30. April 2010

Handlung: Es gab die Steinzeit, die Bronzezeit und Eisenzeit –alle drei Perioden wurden nach dem Material benannt, aus dem der Mensch in der jeweiligen Zeit die meisten Werkzeuge hergestellt hat. Heute sind wir wieder in einer solchen kennzeichnenden Periode und der Dokumentarfilmer Werner Boote nennt sie die Plastikzeit und geht diesem Phänomen einmal kritisch auf den Grund. Denn den meisten Menschen ist gar nicht klar, wie stark Plastikprodukte sie umgeben und wie häufig sie damit in Kontakt kommen. Gefertigt aus Rohöl und nach geheimen Verfahren entstehen Produkte von denen keiner weiß, wie gefährlich die Inhaltsstoffe sind. Erst in jüngster Zeit haben unabhängige Tests ergeben, dass viele Plastikstoffe wie Polycarbonat oder Polyvinylchlorid eine schädliche Wirkung auf den Menschen haben können – und das auf erschreckend vielfältige Weise. Regisseur Boote reist um die ganze Welt um zu ergründen, welchen Einfluss Plastik auf die Menschen hat. Egal ob in den USA, Japan oder Indien: Überall auf der Welt haben Familien ihren Haushalt voll von diesem Material und nutzen es ständig. Die Konzerne, die mit der Produktion von Plastik als Rohstoff oder Gebrauchsgegenständen aus Plastik jedes Jahr Milliardenumsätze machen zeigen sich unzugänglich für die kritischen Stimmen, zu denen sich Werner Boote ebenfalls zählt.
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Verfasst von cap82
11. März 2010

Springende Delfine, jagende Haie, sich sonnende Robben und wandernde Krebse: Die französischen Naturfilmer Jacques Perrin und Jacques Cluzaud präsentieren faszinierende Bilder aus den Meeren und von den Küsten & Stränden unserer Erde. Aus einmaligen Perspektiven (beispielsweise unmittelbar unter einem Rochen hindurch) und mit völlig neuen Einblicken in eine unterschätzte und größtenteils unbekannte Welt. Trotz der Schönheit und Friedlichkeit der Bilder schwimmt ein kritischer Unterton mit. Denn Umweltverschmutzung und Klimawandel bedrohen die Artenvielfalt der Unterwasserwelt. Trotz beeindruckender Aufnahmen bleibt der Aussagegehalt allerdings auf der Strecke. Vielleicht wollten die Filmemacher den mahnenden Zeigefinger nicht zu sehr erheben um die Menschen vordergründig wegen der schönen Aufnahmen ins Kino zu locken und nicht mit zuviel Moralgehalt abzuschrecken, aber dennoch empfand ich die eingestreute Kritik als zu knapp. Gerade weil das Leben in den Meerestiefen so geheimnisvoll, fremd und unbekannt ist, wären außerdem mehr Beschreibungen und Erläuterungen des Gesehenen von Vorteil gewesen. Auch unter dem Aspekt, dass Eltern mit ihren Kindern den Film ohne Altersbeschränkung besuchen, hätten mehr Erklärungen der Bilderwelt mehr Gewinn erbracht. So entwickelt sich „Unsere Ozeane“ an vielen Stellen in Richtung Belanglosigkeit und könnte auch eine Dokumentation sein, die im Fernsehprogramm läuft – obwohl sie dafür schon wieder zu wenig informativ ist. Die Sequenzen in denen der Großvater dem Enkel beeindruckte Dinge zeigt, auf Probleme hinweist oder Lebensweisheiten mitgibt, wirken dagegen schon wieder zu philosophisch und pathetisch um sich gut in den Film einzufügen. Trotz dieser Haken bleiben dem Zuschauer tolle Aufnahmen vom Meer und deren Bewohner, die von den beiden Filmemachern über vier Jahre hinweg gesammelt wurden. Das Händchen für besondere Details und noch nie gesehene Aspekte haben die Macher in jedem Fall, aber wer sich Informationen und eine Begleitung durch das Geschehen wünscht, wird enttäuscht. Man ist gezwungen alleine durch den Film zu „gehen“ und es liegt im persönlichen Ermessen welchen Schluss man daraus zieht. Manchen mag das reichen weil es durch die tollen Aufnahmen wettgemacht wird, aber manche werden sich etwas verloren fühlen und dem Film so nicht genug abgewinnen können. Ich gehöre zu letztere Kategorie.
Der Film läuft seit dem 25. Februar in den deutschen Lichtspielhäusern.
3 von 6 Sternen 


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