Film | (500) Days of summer (Kritik)

(500) Days of Summer

Handlung: Tom trifft Summer, Tom mag Summer, Tom verliebt sich in Summer. Bis hierhin eine klassische Liebesgeschichte…aber nicht mit Summer. Denn Summer ist nicht die Art Frau die man(n) im Sturm erobert und die dann mit einem durch dick und dünn geht. Summer braucht Freiraum, Summer will sich nicht festlegen, Summer will nicht langfristig planen. Damit passen Tom und Summer eigentlich weniger gut zusammen, denn er glaubt an die wahre Liebe und will keine Frau für eine Nacht oder eine unverbindliche Affäre, sondern er will eine Beziehung. Trotz diesen unterschiedlichen Einstellungen zur Liebe entwickelt sich etwas zwischen den Beiden. Für ihn eine Beziehung, für sie eine Freundschaft, aber für beide mit viel Gefühl und Spaß in der gemeinsamen Zeit. Doch Summers Interesse schwindet im Laufe der Zeit und Tom kann nichts dagegen tun. Haben die Zwei überhaupt eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft?

Kritik: Laut Klischee sind Frauen in Sachen Liebe die beziehungssuchenden, anhänglichen und kuschelsüchtigen Wesen, während die Männer ihre Freiheit lieben und ihr Leben vor allen Dingen genießen möchten. In diesem Film – der sich direkt zu Beginn outet KEINE Liebesgeschichte zu sein – ist es eher umgekehrt. Diese Idee ist nicht vollkommen neu, aber sie ist hier besonders raffiniert und zugleich einfühlsam von Regisseur Marc Webb umgesetzt worden. Denn (500) Days auf Summer handelt nicht nur von Liebe, sondern auch vom Scheitern einer Liebe. Der Zuschauer wird dabei zwischen der schönen Anfangsphase und dem bitteren Ende hin und hergeworfen, wodurch er das direkte Kontrastprogramm zwischen Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt miterlebt. Aus der Sicht der Hauptfigur Tom, der eine feste Beziehung sucht und glaubt die Richtige gefunden zu haben, erlebt das Publikum alle Höhen und Tiefen einer Beziehung mit, in der die Frau das wankelmütige und freiheitsliebende Wesen ist. Doch der Clou der Geschichte wartet noch, denn es geht eben nicht um Klischees. Es geht um normale Menschen die aufeinander treffen und unterschiedliche Gefühle füreinander entwickeln – genau das was fast allen mindestens einmal im Leben selbst passiert. Den Partner fürs Leben zu finden ist hier keine glücklich gefügte Hollywood-Kitschkomödie in der alles – wie schräg es sich auch entwickelt – auf ein Happyend hinausläuft. Sondern es stellt sich hier endlich einmal als schweres Unterfangen voller Hoffnungen und einer Reihe von Enttäuschungen dar. Getragen von den wunderbaren Schauspielern Joseph Gordon-Levitt (zuletzt als entstellter Doctor in G.I. Joe zu sehen) und Zooey Deschanel (die kürzlich noch Jim Carrey den Kopf im Jasager verdrehte) gelingt Marc Webb eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte – die eigentlich keine ist. Einfallsreiche Ideen und tolle Musik machen das Zuschauen zu einem unterhaltsamen Genuss – auch deshalb, weil der Film zu guter letzt gerade kein Klischee ist, sondern eine wahre Perle, die man(n und frau) sich nicht entgehen lassen sollte(n).

(500) Days of summer startet heute in den deutschen Lichtspielhäusern.

5 Sterne

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5 Antworten zu Film | (500) Days of summer (Kritik)

  1. pramudiya sagt:

    Gute Kritik zu einem der besten Filme des Jahres 2009.
    Ein muss in der DVD-Sammlung…

    • cap82 sagt:

      Danke schön, ich fand den Film auch echt super! War einfach mal eine Liebesgeschichte nach eigenen Regeln und nicht im Üblichen Hollywood-Kitsch-Schema.

  2. […] innovativen Science Fiction-Thriller Stars wie Ellen Page („Juno“), Joseph Gordon-Levitt („500 Days of Summer“) und Cillian Murphy („Sunshine“) gewinnen, die bis zum offiziellen Start des Filmes angeblich […]

  3. […] dieser Aspekt dazu viel zu stiefmütterlich behandelt und es ist schade, dass Joseph Gordon-Levitt („500 Days of Summer“) dabei als Sohn Robert nur kleine Auftritte bekommen hat. Sally Field hingegen legt alle Hingabe in […]

  4. […] „Don Jon“ (angelehnt an den Archetypus des Frauenhelden Don Juan) aus. Joseph Gordon-Levitt („500 Days of Summer“) verkörpert einen grundsätzlich sympathischen, aber übermäßig selbstverliebten und etwas […]

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