Film | Zombieland (Kritik)

Handlung: Ein schreckliches Virus hat einen Großteil der Menschheit in blutrünstige Zombies verwandelt, die nun auf der Suche nach frischem Fleisch durch die Straßen irren oder irgendwo lauern. Einer der wenigen Überlebenden ist Columbus, ein junger Mann, der eigentlich wenig Zeug zum Helden hat: Vor der Suche war er ein unbeliebter Schüler der die Abende allein zu Hause verbrachte, zudem hat er einen Reizdarm und Angst vor so ziemlich allem. Dafür schlägt er sich aber gut durch „Zombieland“ was er seinen selbst gemachten Regeln verdankt. Nach denen lebt er tagtäglich und sie weisen ihn beispielsweise an stets fit zu sein, sich vor gefährlichen Unterfangen aufzuwärmen, immer einen Fluchtweg parat zu haben oder bei einem Zombie lieber zweimal draufzuhauen – denn doppelt hält besser. Nun hat er sich dazu entschlossen seine Heimatstadt aufzusuchen um herauszufinden ob seine Eltern überlebt haben. Bei seiner Reise trifft Columbus auf den harten Knochen Tallahassee, der ebenfalls als Alleinkämpfer, aber mit fahrbarem Untersatz unterwegs ist. Die beiden tun sich – trotz aller Unterschiede – zusammen und kommen eigentlich auch ganz gut zurecht. Doch dann treffen Sie in einem Supermarkt auf die Schwestern Wichita und Little Rock die sich auf ihre ganz eigene Weise durchschlagen. Nachdem Sie den Jungs ihr Auto und ihre Waffen abgeluchst haben, kennt Tallahassee nur eins: Rache. Als die Vier später wieder aufeinander treffen erkennen sie allerdings wie praktisch ihre Zweckgemeinschaft doch ist und dass es gut tut, mal nicht der einzige Mensch unter lauter Zombies zu sein.

Kritik: Zombiefilme gibt es zuhauf. Zombiefilme, in denen die blutrünstige Plage mit Humor genommen wird, gibt es ebenfalls schon eine ganze Reihe. Daher müssen Filmemacher schon ein paar gute Ideen einbringen, damit so ein Film unter den übrigen herausragt. „Shaun of dead“ schaffte das auf einzigartige Weise mit einem subtilen Humor gepaart mit brutalen Szenen. „Wasting Away“ (der bisher nicht den Weg in die deutschen Kinos schaffte) glänzte mit der guten Idee, mal die Sicht der Zombies zu dokumentieren, die sich selbst für ganz normal halten. „Zombieland“ versucht es mit einer Mischung aus brutalen Szenen, die teilweise die Frage aufkommen lassen warum dieser Streifen ab 16 Jahren durchgekommen ist, und ein paar Charakterköpfen. Am meisten überzeugt der Beginn des Filmes, mit seinen wunderbaren Zeitlupensequenzen, in denen sich Menschen auf der Flucht vor Zombies befinden. Diese Zeitlupentechnik taucht im Film immer mal wieder auf und kann damit punkten. Auch die wertvollen Überlebensregeln des strukturierten und ordentlichen Columbus begegnen dem Zuschauer im Handlungsverlauf auf originelle Art und Weisen immer wieder. Ein weiterer Pluspunkt ist die gut gewählte Musik.

Die blutigen oder brutalen Zombieattacken konzentrieren sich allerdings ein bisschen zu sehr auf Beginn und Ende des Filmes, wodurch sich im Mittelteil, des ohnehin nur 88minütigen Filmes, eine kleinere Durststrecke ergibt. Auch die Handlung ist nicht sonderlich ausgereift. Nach dem Aufeinandertreffen und späteren Zusammenkommen der vier Protagonisten, fahren sie kurzerhand nach Beverly Hills und besuchen Bill Murray in seiner schicken Villa. Einen Tag später fällt den beiden Mädels ein, dass sie doch ein anderes Ziel hatten: Einen alten Vergnügungspark in dem Sie früher oft waren. Kann es eine bessere Kulisse für ein großes Finale geben? Trotz der etwas schwachen story ist der Film gespickt mit viel Humor und einer Menge blutiger Szenen mit Ekelfaktor. Für gute Unterhaltung ist gesorgt und dass ein solcher Film nicht auf einen Oskar für große Emotionen oder eine ausgefeilte Handlung aus ist, wird der Zielgruppe sicher von vorneherein klar sein. Dass es aber dennoch auch noch besser geht in diesem Genre der Horrorkomödien zeigen Paradebeispiele wie „Shaun of the dead“.

Zombieland läuft seit dem 10. Dezember in den deutschen Kinos.

3.5 Sterne

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2 Antworten zu Film | Zombieland (Kritik)

  1. ohtartart sagt:

    Gutes Review, besonderen Dank für den Verweis auf „Wasting Away“, von dem Film hatte ich bisher noch gar nicht gehört. Gleich mal sehen, ob ich den nicht irgendwo auftreiben kann.

  2. cap82 sagt:

    Hallo,
    ich glaube es ist noch gar nicht sicher wann der Film wie rauskommt.
    Auf manchen Filmseiten findet man etwas über einen Start 2010, das wird wohl der DVD-Start sein. Vielleicht findest du aber auch genauere Infos.

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