Film | Shutter Island (Kritik)

Filmposter Shutter Island

Handlung: 1954: US-Marshall Teddy Daniels muss für einen neuen Fall auf die geheimnisvolle Insel Shutter Island reisen. Ihm zur Seite wird der Polizist Chuck Aule gestellt, mit dem er vorher noch nicht zusammen gearbeitet hat. Auf der Insel befindet sich eine streng bewachte Psychiatrie, aus der eine gefährliche Patientin verschwunden ist. Chuck und Teddy machen sich an die Ermittlungen, aber stoßen schon sehr bald auf Widerstände. Sie dürfen keine Patientenakten einsehen und auch die Befragungen der Belegschaft und der Patienten gestalten sich schwierig und werfen mehr Fragen auf als sie klären. Zu allem Überfluss zieht auch noch ein Sturm mit Unwetter zur Insel, wodurch die Fähre – der einzige Weg zurück aufs Festland – nicht ablegen kann. So sitzen die beiden Polizisten erstmal auf der Insel fest und überlegen wie sie weiter vorgehen sollen. Doch dann findet Chuck heraus, dass Teddy nicht nur zur Aufklärung des Falles auf die Insel gekommen ist. Vielmehr sucht er dort nach Andrew Laeddis, einem psychisch gestörten Insassen, der seine Frau auf dem Gewissen hat. Ständig quälen Teddy Träume, in denen er seiner verstorbenen Frau Dolores begegnet. Kann er Laeddis in der Anstalt finden und hilft ihm das mit seiner Vergangenheit abzuschließen? Oder verbirgt Shutter Island etwa noch viel mehr als vermutet?

Kritik: Erfolgsregisseur Martin Scorsese (Departed – Unter Feiden; The Aviator) schnappte sich kürzlich seinen Lieblingsdarsteller Leonardo DiCaprio und den Mysteryroman „Shutter Island“ um ihn in einen Film zu verwandeln. Herausgekommen ist ein etwa 2-stündiger, gleichnamiger Streifen, der sich ziemlich nah an die Romanvorlage hält. Sobald die düstere Insel hinter dem Nebel auftaucht, macht sich Gänsehautstimmung breit. Schnell beginnen die Fragen, Überlegungen und Unstimmigkeiten, wodurch automatisch die Aufmerksamkeit des Publikums eingefangen wird. Das ist schon mal eine gute Voraussetzung für einen spannenden, rätselhaften Film, der den Zuschauer bei der Stange halten soll. DiCaprio gibt den gebeutelten US-Marshall überzeugend und Altmeister Ben Kingsley mimt den undurchsichtigen Anstaltspsychologen routiniert. Vor allem beim überraschenden Ende drehen die Darsteller richtig auf und bringen so ein beeindruckendes Finale zustande. Nichts desto trotz beinhaltet der Film auch einige Schwächen. Die Musik ist etwas eintönig sowie wenig gekonnt eingesetzt und auch der Schnitt ist an einigen Stellen auffallend schlecht. Daher wirkt der Film zeitweise etwas drittklassig und nicht wie ein Hollywood-Film in dem nichts dem Zufall überlassen wird. Die Traumsequenzen von Hauptfigur Teddy sollen sich vermutlich durch Surrealität auszeichnen, aber sie sind zum Teil so lang gezogen, dass sie eher lächerlich wirken. Diese Wehrmutstropfen könnten den Zuschauer gelegentlich aus dem gebannten Filmerlebnis herausreißen und damit für ein paar Unstimmigkeiten sorgen. Aber wer den Roman von Dennis Lehane kennt, fühlt sich fast 1:1 in die dort beschriebene Welt versetzt. Natürlich bleibt es schwer einen guten Roman zu 100 Prozent erfolgreich auf die Filmleinwand zu projizieren, da immer Teile wegfallen müssen, die der ein oder andere als wichtig erachtet. Aber hier ist die Umsetzung verhältnismäßig gut gelungen. Wer die Geschichte noch nicht kennt kann sich auf viel Spannung, Gänsehautstimmung und ein Ende gefasst machen, dass einen mit großer Sicherheit überraschen wird.

Fazit: Spannender Psychothriller, der sich eng an die Romanvorlage hält. Von Anfang bis Ende Gänsehautstimmung, die in ein überraschendes Finale gipfelt. Abzüge gibt es für schlechten Schnitt und den monotonen Einsatz von Musik. Visuell hätte sich das Geschehen noch etwas mehr entfalten können, aber dennoch ist der Streifen sehenswert für Fans von undurchsichtigen, düsteren Filmen.

Der Film startet am 25. Februar 2010 in den deutschen Kinos.

3.5 Sterne

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3 Antworten zu Film | Shutter Island (Kritik)

  1. christiansfoyer sagt:

    Hm, ich halte zwar gerade den Einsatz von Musik und Soundeffekten für eine der großen Stärken des Films, aber darüber lässt sich sicherlich streiten😉
    Die Traumsequenzen fand ich auch nicht durchgehend geglückt, da sie tatsächlich ein paar Mal zu oft aus der eigentlichen Geschichte herausreißen, aber insgesamt hat mir der Film auf jeden Fall sehr gut gefallen

  2. […] Dom Cobb dazu, exzellent gespielt von Leonardo DiCaprio, der bereits in seiner letzten Rolle in „Shutter Island“ Bekanntschaft mit den Untiefen der menschlichen Psyche machen konnte. Welche Geschichte sich hinter […]

  3. […] In den Jahren darauf folgten Filme wie „Departed – Unter Feinden“, „Aviator“, und „Shutter Island“. DiCaprio tat gut daran, denn die Rollen, die er unter Regie des Altmeisters Martin Scorsese, […]

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