Film | Lila Lila (Kritik)

Handlung: David Kern ist ein unauffälliger junger Mann, der sich mit kellnern seinen Lebensunterhalt verdient. Wo er mal hin will im Leben, weiß er noch nicht. Er weiß nur eins: dass er in Marie verliebt ist. Die kommt immer mit ihren Kommilitonen in das Cafe, in dem David arbeitet. Die Literaturwissenschaftsstudenten philosophieren am liebsten über Romane und die Kunst des Schreibens. Da kann David leider nicht mithalten. Doch als er in einer Kommode, die er auf dem Flohmarkt gekauft hat, das Manuskript einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte findet, sieht er seine Chance gekommen. Er setzt seinen Namen unter den Roman und gibt ihn Marie zu lesen. Sie ist von „Sophie Sophie“ so begeistert, dass sie das Manuskript ohne Davids Wissen, an einen Verlag schickt. Sie selbst sieht in plötzlich in einem neuen Licht und verliebt sich in ihn. Eh es sich der schüchterne David versieht, geht der Roman unter dem neuen Namen „Lila Lila“ in den Druck und stürmt kurz darauf die Beststellerlisten. Nach vielen Zweifeln beginnt er den Erfolg und vor allem die Beziehung zu Marie zu genießen. Bis eines Tages ein Mann vor ihm steht, der sich als wahrer Buchautor zu erkennen gibt. Fliegt nun alles auf?

Kritik: Wer träumt nicht davon reich und berühmt zu sein, zum Beispiel als angesehener und geschätzter Romanautor. Aber was wenn dieser Erfolg auf Lügen aufgebaut ist? In dieser Situation steckt Hauptfigur David – überzeugend gespielt von Daniel Brühl. Um diese Problematik dreht sich der Film und um eine, na sagen wir eher unromantische Liebesgeschichte. Marie verliebt sich nämlich vor allem in den Roman (wie sie selbst irgendwann feststellt) und in den Autor, den David vorgibt zu sein. Kann so etwas gut gehen? Mit diesen Fragwürdigkeiten wandelt dieser deutsche Film zwischen Komödie und Drama, mal mehr das Eine, mal mehr das Andere. Die Ausgangslage ist noch ganz spannend, aber zur Mitte hin zeigt der Film kleine Schwächen. Mit Jacky – gut gespielt von Henry Hübchen, den wir bereits in „Whiskey mit Wodka“ in einer Trinkerrolle erleben konnten – beginnt das Chaos und durch dessen Einmischung geht die Geschichte in eine etwas andere Richtung. Da Jacky kein kaltblütiger Erpresser ist, sondern mehr ein, vom Leben gezeichneter Mann, der nur ein Stückchen von Davids Ruhm abkriegen will, rutscht die Geschichte zunehmend ins Dramatische. Für eine reine (Liebes-)Komödie verarbeitet „Lila Lila“ einfach zu schwere Brocken. Wer mit diesem Wissen, bzw. keiner falschen Erwartung in diesen Film geht, kann durchaus zufrieden wieder herauskommen. Vor allem das Ende „entschädigt“ die zeitweise deprimierende Stimmung, indem es nicht mitten aus dem Leben, sondern eher von einem Hollywoodstreifen abgeguckt ist. Nichts desto trotz kann der Film, nach dem gleichnamigen Roman von Martin Suter mit guten schauspielerischen Leistungen punkten und wer sich an den kleinen Haken der Story nicht stört, wird sich kurzweilig ganz gut unterhalten fühlen

„Lila Lila“ lief am 17. Dezember 2009 in den deutschen Kinos an.

3 Sterne

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Eine Antwort zu Film | Lila Lila (Kritik)

  1. […] Lauda, gespielt von Chris Hemsworth („The Cabin in the woods“, „Thor“) und Daniel Brühl („Lila Lila“, „Inglourious Basterds“), hervorzuheben. Wie vor allem Brühl in die Rolle hineingeschlüpft […]

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