unterhaltung bot eine A Capella Band sowie Künstler aus einem Variete Zirkus mit Schlange und Maskottchen. Das überbrückte die Zeit bis zum Check in: Zuerst waren VIPs und Presse dran, denn auf dem Rollfeld folgte noch das obligatorische Gruppenfoto. Leider im strömenden Regen, nur die Kabine und der Rumpf der Air Berlin Maschine boten bei Wind und Wetter etwas Schutz. Comedian Achnes Kasulke im Putzfrauen-Outfit war kurz davor den Schrubber zu schwingen um das Flugzeug bei der günstigen Gelegenheit auf Hochglanz zu polieren.

Im Flieger war es weitaus gemütlicher. Unter dem Kommando von Travestiekünstlerin Käthe Köstlich nahmen alle Passagiere ihre Plätze ein und schnallten sich brav an. Auch die Schließprobleme mit der Flugzeugtüre brachten Käthe nicht aus der Ruhe. Durch die gekonnt vorgeführten Sicherheitshinweise durch die Comedians Manes Meckenstock und Anka Zink fühlten sich die Fluggäste nicht nur unterhalten sondern auch gut gewappnet für den folgenden 90minütigen Rundflug über Deutschland. Während sich die Passagiere entspannt zurücklehnen konnten, übernahmen die Promis wie Kalle Pohl und Tina Ruland den Bordservice. Es regnete Erdnüsse und Pralinen, dazu gab es Piccolo oder Säfte. Was für ein Service! Fotografen und Kamerateams hatten weniger Entspannung, waren sie doch meist auf der Jagd nach dem besten Foto oder lohnenswerten Aufnahmen. Die Zeit verging wie im Flug und plötzlich waren wir wieder da wo wir angefangen hatten – am Düsseldorfer Flughafen.

Auf einer eigens für die Veranstaltung aufgebauten Bühne folgte am Nachmittag das Showprogramm. Gestärkt durch Würstchen, Grünkohl und Kartoffelsalat hielten die Gäste noch ganz schön lange aus. Zwischen den Auftritten der Schlagersänger Michael Fischer und Jörg Bausch sowie von Kalle Pohl und Käthe Köstlich & Ladys First machten eine Tombola, Versteigerungen und die Übergabe des Schecks über 50.000 € an die Aidshilfe das Programm rund.

Das Highlight, auf das die Gäste noch einige Zeit warten mussten, war der Auftritt von Haddaway. Mit seinen alten Hits brachte er das Publikum nicht nur zum tanzen und jubeln, sondern auch zum gemeinschaftlichen mitsingen. So ertönte es mehrfach im Chor: “What is love, baby don´t hurt me, don´t hurt me, no more.” Auch wenn das wie der Höhepunkt einer schnöden Ü-30 Party klingt, verursachte das irgendwie ein bisschen Gänsehautfeeling. In seiner lautstark verlangten Zugabe besang Haddaway dann auch noch `Vollweib´ Käthe Köstlich als „Sexbomb“. Atze Schröder brachte die Zuhörer mit gewohnt derben Sprüchen zum Lachen und ließ den feucht-fröhlichen Tag langsam ausklingen. Wer den ganzen Tag mit Sekt, Picollo und Bierchen begossen hatte, der fand gegen das Ende am frühen Abend sicher keine echten Einwände. Bei mir wartete zwar noch ein Teil der Arbeit auf mich, aber mein kleiner Killepitsch wartete ja auch noch brav in meiner Tasche und gab dem Tag einen magenwärmenden Abschluss.


Meine Woche: 2 Michaels im Kino, Shopping-Frust und Bahndebakel

13. November 2009

Diese Woche trieb es mich immerhin zweimal ins Kino – allerdings beide Male in Dokumentationen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. In “Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte” knöpft sich Michael Moore die Größten seines Landes vor, die seiner Meinung nach (und der hiesigen, befragten Experten) für den jüngsten Finanzzusammenbruch mitverantwortlich sind. In “This is it” hingegen können Fans einen Blick auf die Tourneeproben von Michael Jackson, kurz vor seinem Tod, werfen.  Beide Filme schaute ich mit gemischten Gefühlen, aber als Fan des King of Pop, ging mir letztgenannter Film natürlich um einiges näher.
Zum Heulen war mir an dem Abend aber wegen etwas anderem zumute: Der Deutschen Bahn nämlich, die mich soviel Geduld wie noch nie kostete – dabei habe ich bei meinen unzähligen Bahnfahrten schon so einiges erlebt.  Erstmal mußte ich an der S-Bahn-Haltestelle 1 Stunde auf eine Bahn warten. Durchsage dazu – Fehlanzeige (und von digitalen oder sonstigen Anzeigetafeln sind wir wohl noch weit entfernt in betreffender Gegend). Erst eine Info aus dem Internet offenbarte zumindest, dass die S-Bahn eine Reihe von Bahnhöfen zur Zeit nicht anfuhr, sondern lediglich vorbeibrauste. Keiner wußte warum, nach all der Zeit endlich in einer warmen Bahn sitzend, entdeckte ich noch Polizei und Absperrband an der nächsten Haltestelle, aber alles weitere blieb für mich im Verborgenen.
1 Stunde später als geplant traf ich also am Hauptbahnhof ein und erreichte so nur noch den letzten Regionalexpress an diesem späten Abend, der zu meinem Wunschziel fuhr. Jetzt wird alles gut dachte ich, aber weit gefehlt. Denn 1 Station vor meinem Ziel fuhr der Zug nicht weiter und wenig später ertönte die Durchsage: `Wegen Streckensperrung verzögert sich die Abfahrt dieses Zuges auf unbestimmte Zeit.´ Ich konnte mein Pech nicht fassen und geduldete mich zunächst noch brav mit der Lektüre eines Buches, der Zeitung oder aus dem Fenster schauen. Später kamen noch Gespräche mit den wenigen Fahrgästen zustande, voller Hoffnung dass es endlich weitergeht.
Erst nach 1,5 Stunden und ohne jegliche erklärende oder entschuldigende Durchsage konnte die Fahrt endlich fortgesetzt werden. Anstatt gegen 23 Uhr fand ich so erst um 2 Uhr den Weg nach Hause und geradewegs ins Bett.
Auch eine Shopping-Tour konnte dieses Erlebnis nicht wieder gutmachen, denn im gähnend leeren Einkaufscenter waren die modischen Schnäppchen dünn gesät. Da sich die Geschäfte noch nicht ganz einig waren ob noch Herbst oder schon vorweihnachtliche Stimmung herrschte, bekam ich an dem Tag reich geschmückte Christbäume  und herbstliche Drachen und Blätterdeko gleichermaßen zu sehen. Immerhin war das abwechslungsreich und spiegelte die momentane Lage ganz gut wieder:
Morgens regnet es in Strömen, am Nachmittag scheint wieder die Sonne, ähnlich wechselt im Laufe des Tages die Stimmung. Wer erst noch zufrieden im Kinosessel MJs letzten Live-Gesängen lauscht, kann wenige Stunden später schon höchst genervt in einem Zug festsitzen, der 1 1/2 Stunden eine unerklärliche Zwangspause einlegt. That´s life, oder wie ich vor dem Hintergrund wohl  treffender sagen muss: This is it.


Ein emotionales Wochenende mit einem Hauch von Halloween

2. November 2009

Allen Halloween-Partys und Motto-Veranstaltungen zum trotz hatte ich vorwiegend ein klassisches Couchpotato-Wochenende. Wohl gemerkt heißt das bei mir nicht von morgens bis abends vor der Flimmerkiste liegen – sondern nur zeitweise. „Big Bang Theorie“, „Scrubs“ und „Die Simpsons“ wollte ich nämlich nicht verpassen. Halloween-Specials durften da natürlich auch nicht fehlen. Abgesehen davon bekam ich aber nichts von dem Geister- und Gruselfest mit. Am Samstagabend lief Stefan Raab beim abendfüllenden Format „Schlag den Raab“ wieder zur Hochform auf. Der Kandidat – ein belesener Professor – war zwar um Längen sympathischer als Hans-Martin vom letzten Mal, aber eine echte Chance schien er leider nicht zu haben. Nur 20 Punkte holte er im TV-Duell und musste den Traum von 500.000 € kurz vor 1 Uhr nachts aufgeben. Irgendwie tat mir das richtig leid und mit dem Gefühl ging ich kurz darauf auch zu Bett.

Am Sonntag sah ich ein zweites Mal den rührenden Film Hachiko (Filmkritik dazu folgt bald hier). Verströmte ich beim ersten Mal schon eine Menge Tränen, reichte mir diesmal schon der Ausblick auf den weiteren Filmverlauf, um mir bereits zu Beginn der Vorführung nasse Augen zu verursachen. Gegen Ende stapelten sich die verbrauchten Taschentücher (zu meiner Verteidigung: ich habe auch noch Schnupfen der das Ganze begünstigte) und ich wunderte mich schon, dass meine Tränendrüsen noch was hergaben. Auf die geschwollenen Augen am nächsten Tag freute ich mich schon außerordentlich. Arg gebeutelt und mit gesenktem Haupt (ich sehe mit verheulten Augen echt grauenhaft aus!) machte ich mich auf den Heimweg. Dank Regengüssen wurde an dem Abend noch mehr nass als nur meine Augen. Da fiel es vielleicht nicht mehr ganz so auf. So bleiben mir heute von meinem Wochenende nachhallende sentimentale Gefühle und geschwollene Augen. ;o)


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