Made in Asia

18. Februar 2010

Verschiedene Filmposter Asia-Filme

Asiatische Filme sind verrückt! Natürlich nicht zwangsläufig, aber bei ihnen liegt die Wahrscheinlichkeit schon um einiges höher spleenige Szenen zu erleben als bei anderen Nationen. Japanische, chinesische, koreanische und thailändische Streifen schwappten erst nach und nach zu uns nach Deutschland – vorwiegend auf DVD, zu finden in der stetig wachsenden „Asia“- oder „Eastern“-Abteilung in den hiesigen Geschäften. Ins Kino schaffen es die Wenigsten. Wenn einige der Ideen allerdings Anklang in Hollywood finden, dann werden die asiatischen Vorbilder einfach mit Amis nachgedreht und das Ganze als „Remake“ vermarktet. Was bei „The Ring“ und „The Grudge“ (beides japanische Originale) vielleicht noch ganz gut klappte, wirkt inzwischen nur noch lächerlich. Da werden Filme wie „Oldboy“ oder „A tale of two sisters“ (beide aus Südkorea) neu produziert, obwohl die Originale selbst nur einige Jahre alt sind. Aber es fehlen den großen Filmverleihern halt die publikumswirksamen Namen oder die westliche Kulisse, vielleicht haben sie auch nicht so viel Spaß an synchronisierten Filmen wer weiß. Jedenfalls entstehen dadurch billige Abklatsche, die man sich getrost schenken kann – dann lieber die Videothek aufsuchen und das asiatische Original genießen!

Aber Asia-Filme sind nicht nur Grusel-Storys in denen ein Mädchen mit langen schwarzen Haaren vorm Gesicht im Fokus steht. Nein, nein, da gibt es noch eine Menge anderer Sachen, die gerne mal einen Hang zum Abgedrehten haben. Eine Perle ist dabei „Save the green planet“ (Südkorea) der eine so bunte Mischung aus Komödie und Tragödie ist, wie ich es selten in einem Film erlebt habe. Trotz der Schrägheit werden sehr tiefgründige Aspekte angesprochen, da bleibt schon eine Menge von hängen. Das Themenspektrum der asiatischen, verrückt angehauchten Filme ist so breit wie ihre Kultur exotisch erscheint. Da geht es um punkige Mädchenbanden und die Leidenschaft für den Kleidungsstil des Rokoko („Kamikaze Girls“, Japan), die Geheimnisse des Baseball-Spiels („Battlefield Baseball“, Japan), den Streit und den Zusammenhalt in Großfamilien („The Quiet Family, Südkorea; „Die Famillie mit dem umgekehrten Düsenantrieb“, Japan); böse Jungebanden die das Gesetz missachten („Attack the Gas Station“, Korea) oder allerlei quietsche-bunte Geschichten rund um zwischenmenschliche Beziehungen (Survival Style 5+, Japan). Diese Art des Erzählens und Darstellens ist sicherlich nicht für jeden etwas, denn konventionelles Kino hat damit herzlich wenig zu tun. Man muss diese Filme einfach auf sich wirken lassen und seinen Spaß daran finden. Denn in allem was die Asiaten auf Zelluloid bannen, spiegelt sich eine Menge von ihnen wider. Ihre Ideale, ihre Ziele, ihre Schwächen und natürlich ihr Verständnis für Humor – der sicherlich mit unserem deutschen oder auch europäischen nicht vergleichbar ist. Aber gerade das macht diese Filme so interessant und gibt besondere Einblicke in andere, ferne Kulturen.

Wer noch nicht so tief in diese Welten eingetaucht ist, der hat vielleicht durch eine handvoll Fernost-Filme, die auch in unseren Gefilden gewisse kommerzielle Erfolge verbuchen konnten, ein paar Eindrücke gewonnen. „Shaolin Kickers“ (Hongkong) oder „Kung Fu Hustle“ (China) bieten ebenfalls eine Menge Stoff zum Staunen und Schmunzeln. Wem das gefallen hat, der sollte vielleicht einmal durch die Asia-Ecken der DVD-Läden streifen und sich ein wenig überraschen lassen, was dort so feines schlummert.


Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft (Kritik)

9. November 2009

hachiko

Handlung: Eines Abends findet Professor Parker auf seinem Heimweg einen herrenlosen Hundewelpen am Bahnhof. Zunächst hofft er noch möglichst schnell den Besitzer ausfindig zu machen, zumal auch seine Frau nicht gerade begeistert von dem verspielten Vierbeiner ist. Doch nachdem sich niemand meldet, ist es um Parker bereits geschehen: Er hat den Hund in sein Herz geschlossen. Er findet heraus, dass der knuffige Freund bereits den Namen Hachiko trägt und ein Akita ist – eine sehr alte und edle Hunderassen aus Japan. Damit erklären sich auch die Eigenheiten von Hachiko: Er wird zwar ein treuer Gefährte, ist aber nicht dafür zu gewinnen einen Ball zu aportieren. Zwischen Parker und seinem Hund entwickelt sich im Laufe der Zeit eine immer tiefere Bindung. Schließlich begleitet Hachiko sein Herrchen jeden Morgen zum Bahnhof und holt ihn am Abend wieder dort ab. Auch als Parker eines Tages nicht mehr am Bahnhof ankommt wartet Hachiko geduldig…

Kritik: Wer sich einmal wieder einen richtig anrührenden Film anschauen möchte und noch dazu Tiere mag, ist in diesem Streifen genau richtig. Regisseur Lasse Hallström verfilmt einen alten Stoff neu und lässt seinen Freund Richard Gere gerne die Hauptrolle übernehmen – von ihm bekam er nämlich das Drehbuch und war sofort neugierig. Der wahre Hachiko und sein Herrchen Professor Hidesaburo Ueno lebten in den zwanziger Jahren, in denen es bereits nur noch etwa 30 reinrassige Akita-Hunde in Japan gab. Nachdem der Professor an einem Herzinfarkt starb, kam Hachiko dennoch den Rest seines Lebens jeden Tag zur gleichen Zeit zum Bahnhof, um auf seinen Gefährten zu warten. Ihm und seiner lebenslangen Treue zu Ehren wurde am Bahnhof eine Bronzestatue von ihm errichtet. Bereits 1987 wurde Hachikos Geschichte in Japan verfilmt und wurde ein Blockbuster. Diese US-amerikanische Version zeichnet den Lebensweg Hachikos einfühlsam nach und macht den Hund eindeutig zum Star des Geschehens. Natürlich überzeugt auch der alte Hase Richard Gere in der Rolle des wesensguten und anständigen Parker. Mit dieser Mischung ergibt sich ein rührender Film über eine einzigartige Freundschaft zwischen Mensch und Tier, die nicht nur Tierliebhaber begeistern wird. Die Geschichte lädt zum zurücklehnen ein und kommt völlig ohne haarsträubende Action, brachialen Humor oder Special Effects aus. Stattdessen besinnt der Film auf andere Werte und erinnert fast ein bisschen an die alten Lassie-Filme. Aber hier geht es nicht um einen perfekten Hund, der auf wundersame Weise alles versteht was man ihm sagt und der damit sogar Leben zu retten vermag, sondern um eine wahre Geschichte eines treuen Hundes. Das rührt noch mehr als ein ganzer Haufen süßer Collies.
Hachiko startet am 12.11. in den deutschen Kinos – und Taschentücher nicht vergessen!

5 von 6 Sternen *****

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