Film | Gegen jeden Zweifel (Kritik)

Handlung: Der junge C.J. ist ein aufstrebender Fernsehjournalist. Mit seiner Dokumentation über eine drogenabhängige Schwarze, die unentdeckt ein Kind zur Welt bringt, gewann er einen begehrten Nachwuchspreis. Das brachte ihn zwar raus aus der Provinz, zu einem bekannten Fernsehsender, doch das reicht dem ehrgeizigen Mann noch nicht. Die Berichte und Reportagen über günstigen Kaffee und den neusten Hundewettbewerb langweilen ihn und seinen Kollegen, den Kameraassistenten Corey. Daher plant C.J. den großen, Ruhm und Erfolg bringenden Coup. Er will dem überheblichen Anwalt Hunter nachweisen, dass er forensische Beweise im Gerichtsverfahren fälscht, um Angeklagte, deren Schuld eigentlich nicht vollständig beweisbar ist, hinter Gittern zu bringen. Dieser Methode soll es Hunter zu verdanken haben, dass er schon seit 17 Gerichtsverhandlungen „ungeschlagen“ und dadurch zum umjubelten Staranwalt aufgestiegen ist. Sogar als nächster Gouverneur ist er im Gespräch. C.J. hat einige Prozesse mitverfolgt und ist sich ganz sicher, dass Hunter die entscheidenden Beweise fälscht. Nachwuchsanwältin Ella ist Hunters Schützling und besorgt C.J. wertvolles Informationsmaterial zu den Fällen ihres Bosses. Doch der Chefredakteur schenkt C.J. keinen Glauben und will von den schwerwiegenden Vorwürfen nichts hören, geschweige denn eine Story dazu machen. So schmiedet C.J. einen gefährlichen Plan: Er gibt sich als Täter eines Mordes an einer Prostituierten aus, indem er gezielt Verbindungen zu sie sich herstellt, die aber noch keine klaren Beweise sind: Das gleiche Outfit wie der Täter, das gleiche Messer, ein entsprechender Hundebiss am Bein. Das alles lässt er von Corey filmen, der bei der Sache mitmacht. Nachdem C.J. einen Köder für die Polizei ausgelegt hat, geht alles ganz schnell: Er wird verhaftet und für den Mord an der Prostituierten angeklagt. Seine Schuld muss niemand geringeres als Hunter beweisen.

Kritik: Originelle Geschichten sind es, die einen Film oftmals ausmachen. Aber sind sie auch ein Garant für einen rundherum gelungenen Streifen? Wie „Gegen jeden Zweifel“ beweist ist das wohl nicht so, und das obwohl es sich diesem Fall sogar um eine Zweitverwertung handelt. Denn das Ganze ist ein Remake des gleichnamigen Justizthrillers von 1965. Mit moderneren Mitteln für Aufklärung von Straftaten versucht dieser Film in die heutige Zeit zu passen, aber leider bleibt offen welchen Anspruch er dabei erhebt. Altstar und Könner Michael Douglas lässt mit seiner Präsenz auf einen hochkarätigen Justizthriller hoffen, die Jungstars Jesse Metcalfe, Amer Tamblyn und Joel Moore agieren aber eher, wie in einem zweitklassigen Teeniefilm. Obwohl die Handlung in ihren Grundzügen durchaus spannend und interessant ist, rutscht die Darstellung zeitweise ins Absurde oder Alberne an. Gute Beispiele dafür sind eine nervige Verfolgungsjagd in einer Tiefgarage und der merkwürdige Schlussdialog, der einen allzu bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Auch die Schnitte und Kameraführungen wirken des Öfteren etwas unbeholfen und lieblos. Diese Stolpersteine verderben dem Zuschauer einen runden Filmgenuss. Der Regisseur wollte in diesen Film wohl für alle etwas einbringen: Liebe, Herzschmerz, Action, Drama und Thriller – und das alles auch noch ansprechend für junge Zuschauer (dazu die jugendlichen, frechen und verliebten Darsteller) und ebenso für den anspruchsvollen Kinogänger, der sich dank Michael Douglas gut aufgehoben fühlen soll. Dass so ein Mix aber auch problematisch sein kann, zeigt sich immer mal wieder: Nicht alles passt zusammen und manchmal weiß man nicht, ob man lachen, weinen oder Angst bekommen soll. „Gegen jeden Zweifel“ hat durchaus Potential einen spannenden Kinoabend zu gestalten, aber völlig ohne Abzüge bleibt dieser Kinobesuch nicht. Dazu gibt es einfach zu viele Ungereimtheiten und Kontraste, die den Film unausgewogen erscheinen lassen. Wer die Original-Geschichte nicht kennt, wird den Streifen wahrscheinlich mit einem brauchbaren Maß an Interesse verfolgen und im Großen und Ganzen unterhalten werden. Wer aber eine durchstrukturierte und runde Handlung mit viel Raffinesse und Gefühl für die entsprechende visuelle Darstellung erwartet, wird vermutlich etwas enttäuscht aus diesem Film heraus kommen.

Fazit: Eine gute Grundgeschichte wird leider überschattet von einigen Mängeln: Zu wenig packendes Justizdrama und zuviel Teeniethriller mit zum Teil mißglückten Szenen und Kameraführungen. Daher nur eingeschränkt zu empfehlen.

Gegen jeden Zweifel startet am 04. Februar in den deutschen Kinos

2.5 Sterne

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