Oscarverleihung 2011

28. Februar 2011

Oscarverleihung 2011

Lange wurde darauf hin gefiebert und halb Hollywood hat Boutiquen, Designer, Beauty-Salons und Ärzte aufgesucht, um sich für diesen einen Abend aufhübschen zu lassen. Nun war es so weit: Die 83. Oscarverleihung ging letzte Nacht (nach unserer Zeit) über die Bühne. Ohne Skandälchen und dieses Jahr auch ohne die ganz großen Abräumer. Stattdessen verteilten sich die kleinen, vergoldeten Trophäen einigermaßen gerecht unter den Nominierten: „The Social Network“ (der heimliche und viel beklatschte Favorit unter den prominenten Anwesenden) gewann immerhin 3 Oscars bei 8 Nominierungen, konnte aber in den vordersten Reihen nicht mitspielen. Wie durch die Verleihung der Golden Globes bereits zu erwarten war, wurden Natalie Portman für ihre Leistung in „Black Swan“ und Colin Firth für seine Darstellung des stotternden König George VI geehrt. „The King´s speech“ räumte insgesamt 4 von 12 möglichen Preisen ab. Da sich darunter aber auch der begehrte Preis für den Besten Film befand, der am Ende der etwa 3 ½ Stündigen Show im Kodac Theater vergeben wurde, konnte das Team sicherlich zufrieden sein. Enttäuscht waren hingegen sicherlich die Beteiligten an dem Western „True Grit“. Mit 10 Nominierungen ging der Film als einer der Favoriten ins Rennen und gewann nicht mal eine Trophäe. Der actionreiche Blockbuster „Inception“ bekam hingegen 4 von 8 möglichen Preisen. Christian Bale und Melissa Leo wurden als Nebendarsteller für ihre Rollen in „The Fighter“ geehrt, „Toy Story 3“ wurde bester Animationsfilm.

Durch die Show führten Jungschauspieler Anne Hathaway und James Franco, die sich bei ihren Anmoderationen zunächst recht einstudiert abwechselten. Im Verlauf wirkte Franco – selbst als bester Hauptdarsteller in „127 Hours“ nominiert – jedoch immer blasser neben der aufgedrehten Anne, die sich wie ein Groupie freute, ihre Idole aus nächster Nähe erleben zu dürfen. Die Gewinner waren recht brave Dankesredner, nur zweimal gab die aufgedrehte Musik einen äußerst dezenten Hinweis darauf, dass es Zeit wurde, die Bühne zu räumen. Am emotionalsten gestaltete sich der Auftritt der hochschwangeren und sichtlich gerührten Portman. Celine Dion sang zu einer Bilderserie verstorbener Hollywood-Größen und der Laudator Kirk Douglas brachte – obwohl vom hohen Alter sichtlich gezeichnet – die Gäste zum lachen. Überhaupt war der Abend alten Hollywood-Tagen gewidmet und schickte das Publikum mit Einspielern, Liedern und Bildern auf Zeitreise. Diesmal schwelgte die Hollywood-Elite lieber in Nostalgie an schöne alte Zeiten, anstatt sich in Kritik an aktuellen Problemen zu üben. Die aufregendste aller Oscarverleihungen war das zwar nicht, aber immerhin gab es diesmal keinen nervigen Abräumer, der so viele Märsche zur Bühne zurücklegen musste, dass man das Gefühl hatte eine Endlosschleife vorgesetzt zu bekommen.


Film | Black Swan (Kritik)

25. Januar 2011

Black Swan Filmposter

Handlung: Nina ist Balletttänzerin aus voller Überzeugung und arbeitet beständig daran besser zu werden. Einen Ansporn bekommt sie prompt: Für das Stück „Schwanensee“ wird eine neue Schwanenkönigin gesucht, denn der bisherige Star Beth hat ausgedient und muss die Tanzgruppe verlassen. In einem Vortanzen gibt Nina alles, doch der undurchsichtige Balettdirektor Leroy deutet schnell an, dass es Nina zwar gelingt den eleganten und femininen weißen Schwan zu verkörpern, doch bei der Darstellung des wilden und bösartigen schwarzen Schwans mangelt es ihr an Ausdruck. Nina ist am Boden, doch überraschenderweise erhält sie kurz darauf doch die ersehnte Rolle und muss sich dem Direktor nun immer wieder aufs Neue beweisen. Während sie tapfer trainiert geht allerdings etwas mit ihr vor: Sie hat blutende Kratzer auf dem Rücken, sieht geheimnisvolle Doppelgängerinnen von sich und bildet sich dann auch noch ein, dass sie mit Lily, neues Mitglied der Tanzgruppe, eine Liebesnacht verbringt. Die begegnet Nina zwar stets freundlich und interessiert, dennoch wird die das Gefühl nicht los, dass die Neue, die so anders ist als sie selbst, auf ihre Hauptrolle im Schwanensee aus ist. Zusätzlich macht Ninas Mutter ihr das Leben schwer, denn die gewährt ihrer Tochter wenig Freiraum und bemuttert sie wo es nur geht. Wird Nina dem Druck stand halten und ihre Rolle als Schwanenkönigin behalten können?

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