Made in Asia

Verschiedene Filmposter Asia-Filme

Asiatische Filme sind verrückt! Natürlich nicht zwangsläufig, aber bei ihnen liegt die Wahrscheinlichkeit schon um einiges höher spleenige Szenen zu erleben als bei anderen Nationen. Japanische, chinesische, koreanische und thailändische Streifen schwappten erst nach und nach zu uns nach Deutschland – vorwiegend auf DVD, zu finden in der stetig wachsenden „Asia“- oder „Eastern“-Abteilung in den hiesigen Geschäften. Ins Kino schaffen es die Wenigsten. Wenn einige der Ideen allerdings Anklang in Hollywood finden, dann werden die asiatischen Vorbilder einfach mit Amis nachgedreht und das Ganze als „Remake“ vermarktet. Was bei „The Ring“ und „The Grudge“ (beides japanische Originale) vielleicht noch ganz gut klappte, wirkt inzwischen nur noch lächerlich. Da werden Filme wie „Oldboy“ oder „A tale of two sisters“ (beide aus Südkorea) neu produziert, obwohl die Originale selbst nur einige Jahre alt sind. Aber es fehlen den großen Filmverleihern halt die publikumswirksamen Namen oder die westliche Kulisse, vielleicht haben sie auch nicht so viel Spaß an synchronisierten Filmen wer weiß. Jedenfalls entstehen dadurch billige Abklatsche, die man sich getrost schenken kann – dann lieber die Videothek aufsuchen und das asiatische Original genießen!

Aber Asia-Filme sind nicht nur Grusel-Storys in denen ein Mädchen mit langen schwarzen Haaren vorm Gesicht im Fokus steht. Nein, nein, da gibt es noch eine Menge anderer Sachen, die gerne mal einen Hang zum Abgedrehten haben. Eine Perle ist dabei „Save the green planet“ (Südkorea) der eine so bunte Mischung aus Komödie und Tragödie ist, wie ich es selten in einem Film erlebt habe. Trotz der Schrägheit werden sehr tiefgründige Aspekte angesprochen, da bleibt schon eine Menge von hängen. Das Themenspektrum der asiatischen, verrückt angehauchten Filme ist so breit wie ihre Kultur exotisch erscheint. Da geht es um punkige Mädchenbanden und die Leidenschaft für den Kleidungsstil des Rokoko („Kamikaze Girls“, Japan), die Geheimnisse des Baseball-Spiels („Battlefield Baseball“, Japan), den Streit und den Zusammenhalt in Großfamilien („The Quiet Family, Südkorea; „Die Famillie mit dem umgekehrten Düsenantrieb“, Japan); böse Jungebanden die das Gesetz missachten („Attack the Gas Station“, Korea) oder allerlei quietsche-bunte Geschichten rund um zwischenmenschliche Beziehungen (Survival Style 5+, Japan). Diese Art des Erzählens und Darstellens ist sicherlich nicht für jeden etwas, denn konventionelles Kino hat damit herzlich wenig zu tun. Man muss diese Filme einfach auf sich wirken lassen und seinen Spaß daran finden. Denn in allem was die Asiaten auf Zelluloid bannen, spiegelt sich eine Menge von ihnen wider. Ihre Ideale, ihre Ziele, ihre Schwächen und natürlich ihr Verständnis für Humor – der sicherlich mit unserem deutschen oder auch europäischen nicht vergleichbar ist. Aber gerade das macht diese Filme so interessant und gibt besondere Einblicke in andere, ferne Kulturen.

Wer noch nicht so tief in diese Welten eingetaucht ist, der hat vielleicht durch eine handvoll Fernost-Filme, die auch in unseren Gefilden gewisse kommerzielle Erfolge verbuchen konnten, ein paar Eindrücke gewonnen. „Shaolin Kickers“ (Hongkong) oder „Kung Fu Hustle“ (China) bieten ebenfalls eine Menge Stoff zum Staunen und Schmunzeln. Wem das gefallen hat, der sollte vielleicht einmal durch die Asia-Ecken der DVD-Läden streifen und sich ein wenig überraschen lassen, was dort so feines schlummert.

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