Film | This is love (Kritik)

Handlung: Chris und Holger reisen regelmäßig nach Thailand um dort Kinder aus Bordellen frei zu kaufen und in Deutschland an adoptionswillige Eltern weiterzuverkaufen. So haben sie nun die neunjährige Jenjira nach Deutschland geschleust, um nicht aufzufallen gibt Chris sie als seine Tochter aus. Diesmal verläuft die Vermittlung allerdings schwerer als geplant und Chris baut eine immer stärkere Bindung zu dem Mädchen auf, dass durch ihre Vergangenheit als Prostituierte bereits mehr Frau als Kind ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Chris offensichtlich seit langem versucht seine pädophilen Neigungen zu unterdrücken. Als sich die Lage immer mehr zuspitzt und die asiatischen Zuhälter den Druck wegen der ausstehenden Bezahlung des Mädchens erhöhen, überschlagen sich die Ereignisse. Während Jenjira plötzlich verschwunden ist, stellt sich Chris der Polizeiweil er sich eines Mordes schuldig gemacht hat. Über den Verbleib des Mädchens will er allerdings nichts sagen. Erst zu der Kommissarin Maggie, die selbst viele Probleme im Leben hat, fasst er langsam Vertrauen. Gegenseitig erzählen sie sich ihre Geschichten: Maggie hat wenig Freude in ihrem Leben seit ihr Mann vor vielen Jahren verschwunden ist. Vereinsamt und hilflos greift sie immer häufiger zur Flasche. Erst nach langer Zeit kommt sie hinter das Geheimnis, welches das Verschwinden ihres Mannes umgibt.

Kritik: Das Erstlingswerk von Regisseur und Autor Matthias Glasner ist alles andere als leichte Kost. Prostitution, Alkoholismus und Pädophilie sind nur ein Auszug aus der Bandbreite dieses Dramas. Dazu werden zwei komplexe Geschichten miteinander verwoben und auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Der Zuschauer wird von Problemen regelrecht erschlagen und wartet auch noch vergebens auf eine positive Wendung des Ganzen. Trotzdem hinterlässt diese deutsche Produktion wenig Spuren. Corinna Harfouch und Jens Albinus „quälen“ sich buchstäblich durch die Handlung, wobei echtes Mitgefühl auf der Strecke bleibt. Besser wäre es wohl gewesen, Glaser hätte aus den beiden Geschichten zwei eigenständige Filme gemacht und hätte sich dabei mehr um eine berührende Darstellung gekümmert. Doch so prallen zwei Schicksale aufeinander die inhaltlich nichts gemeinsam haben. Davon erhofften sich die Filmemacher vielleicht einen wirksamen Kontrast, aber diese Rechnung ging nicht auf. Am Ende wartet zusätzlich eine fragwürdige Auflösung der großen Frage, wo sich das Mädchen aufhält. Angesichts der verlassenen und abgehalfterte Kommissarin und des pädophilen Menschenhändler erscheint der Filmtitel „This is Love“ äußerst ironisch. Denn ernst zunehmende Liebe sucht man gerade in diesem tristen Film vergeben. Für sich genommen hätten die Geschichten vielleicht Potenzial gehabt, aber in dieser fragwürdigen Kombination wird der Film den Ideen nicht gerecht. Schade, denn die Darsteller versuchen ihr Bestes, doch ihre Charaktere geben in dieser Umsetzung einfach nicht genug her. Was bleibt sind eine handvoll provokante Szenen, die den Zuschauer kaum erreichen und eine Menge deprimierendes Geplänkel aus dem man nicht sonderlich erleuchtet wieder herauskommt.

This is love startet am 19. November in den deutschen Kinos.

1.5 Sterne

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