Vorstadtkrokodile 2 (Kritik)

22. Januar 2010

Handlung: Indem sie eine Einbrecherbande überführten, gelangte die Jugendbande Vorstadtkrokodile zu erstem Ruhm und einer Menge Anerkennung seitens der Erwachsenen. Inzwischen gehören Hannes und Kai fest zum Team und machen sich nun mit ihrer neuen Clique daran, ein neues Hauptquartier zu finden. Etwas cooles und ausgefallenes soll es für die Krokodile schon sein und daher sind sie Feuer und Flamme als sie eine alte Mine entdecken. Trotz einstürzender Hängebrücke und explodierendem Dynamit ist für die Bande klar: Das ist unser neues Versteck. Doch die Freude darüber wehrt nicht lange, denn die Firma in der die Eltern von Olli und Maria arbeiten, kämpft mit herben Rückschlägen. Immer wieder gehen die teuren Maschinen kaputt, Geld für neue fehlt. Als sie erneut lahm liegen steht es fest: Das Unternehmen ist pleite, die Eltern sitzen auf der Straße und das Haus in dem sie wohnen müssen sie ebenfalls schnellstens räumen, da es im Besitz der Firma ist. Die Vorstadtkrokodile wissen gar nicht wie ihnen geschieht, würde ein Wegziehen der Geschwister gleichzeitig das Aus für die Bande bedeuten. Doch sie wären nicht die Vorstadtkrokodile, wenn sie nicht einen Plan hätten: Am letzten Abend, an dem die Maschinen in der Fabrik noch liefen, haben sie zufällig ein paar zwielichtige Gestalten beobachtet. In der örtlichen Disko wollen sie diese aufspüren und herausfinden ob an der ganzen Geschichte nicht doch etwas faul ist. Aber wie kommen 14 und 15-jährige am Türsteher vorbei? Da kann nur Kais ältere und selbstbewusste Cousine Jenny helfen und so gelingt es den Krokodilen einem Komplott auf die Spur zu kommen.

Kritik: Fast jeder hat schon einmal etwas von den Vorstadtkrokodilen gehört, schon allein deshalb weil es in einer Reihe von Schulen zur Pflichtlektüre für den Deutschunterricht erklärt wurde. Während sich der erste Teil der kinotauglichen Verfilmung noch auf die Romanvorlage von Max von der Grün stützen könnte und somit automatisch eine Story parat hatte, ist die Fortsetzung lediglich „von den Figuren des Romans inspiriert“ wie es im Abspann heißt. Im Klartext: Die Filmmacher mussten sich diesmal selbst etwas ausdenken, was Kinder und Jugendliche unterhält und einen gewissen Moralcharakter hat, wenn auch nur ganz unterschwellig. Ob die Handlung von „Vorstadtkrokodile 2“ sonderlich originell ist, sei dahin gestellt, aber ein Maß an Unterhaltsamkeit bringt dieser abenteuerliche Jugendfilm schon mit sich. Die Figuren wurden von der Welt des Romanautors (immerhin aus dem Jahre 1976) in die Gegenwart geholt und so geht es nicht ohne coole (fast schon zu erwachsene) Sprüche, den heißersehnten ersten Diskobesuch und erste Annäherungsversuche an das weibliche Geschlecht. Jorgo ist hier der Ausländer, der sich für sein späteres Leben vor allem eins wünscht: Arbeitslos zu sein. Ob solche Klischeeerfüllung etwas in einem Jugendfilm zu suchen hat, ist fraglich. Aber vielleicht hatten die Filmemacher Angst, dass die anspruchsvollen Teenies von heute einen Film dröge finden, wenn sie nicht sich, ihre Freunde oder immerhin den blöden Außenseiter darin wieder finden können. Aber vielleicht kann man den jungen Erwachsenen heutzutage schon etwas mehr zutrauen.
Die raffinierte Kombinationsgabe einer geheim agierenden Jugendbande lässt im Film allerdings auf sich warten, denn besonders ausgeklügelt ist der Plot des Streifens nicht. Auch hier hätte man den Jugendlichen wohl etwas mehr zutrauen dürfen. Teilweise werden sie (im Film und folglich auch in der Realität) auf wenige Attribute reduziert: Immer scharf auf das andere Geschlecht und in allen Lebenslagen möglichst cool und frech sein. Immerhin wird auch noch ein bisschen Moral im Geschehen platziert, und zwar die elementare Bedeutung von echter Freundschaft, die dann eben doch auch mal über Coolness hinausgeht. Die Vorstadtkrokodile bestehen nämlich vorwiegend nicht aus coolen, beliebten Jungs sondern aus denen, die auf dem Schulhof gehänselt werden würden. Doch in der Gruppe zeigen sie Stärke. So ist doch nicht alles von Max von der Grüns Vorlage und Grundgedanke verloren gegangen.

3 von 6 Sternen ***

Vorstadtkrokodile 2 läuft seit dem 21. Januar in den deutschen Kinos.

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Lila Lila (Kritik)

18. Dezember 2009

Handlung: David Kern ist ein unauffälliger junger Mann, der sich mit kellnern seinen Lebensunterhalt verdient. Wo er mal hin will im Leben, weiß er noch nicht. Er weiß nur eins: dass er in Marie verliebt ist. Die kommt immer mit ihren Kommilitonen in das Cafe, in dem David arbeitet. Die Literaturwissenschaftsstudenten philosophieren am liebsten über Romane und die Kunst des Schreibens. Da kann David leider nicht mithalten. Doch als er in einer Kommode, die er auf dem Flohmarkt gekauft hat, das Manuskript einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte findet, sieht er seine Chance gekommen. Er setzt seinen Namen unter den Roman und gibt ihn Marie zu lesen. Sie ist von „Sophie Sophie“ so begeistert, dass sie das Manuskript ohne Davids Wissen, an einen Verlag schickt. Sie selbst sieht in plötzlich in einem neuen Licht und verliebt sich in ihn. Eh es sich der schüchterne David versieht, geht der Roman unter dem neuen Namen „Lila Lila“ in den Druck und stürmt kurz darauf die Beststellerlisten. Nach vielen Zweifeln beginnt er den Erfolg und vor allem die Beziehung zu Marie zu genießen. Bis eines Tages ein Mann vor ihm steht, der sich als wahrer Buchautor zu erkennen gibt. Fliegt nun alles auf?

Kritik: Wer träumt nicht davon reich und berühmt zu sein, zum Beispiel als angesehener und geschätzter Romanautor. Aber was wenn dieser Erfolg auf Lügen aufgebaut ist? In dieser Situation steckt Hauptfigur David – überzeugend gespielt von Daniel Brühl. Um diese Problematik dreht sich der Film und um eine, na sagen wir eher unromantische Liebesgeschichte. Marie verliebt sich nämlich vor allem in den Roman (wie sie selbst irgendwann feststellt) und in den Autor, den David vorgibt zu sein. Kann so etwas gut gehen? Mit diesen Fragwürdigkeiten wandelt dieser deutsche Film zwischen Komödie und Drama, mal mehr das Eine, mal mehr das Andere. Die Ausgangslage ist noch ganz spannend, aber zur Mitte hin zeigt der Film kleine Schwächen. Mit Jacky – gut gespielt von Henry Hübchen, den wir bereits in „Whiskey mit Wodka“ in einer Trinkerrolle erleben konnten – beginnt das Chaos und durch dessen Einmischung geht die Geschichte in eine etwas andere Richtung. Da Jacky kein kaltblütiger Erpresser ist, sondern mehr ein, vom Leben gezeichneter Mann, der nur ein Stückchen von Davids Ruhm abkriegen will, rutscht die Geschichte zunehmend ins Dramatische. Für eine reine (Liebes-)Komödie verarbeitet „Lila Lila“ einfach zu schwere Brocken. Wer mit diesem Wissen, bzw. keiner falschen Erwartung in diesen Film geht, kann durchaus zufrieden wieder herauskommen. Vor allem das Ende „entschädigt“ die zeitweise deprimierende Stimmung, indem es nicht mitten aus dem Leben, sondern eher von einem Hollywoodstreifen abgeguckt ist. Nichts desto trotz kann der Film, nach dem gleichnamigen Roman von Martin Suter mit guten schauspielerischen Leistungen punkten und wer sich an den kleinen Haken der Story nicht stört, wird sich kurzweilig ganz gut unterhalten fühlen

“Lila Lila” lief am 17. Dezember 2009 in den deutschen Kinos an.

4 von 6 Sternen ****

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This is love (Kritik)

17. November 2009

Handlung: Chris und Holger reisen regelmäßig nach Thailand um dort Kinder aus Bordellen frei zu kaufen und in Deutschland an adoptionswillige Eltern weiterzuverkaufen. So haben sie nun die neunjährige Jenjira nach Deutschland geschleust, um nicht aufzufallen gibt Chris sie als seine Tochter aus. Diesmal verläuft die Vermittlung allerdings schwerer als geplant und Chris baut eine immer stärkere Bindung zu dem Mädchen auf, dass durch ihre Vergangenheit als Prostituierte bereits mehr Frau als Kind ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Chris offensichtlich seit langem versucht seine pädophilen Neigungen zu unterdrücken. Als sich die Lage immer mehr zuspitzt und die asiatischen Zuhälter den Druck wegen der ausstehenden Bezahlung des Mädchens erhöhen, überschlagen sich die Ereignisse. Während Jenjira plötzlich verschwunden ist, stellt sich Chris der Polizeiweil er sich eines Mordes schuldig gemacht hat. Über den Verbleib des Mädchens will er allerdings nichts sagen. Erst zu der Kommissarin Maggie, die selbst viele Probleme im Leben hat, fasst er langsam Vertrauen. Gegenseitig erzählen sie sich ihre Geschichten: Maggie hat wenig Freude in ihrem Leben seit ihr Mann vor vielen Jahren verschwunden ist. Vereinsamt und hilflos greift sie immer häufiger zur Flasche. Erst nach langer Zeit kommt sie hinter das Geheimnis, welches das Verschwinden ihres Mannes umgibt.

Kritik: Das Erstlingswerk von Regisseur und Autor Matthias Glasner ist alles andere als leichte Kost. Prostitution, Alkoholismus und Pädophilie sind nur ein Auszug aus der Bandbreite dieses Dramas. Dazu werden zwei komplexe Geschichten miteinander verwoben und auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Der Zuschauer wird von Problemen regelrecht erschlagen und wartet auch noch vergebens auf eine positive Wendung des Ganzen. Trotzdem hinterlässt diese deutsche Produktion wenig Spuren. Corinna Harfouch und Jens Albinus „quälen“ sich buchstäblich durch die Handlung, wobei echtes Mitgefühl auf der Strecke bleibt. Besser wäre es wohl gewesen, Glaser hätte aus den beiden Geschichten zwei eigenständige Filme gemacht und hätte sich dabei mehr um eine berührende Darstellung gekümmert. Doch so prallen zwei Schicksale aufeinander die inhaltlich nichts gemeinsam haben. Davon erhofften sich die Filmemacher vielleicht einen wirksamen Kontrast, aber diese Rechnung ging nicht auf. Am Ende wartet zusätzlich eine fragwürdige Auflösung der großen Frage, wo sich das Mädchen aufhält. Angesichts der verlassenen und abgehalfterte Kommissarin und des pädophilen Menschenhändler erscheint der Filmtitel „This is Love“ äußerst ironisch. Denn ernst zunehmende Liebe sucht man gerade in diesem tristen Film vergeben. Für sich genommen hätten die Geschichten vielleicht Potenzial gehabt, aber in dieser fragwürdigen Kombination wird der Film den Ideen nicht gerecht. Schade, denn die Darsteller versuchen ihr Bestes, doch ihre Charaktere geben in dieser Umsetzung einfach nicht genug her. Was bleibt sind eine handvoll provokante Szenen, die den Zuschauer kaum erreichen und eine Menge deprimierendes Geplänkel aus dem man nicht sonderlich erleuchtet wieder herauskommt.

This is love startet am 19. November in den deutschen Kinos.

2 von 6 Sternen **

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Hang Time – Kein leichtes Spiel (Kritik)

13. Oktober 2009

Hang Time

Handlung: Basketball ist sein Leben: Seit seiner Kindheit verbringt der sportliche Vinz jede freie Minute unter dem Korb. Sein älterer Bruder Georg teilt die Leidenschaft und hofft auf eine Karriere als Profispieler. Doch der Unfalltod der Eltern lässt seinen Traum platzen. Als Vormund für den kleinen Bruder bleibt ihm nicht genug Zeit sich auf den Sport zu konzentrieren. Umso mehr freut es ihn, dass Vinz ebenfalls viel Talent besitzt und bei Phoenix Hagen Erfolge feiert. Als Manager will er für die Profikarriere des kleinen Bruders sorgen. Dieser kümmert sich aber selbst um seine Zukunft und hofft auf ein Basketballstipendium an einer Uni in den USA. Was beide Brüder antreibt ist vor allem der Gedanke dem bisherigen Leben zu entkommen. Weg aus der tristen Plattenbausiedlung im Hagener Ruhrspott und raus aus der viel zu kleinen Wohnung in der beide sich viel zu sehr einschränken müssen. Aber so einfach ist das mit der steilen Karriere als Profisportler nicht und die beiden müssen viel Geduld mitbringen. Als Vinz – der sich oft vom ehrgeizigen Bruder unter Druck gesetzt fühlt – dann auch noch die süße Kathi kennen lernt, merkt er, dass er allein für sein Leben verantwortlich ist selbst entscheiden muss wie es für ihn weiter gehen soll.

Kritik: Ein Sportlerfilm, eine Familiengeschichte, ein Portrait der Jugend von Heute – „Hang Time“ ist von allem etwas und daher schwer auf ein spezielles Genre beschränkbar. Neben gut gefilmten und atmosphärischen Basketball-Szenen erwartet den Zuschauer in dieser deutschen Produktion auch eine ernste Geschichte. Die Hauptdarsteller Max Kidd und Mišel Maticevic spielen das Brüdergespann sehr gut und vermitteln damit einen realistischen und nahe gehenden Konflikt. Gleichzeitig steckt Hauptfigur Vinz zusammen mit seinen besten Freunden Samy und Ali mitten in einem trostlosen Alltag in einer bescheidenen Gegend mitten im Ruhrpott. Mit Humor aber auch dem nötigen Ernst zeigt sich das Debakel der Figuren: Sie wollen nichts so sehr wie weg von hier, aber die Chancen dafür stehen denkbar schlecht. Nur Vinz bildet mit seinem großen Basketball-Talent eine Ausnahme. Dennoch hat er es nicht immer einfach. Sein Leben zwischen Stress mit dem Bruder und Erfolg bei bejubelten Basketballspielen wird interessant und mitreißend auf die Leinwand gebracht. Regisseur Wolfgang Groos beweist Gefühl für lebendige Szenen und interessante Einstellungen sowie Schnitte. Spätestens beim großen Aufstiegsspiel der Phoenix Hagen verfolgt man gespannt den Verlauf und hofft auf einen positiven Ausgang für Vinz. Denn alle Figuren kommen dank der guten Darstellung sympathisch rüber. Einzige Ausnahme bildet Kathi, deren Verhalten etwas merkwürdig ist. Das Thema Liebe hätte man angesichts dieser Umsetzung besser ausgeklammert, denn der Film hätte auch ohne diese kleine Nebengeschichte genug Inhalt gehabt. Gerade für Basketball-Fans bietet dieser Film ein selten auf die Kinoleinwand gebrachtes Thema mit überzeugenden und realistischen Aufnahmen.
Das Sportlerdrama Hang Time startet am 15. Oktober in den deutschen Kinos.

4 von 6 Sternen ****

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