Film | Hang Time – Kein leichtes Spiel (Kritik)

Hang Time

Handlung: Basketball ist sein Leben: Seit seiner Kindheit verbringt der sportliche Vinz jede freie Minute unter dem Korb. Sein älterer Bruder Georg teilt die Leidenschaft und hofft auf eine Karriere als Profispieler. Doch der Unfalltod der Eltern lässt seinen Traum platzen. Als Vormund für den kleinen Bruder bleibt ihm nicht genug Zeit sich auf den Sport zu konzentrieren. Umso mehr freut es ihn, dass Vinz ebenfalls viel Talent besitzt und bei Phoenix Hagen Erfolge feiert. Als Manager will er für die Profikarriere des kleinen Bruders sorgen. Dieser kümmert sich aber selbst um seine Zukunft und hofft auf ein Basketballstipendium an einer Uni in den USA. Was beide Brüder antreibt ist vor allem der Gedanke dem bisherigen Leben zu entkommen. Weg aus der tristen Plattenbausiedlung im Hagener Ruhrspott und raus aus der viel zu kleinen Wohnung in der beide sich viel zu sehr einschränken müssen. Aber so einfach ist das mit der steilen Karriere als Profisportler nicht und die beiden müssen viel Geduld mitbringen. Als Vinz – der sich oft vom ehrgeizigen Bruder unter Druck gesetzt fühlt – dann auch noch die süße Kathi kennen lernt, merkt er, dass er allein für sein Leben verantwortlich ist selbst entscheiden muss wie es für ihn weiter gehen soll.

Kritik: Ein Sportlerfilm, eine Familiengeschichte, ein Portrait der Jugend von Heute – „Hang Time“ ist von allem etwas und daher schwer auf ein spezielles Genre beschränkbar. Neben gut gefilmten und atmosphärischen Basketball-Szenen erwartet den Zuschauer in dieser deutschen Produktion auch eine ernste Geschichte. Die Hauptdarsteller Max Kidd und Mišel Maticevic spielen das Brüdergespann sehr gut und vermitteln damit einen realistischen und nahe gehenden Konflikt. Gleichzeitig steckt Hauptfigur Vinz zusammen mit seinen besten Freunden Samy und Ali mitten in einem trostlosen Alltag in einer bescheidenen Gegend mitten im Ruhrpott. Mit Humor aber auch dem nötigen Ernst zeigt sich das Debakel der Figuren: Sie wollen nichts so sehr wie weg von hier, aber die Chancen dafür stehen denkbar schlecht. Nur Vinz bildet mit seinem großen Basketball-Talent eine Ausnahme. Dennoch hat er es nicht immer einfach. Sein Leben zwischen Stress mit dem Bruder und Erfolg bei bejubelten Basketballspielen wird interessant und mitreißend auf die Leinwand gebracht. Regisseur Wolfgang Groos beweist Gefühl für lebendige Szenen und interessante Einstellungen sowie Schnitte. Spätestens beim großen Aufstiegsspiel der Phoenix Hagen verfolgt man gespannt den Verlauf und hofft auf einen positiven Ausgang für Vinz. Denn alle Figuren kommen dank der guten Darstellung sympathisch rüber. Einzige Ausnahme bildet Kathi, deren Verhalten etwas merkwürdig ist. Das Thema Liebe hätte man angesichts dieser Umsetzung besser ausgeklammert, denn der Film hätte auch ohne diese kleine Nebengeschichte genug Inhalt gehabt. Gerade für Basketball-Fans bietet dieser Film ein selten auf die Kinoleinwand gebrachtes Thema mit überzeugenden und realistischen Aufnahmen.
Das Sportlerdrama Hang Time startet am 15. Oktober in den deutschen Kinos.

3.5 Sterne

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Eine Antwort zu Film | Hang Time – Kein leichtes Spiel (Kritik)

  1. […] wer sich damit arrangiert, der kann Gefallen an dem finden, was unter der Regie von Wolfgang Groos („Hangtime – Kein leichtes Spiel“) entstanden ist, der sich dank unterschiedlicher Produktionen zum Spezialisten für Kinder- und […]

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