Film | New in Town (Kritik)

Handlung: Lucy Hill ist eine Karriere-Frau: In einem großen Unternehmen in Miami befindet sie sich als einzige Frau unter den Männern auf der Karriereleiter nach oben. Im Gegenzug lebt sie als Single allein in einem großen, luxuriösen Haus am Strand. Ihre Ungebundenheit ist dann auch Schuld daran, dass sie von einer auf die andere Minute nach Minnesota abkommandiert wird, um dort die ortsansässige Fabrik umzustrukturieren und Arbeitsplätze abzubauen. Halb so wild, denkt sich die zielstrebige Lucy, immerhin winkt nach getaner Arbeit eine Beförderung. Doch erstmal hat der Stadtmensch in Stöckelschuhen und Designerkostüm mit der Kälte und den Gepflogenheiten im verschneiten Örtchen New Ulm zu kämpfen. Während sie von einigen Bewohnern direkt herzlich aufgenommen wird, erntet sie von den Fabrikmitarbeitern nur Spott und Missgunst. Immerhin können die sich denken, warum Lucy hier ist. Doch im Laufe der Zeit gewöhnt sich die Stadtgöre an die Harmonie im ländlichen Minnesota, außerdem verguckt sie sich in Ted, den Gewerkschaftsvertreter. Mit dem hatte sie zwar alles andere als einen guten Start, aber mit der Zeit kommen sich die Beiden immer näher. Bei all dem gerät Lucys Job immer mehr in den Hintergrund, bis sie sich ihrer Aufgabe doch stellen muss.

Kritik: Jemand kommt gezwungenermaßen in eine neue Stadt in die er überhaupt nicht passt. Erstmal kommt es zu allerhand skurriler Situationen die das unter Beweis stellen und dann merkt der Neue, dass doch alles halb so schlimm ist und er sich sogar wohl fühlt. Wem kommt das bekannt vor? Mir kam beim Anblick dieses Films jedenfalls sofort „Willkommen bei den Sch´tis“ in den Sinn. Was in diesem Erfolgsfilm aber total witzig war und richtig Tiefgang hatte, bleibt hier eine oberflächliche Sache mit Menschen ohne Charakterzeichnung. Das wird bereits zu Anfang deutlich: Schon nach wenigen Minuten reist die Hauptfigur – wie heißt die noch mal und was macht die genau in ihrem Job? Egal, wir wissen nur dass sie gerne Stöckelschuhe und schicke Kostüme trägt – ins kalte Minnesota. Damit geht es blitzschnell in die Geschichte rein und der Zuschauer hat kaum Gelegenheit Luft zu holen. Erst nach und nach schaffen es einige der skurrilen Szenen zu unterhalten. Doch Renee Zellweger, die mit ihrer schrecklichen Frisur und einem „War-die-nicht-mal-hübscher-Gesicht“ nicht gerade Sympathien weckt, schafft es nicht die Herzen zu erobern, wie sie es beispielsweise in „Bridget Jones“ getan hat. Die Handlung ist auch im Folgenden viel zu flach und unausgereift. Dementsprechend sind auch die Figuren ohne echten Tiefgang. Die Hauptdarsteller dürfen zwar in einer kleinen Szene ihre bewegte Vergangenheit zum Besten geben, aber das reicht leider nicht aus. Stattdessen nimmt die Geschichte einen vorhersehbaren, wenig originellen und erst recht nicht glaubwürdigen Verlauf. Aus all diesen Gründen halten sich die Lacher bei witzig gemeinten Szenen auch stark in Grenzen. Wie will man auch mit so lieblos gezeichneten Figuren herzhaft mitlachen? Bei so welchen ist es den Zuschauern nämlich einfach egal, was mit ihnen passiert. Meist setzen die Filmemacher auf das unpassende Stolzieren von Lucy trotz Kälte, Frost und Schnee, aber das vermag es nicht, über 90 Minuten bei der Stange zu halten. Das Einzige was diesem Film unterm Strich abzugewinnen wäre, ist die nette Idee, zu Zeiten der Wirtschaftskrise und des Stellenabbaus etwas – wenn auch zu süße und glatte – Hoffnung darauf zu geben, dass es auch anders kommen kann. Aber dennoch mangelt es diesem Streifen an einer Menge, das kann auch die frohe Botschaft nicht wirklich wettmachen.

New in Town startet am Donnerstag in den deutschen Kinos.

1.5 Sterne

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