Küss den Frosch (Kritik)

31. Dezember 2009

Handlung: Tiana ist jung, hübsch und warmherzig – aber eines ist sie nicht: eine Prinzessin. Ihre beste Freundin Charlotte ist zwar auch keine, aber lebt zumindest so. Während der reiche Vater Big Daddy ihr jeden Wunsch von den Augen abliest, muss Tiara hart arbeiten um ihren bescheidenen Verhältnissen zu entkommen. Sie schuftet Tag und Nacht und spart dabei jeden Cent um den Traum des verstorbenen Vaters zu verwirklichen: Ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Charlotte strebt nach ganz anderen Dingen: Ein waschechter Prinz kommt in die Stadt und sie wünscht sich nichts mehr, als ihn zu heiraten. Tatsächlich besucht der stattliche Prinz Naveen eine Party auf dem Anwesen von Charlottes Vater und scheint angetan. Keiner ahnt dass der echte Prinz kurz vorher einem hinterlistigen Vodoomeister aufgesessen ist und in einen Frosch verwandelt wurde. Erlösen kann ich nur der Kuss einer Prinzessin. Also setzt er alles daran seine menschliche Gestalt wieder zu erlangen. So sitzt er nun vor der überraschten Tiana, die er aufgrund eines Kostüms für die Prinzessin hält. Da er ihr anbietet, ihren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen, überwindet sie sich zu einem Kuss und muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass sie dadurch selbst in einen Frosch verwandelt wurde. Nun stehen zwei tollpatschige Frösche vor der Herausforderung ihres Lebens – den Zauber brechen und wieder zu Menschen werden…

Kritik: Zwischen Animationen und computergenerierten Helden hat sich Disney Pictures, pünktlich zum diesjährigen Weihnachtsfest, auf seine Wurzeln zurückbesonnen: Den traditionellen Trickfilm, wenn auch nicht mehr im Stil von Schneewittchen und Cinderella, sondern mit eingestreuten, eindrucksvollen Effekten. Pate steht die Geschichte vom Froschkönig, aber mit vielen Abwandlungen und neuen Elementen. Dabei bleibt die Geschichte überschaubar für Kinder, fächert sich gleichzeitig aber auch komplexer für Erwachsene auf. Fast schon einen Tick zu stark präsentiert sich die Moral der Geschichte. Es geht darum sich selbst zu erforschen, erwachsen zu werden, sein Glück zu finden und sich dabei nicht von unwichtigen Dingen täuschen zu lassen. Gleichzeitig wird illustriert dass Faulheit in Probleme führt und sich harte Arbeit auszahlt. Fast etwas viel des Guten, aber Disney bleibt sich eben treu wenn es darum geht, dass die Filme auch pädagogisch wertvoll sein sollen.

„Küss den Frosch“ ist gleichzeitig sehr unterhaltsam und zeigt einen schönen Humor – wieder sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Der Schauplatz New Orleans und die Abwesenheit einer waschechten Prinzessin bringen modernen Charme in die Handlung. Altbewährte Mittel sind die helfenden Gefährten, die den eigentlichen Helden mit Witz und kleinen Eigenheiten zur Seite stehen. In diesem Fall sind das ein Alligator, das gerne ein Mensch sein will um mit den „Großen des Jazz“ musizieren zu können und ein lispelndes Glühwürmchen, das glaubt in einem Morgenstern die Liebe seines Lebens gefunden zu haben. An Ideen fehlt es den Filmemacher bei Disney also eindeutig nicht. Auch ein böser Gegenspieler, der böse Dr. Facilier, darf nicht fehlen, die Helden sind auf der anderen Seite nicht so vollkommen und immer gut wie in den klassischen Märchengeschichten. Der Prinz und auch Tiana müssen noch einiges lernen bevor sie in ihrem Leben wirklich glücklich und zufrieden werden können. Dass dies dann auch wirklich klappt, ist im wahren Leben nicht so sicher wie hier, aber das ist nun mal die märchenhafte Magie der Disneyfilme. Das alles wird gespickt mit Gesangs- und Tanzeinlagen in denen auch ein paar der bereits erwähnten Animationen und Effekte eingestreut werden.
Mit dieser neuen Produktion wurde ein modernes Märchen geschaffen, das ein altes Erfolgsrezept mit zeitgemäßen Elementen mixt um eine bezaubernde Geschichte zu schaffen. Für Groß und Klein eine wunderbare Gelegenheit sich für etwa 90 Minuten in den Kinosessel zu kuscheln und in eine andere Welt entführen zu lassen.

Küss den Frosch läuft bereits seit dem 10.Dezember in den deutschen Kinos.

5 von 6 Sternen *****

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Oben (Kritik)

28. September 2009

Oben1

Im neuen Animations-Abenteuer aus dem Hause Walt Disney Pictures und Pixar macht sich der alte Carl Fredericksen im stolzen Alter von 78 Jahren auf die Reise seines Lebens: Mitsamt seinem Haus fliegt er mithilfe von Heliumballons an den Amazonas. Dort sucht er ein ganz bestimmtes Fleckchen Erde: Einen wunderschönen Wasserfall, einen Platz den seine verstorbene Frau immer sehen wollte. Stellvertretend für sie und sich selbst macht er sich auf die Reise und rechnet mit allem, aber nicht damit, dass es plötzlich an seiner Tür klopft. Der aufgeweckte Pfandfinder Russell war zufällig unter der Hausveranda, als das Gebäude abhob und nun bleibt dem alten Carl nichts anderes übrig, als den Jungen mitzunehmen.

Eine sehr phantasievolle und bunte Geschichte erwartet den Zuschauer von „Oben“. Es handelt sich aber vor allem um eine Mischung aus ernster bzw. sinnvoller Geschichte – zugeschnitten auf Erwachsenen – und ein witziges Abenteuer mit lustigen Figuren für das junge Publikum. Diese Kombination ist nicht leicht, aber gelingt hier durchaus. Aufbauend auf eine vorgeschichtliche Grundlage geht das Erlebnis los und der kleine Russell verursacht einen Lacher nach dem Anderen. Die skurrilen „Figuren“, die im Laufe der Zeit dazu kommen, tun ihr übriges. Die Hauptfigur Carl erscheint durch seine Geschichte so sympathisch, wie man alleinlebende Rentner wohl selten sah. Damit sind ungewohnte Charaktere die Stars dieses familiengerechten Animationsfilms. Aber spätestens seit „Shrek“ wissen wir ja, dass das funktionieren kann.

Alles in allem ein unterhaltsamer Film mit vielen witzigen und auch anrührenden Momenten, die sich hervorragend ergänzen und daher für jedes Alter eine ansprechende Komponente mitbringen.

5 von 6 Sternen *****

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