Film | Avatar – Aufbruch nach Pandora (Kritik)

Filmplakat Avatar - Aufbruch nach Pandora

Handlung: Der Ex-Marine Jake Sully ist nach einer schweren Verletzung von der Hüfte abwärts gelähmt und muss seine erfolgreiche Laufbahn beenden. Doch dann bietet sich ihm eine einmalige Chance: Sein Zwillingsbruder, der seit Jahren als Wissenschaftler an einem großen Projekt mitarbeitete, stirbt bei einem Überfall. Da Jake und er die gleiche DNA haben, wird er gebeten den Platz des Verstorbenen in dem Projekt einzunehmen. Er schlüpft in die Rolle eines Avatar, der aus der DNA seines Bruders und der eines Na´vi hergestellt wurde. Na´vis sind die Ureinwohner des Planeten Pandora, zu dem die große Crew reist, um diese Wesen zu erforschen. In der Gestalt eines großen, schlaksigen Na´vis erlebt Jake fasziniert die bunte Welt auf dem sonderbaren Planeten. Endlich kann er wieder gehen und erforscht voller Tatendrang die imposante Natur, in deren Schoß die Na´vis friedlich leben. Doch schon beim ersten längeren Forschungsausflug in die dschungelhafte Landschaft, gerät Jakes Avatar in Gefahr und muss die Nacht alleine dort verbringen. Schließlich trifft er auf die selbstbewusste Neytiri, die ihn zu den Anführern der Bewohner Pandoras bringt. Sie entscheiden Jake nicht zu töten, sondern ihn die Gebräuche und Fähigkeiten der Na´vis zu lehren. Ausgerechnet Neytiri wird damit betraut und verbringt von nun die meiste Zeit mit ihm. Jake findet immer mehr Gefallen am Leben als Einwohner Pandoras, doch auch als Teil des Forschungsteams hat er seine Pflichten zu erfüllen. Außerdem gibt es auch noch ganz andere Pläne mit dem reichhaltigen Pandora, denn dort gibt es ein ungewöhnlich hohes Vorkommen einer sehr wertvollen Substanz.

Kritik: „Avatar“ ist in aller Munde – und das bei uns seit mindestens elf Wochen, denn so lange läuft James Camerons Spektakel bereits in den deutschen Kinos. Wohlgemerkt sind die meisten Vorstellungen immer noch sehr gut besucht oder sogar ausverkauft. Teuerster Film aller Zeiten, der erfolgreichste Streifen überhaupt (zumindest was die Einnahmen angeht), Abräumer bei den Golden Globes und nun auch noch der große Oscarfavorit. Wer den Film also erst jetzt anschaut (so wie ich), hat all diese Dinge im Hinterkopf und fragt sich umso gespannter was ihn da wohl erwartet. Sitzfleisch ist in jedem Fall gefragt und außerdem wache Augen, wenn man es richtig macht und das Animationsabenteuer in 3D ansieht. Wenn auch nicht gerade günstig, aber in diesem Fall lohnt sich die Investition mehr denn je. Denn mit den 3D-Filmen die noch zu Beginn der hochgelobten „3D-Revolution“ ins Kino kamen („Monster vs. Alien“ oder „My bloody valentine“) hat das hier nicht mehr viel zu tun. Wer die Brille aufsetzt, gerät mitten in eine fantastische Welt hinein, in dem Fall von „Avatar“ in die bezaubernden Landschaften von Pandora. Das sind nicht bloß Wiesen und Bäume, sondern Berge, frei schwebendes Geäst, ein weiter Himmel und eine beeindruckende Flora und Fauna.

Die Reise, die der Zuschauer in „Avatar“ unternimmt, ist eigentlich identisch mit der des Protagonisten. Als Neuling gerät er in das Wissenschaftsprojekt und taucht immer und immer tiefer in die fremdartige Welt von Pandora ein. Sein Leben erhält neuen Sinn, er kann wieder rennen und unabhängig sein, sich ernsthaft beweisen, dazu lernen und sich verlieben. Cameron entwarf in Jahre langer Arbeit ein wahres Epos in einer komplett animierten Welt. Die Menschen sind hierbei nur die Besucher beziehungsweise die Eindringlinge. Dabei wird die Verderbtheit der Menschen einmal mehr in all seiner Härte dargestellt. Dem Bösewicht (Colonel Miles Quaritch) steht die Skrupellosigkeit ins Gesicht geschrieben und in seiner wilden Entschlossenheit wird er schon etwas überspitzt dargestellt. Mitten im schreckenbringenden Angriff auf die Na´vis schlürft er noch lässig seinen Kaffee. Sigourney Weaver hingegen verkörpert als Grace Augustine eine resolute Wissenschaftlerin, die alles daran setzt, die blauhäutige Spezies in friedlicher Absicht zu erkunden und kennen zu lernen. Zwischen diese Fronten gerät nun die Hauptfigur Jake, der sich vom ungeübten Ersatzmann für seinen verstorbenen Bruder, zum mutigen Helden mausert, der erkennt worauf es im Leben ankommt und wofür es sich zu kämpfen lohnt. Klingt kitschig? Ist es im Grunde auch, aber dieses „simple“ Konstrukt ist in einen 165-minütigen Bilderrausch verpackt. Perfekte Animationen mit Liebe fürs Detail werden mit kühlen „Realszenen“ gepaart – worin der Zuschauer lieber verweilt, ist nicht schwer zu erraten. Genau hier liegt der Knackpunkt des Filmes: Die schöne, neue Welt zieht in einen Bann und bleibt einfach im Gedächtnis haften. Gespickt mit Action, Humor, Abenteuer und Liebe entsteht ein Filmerlebnis, dass man so selten zu sehen bekommt. Die beeindruckende 3D-Technik rundet diesen Augenschmaus ab. Abgesehen davon, dass die Handlung letztlich doch in einfachen Mustern gestrickt und damit einhergehend auch ein wenig vorhersehbar ist (Aufbau eines Spannungsbogens, Katastrophe, Tiefpunkt, langsamer Neuaufbau und Happy End), hat „Avatar“ eine Menge zu bieten. James Cameron erfindet das Rad zwar nicht neu was die Handlung angeht, doch er liefert eine großartige Vision von der Möglichkeit des Filme-Drehens und Filme-Sehens.

Fazit: Cameron liefert mit diesem Mammutwerk erstklassige Unterhaltung, bei der vor allem die ausgereiften Animationen punkten können. Die fantasievolle und einmalige Welt Pandoras lädt zum Versinken ein – diese Landschaften sollte man sich in jedem Fall in 3D ansehen. Dieses besondere Erlebnis lässt auch darüber hinwegsehen, dass die reine Handlung und die schwarz/weiß-Zeichnung der Charaktere nicht so innovativ sind.

Der Film läuft bereits seit dem 17.Dezember 2009 in den deutschen Kinos.

4 Sterne

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5 Antworten zu Film | Avatar – Aufbruch nach Pandora (Kritik)

  1. spanksen sagt:

    Avatar muss ich unbedingt auch noch in 3D sehen!

  2. […] „Alice im Wunderland“ kommt auf die große Leinwand, und das auch noch in 3D! Im Gegensatz zu „Avatar, Aufbruch nach Pandora“ habe ich dieses Animationsabenteuer nur in 2D angesehen und kann daher nicht beurteilen, wie viel […]

  3. Ich habe den Film auch in 3D gesehen, die vielen Effekte waren echt geil.

    Da werden sicherlich noch viele solcher Filme folgen oder?!

    Gruß
    Viet

    • cap82 sagt:

      Da gehe ich fest von aus. Ich glaube animierte Filme haben dabei aber einen klaren Vorteil, denn hier kommt die Technik besonders gut zur Wirkung.
      Gruß, CaPo

  4. […] weiteren Rollen sind Zoe Zaldana („Avatar“), Lee Pace, Glenn Close und Benicio Del Toro („Savages“) zu sehen, eine Starriege, die sich […]

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