Film | Verblendung (Kritik)

Verblendung

Handlung: Die Karriere des bekannten Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist scheint gerade beendet zu sein, als sich der 82 Jahre alte Industrielle Henrik Vanger bei ihm meldet. Er beauftragt ihn damit das Verschwinden seiner Nichte vor einigen Jahrzehnten, aufzuklären. Dieser glaubt, dass jemand aus seiner großen Familie damit zu tun hat und hofft mithilfe des Journalisten endlich eine neue Spur zu finden. Mikael macht sich also daran, den Fall zu rekonstruieren und erhält bald unterwartete Hilfe von Lisbeth Salander. Die junge Frau hatte sich in seinen Computer eingehackt und bei der Entschlüsselung einiger Zahlen geholfen. Gemeinsam macht sich das ungleiche Gespann daran nach weiteren Spuren in dem verzwickten Fall zu suchen und erfährt nach und nach immer mehr unglaubliche Dinge.

Kritik: Die Verfilmung des weltweit erfolgreichen Romans von Stieg Larsson ist nur der Auftakt zur dreiteiligen Millenium-Serie und füllt dennoch schon 2,5 Stunden. In dieser Zeit wird der Zuschauer mit einer düsteren Detektivgeschichte konfrontiert, gepaart mit der ungewöhnlichen Geschichte einer jungen, verschlossenen Frau. Mit Sex, Gewalt und blutigen Leichenfotos wird nicht gerade gespart, aber es bleibt dennoch in einem erträglichen Rahmen. Denn dazu kommt eine spannende Geschichte in einer rundum unheimlichen Atmosphäre. Nicht nur wegen der Figuren, die alle so ihre Ecken, Kanten und Geheimnisse haben, sondern auch wegen der Ungeheuerlichkeiten die aufgedeckt werden. Die Abgründe der menschlichen Seele – sowohl gegenwärtig als auch schon vor 40 Jahren – sind ein zentrales Thema und mögen dem ein oder anderen sicherlich auf den Magen schlagen. Denen, die etwas mehr aushalten als Mördersuche im Stil von Miss Marple oder Columbo, blüht mit „Verblendung“ ein größtenteils spannender Thriller in dichter Atmosphäre. Kleine Längen ergeben sich bei der Spielzeit fast automatisch und dass die Handlung bzw. Auflösung der Geschichte einige Logikfehlerchen aufweist, ist wohl eher dem Autor zur Last zu legen als den Filmemachern. Alles in allem aber ein guter düsterer Film für mittelstarke bis starke Nerven.
Der Film ist heute in den deutschen Kinos angelaufen.

4 Sterne

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7 Antworten zu Film | Verblendung (Kritik)

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  2. […] radikal und blutig – so war nicht nur „Verblendung“, der erste Teil der verfilmten Trilogie von Stieg Larsson, sondern so ist nun auch der zweite […]

  3. […] gut auf spannende Thriller versteht wie Hollywood, bewies die “Millennium”-Trilogie mit “Verblendung”, “Verdammnis” und “Vergebung” vor wenigen Jahren eindrucksvoll. Auch bei […]

  4. […] Dabei hat der Filmemacher bereits sein Können bewiesen, indem er beispielsweise das Drehbuch zu „Verblendung“ geschrieben hat. Doch hier war sein Gespür weniger gut. Um sich über ein Kapitel der dänischen […]

  5. kulii sagt:

    DU meinst mir Logigfehlern der Autors doch wohl nicht Larsson, sondern den Drehbuchautor, oder?
    In Lassons Werk war nämlich alles wasserdicht und den Rest haben die folgenden Bände recht gemacht…

    • cap82 sagt:

      Hallo, ja, ich meine Drehbuchautor und Regisseur. Die Bücher habe ich nicht gelesen, daher kann ich mir darüber kein Urteil erlauben. Es handelt sich ja auch um eine Filmkritik, nicht um eine Buchkritik. ;o)

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