Film | Auftrag Rache (Kritik)

Filmplakat "Auftrag Rache"

Handlung: Thomas Craven ist ein gewissenhafter und beliebter Polizist, der langsam in die Jahre kommt. Er lebt allein und freut sich daher besonders, als seine bereits erwachsene Tochter Emma ihn besucht. Der Kontakt zwischen den Beiden ist nicht besonders eng, daher hat Thomas wenig Anteil an Emmas Leben. Kurz nach Emmas Ankunft am Bahnhof fällt Thomas auf, dass es ihr nicht besonders gut geht, doch sie versichert ihm, dass alles in Ordnung ist. Erst als es ihr nach der Ankunft im Haus des Vaters noch schlechter geht, will Thomas sie ins Krankenhaus bringen – doch dann geschieht es: Ein Unbekannter erschießt Emma, sie hat keine Chance ihm zu erklären was mit ihr los ist. Thomas Kollegen sind der Überzeugung, dass er eigentlich Ziel des Attentats war und seine Tochter nur versehentlich getroffen wurde. Doch nachdem sich Thomas vom ersten Schock erholt hat, findet er eine Waffe in den Habseligkeiten seiner eigentlich friedliebenden Tochter und stößt auf Unstimmigkeiten. Bald kommt er zu der Überzeugung, dass es jemand gezielt auf Emma abgesehen hatte und nicht auf ihn. Er beginnt auf eigene Faust in dem mysteriösen Fall zu ermitteln und kennt dabei keine Gnade, denn das wofür es sich zu leben lohnte, hat er bereits verloren.

Kritik: Still geworden ist es um Mel Gibson, seinen letzten größeren Auftritt auf der großen Leinwand hatte er 2002 im Mysteryfilm „Signs – Zeichen“. Doch nun ist er zurück – und das gleich in einem Alleingang als gebrochener Vater, dem die geliebte Tochter genommen wurde. Gibson ist genau der richtige für den Job. Als sympathischer Polizist, dem durch den Tod der Tochter der Boden unter den Füßen weggerissen wurde macht er eine gute Figur. Und auch wenn er nicht mehr der Jüngste ist, nimmt man ihm seine kraftvolle, kämpferische Haltung problemlos ab. Die Geschichte die sich um die Figur des alternden Polizisten rankt basiert auf einer britischen BBC-Serie aus den Achtzigern und wird verhältnismäßig ruhig erzählt. Ähnlich wie Detektiv Thomas Craven die Puzzlestücke rund um den Tod seiner Tochter zusammensetzt, so erkennt auch der Zuschauer erst allmählich den größeren Zusammenhang des Ganzen. Überwältigende Überraschungen gibt es dabei zwar nicht, aber eine gewisse Spannung auf den Ausgang der Handlung wird dennoch erzeugt. Interessant ist auch die Tatsache, dass Craven seine Tochter erst nach ihrem Tod richtig kennen lernt. Erst sein loser Kontakt zu ihr, macht es nun nötig so detailliert in ihrer Vergangenheit zu forschen. Dadurch lernt er erst ihre Lebensumstände, ihre Lebensweise und ihre Überzeugung kennen. Dass er sich an sie vor allem als kleines Mädchen erinnert, verdeutlicht ebenfalls wie wenig er sie als erwachsene Frau kannte. Sein Bild über sie setzt sich erst im Laufe des Films durch seine Enthüllungen zusammen. Leider begleiten den Film einige Unstimmigkeiten, was schon damit anfängt dass der Protagonist seinen Vergeltungszug unbehindert fortführen kann auch wenn ihm bereits Mord vorgeworfen wird. Außerdem ist das Niveau einer Fernsehserie dem Film immer noch ein wenig anzumerken. Es fehlen die echten nervenzerreibenden Spannungshöhepunkte, stattdessen plätschert die Handlung ein wenig vor sich hin. Es mangelt an der Kraft den Zuschauer in das Geschehen hineinzuziehen, wenn überhaupt gelingt es höchstens Gibson einige Male wenn er mit seinen Gefühlen zu kämpfen hat. Die eingefügten sentimentalen Szenen, wenn er in Erinnerungen an die kleine Tochter schwelgt oder sogar ihre Stimme von irgendwo mit ihm reden hört, sind für sich genommen noch ganz nett. Doch sie passen nicht so recht in das Gesamtkonzept der Handlung hinein. „Auftrag Rache“ ist ganz klar auf Mel Gibsons Darstellung der Figur Craven fokussiert, und seinen ganz persönlichen Weg der Rache. Mal ganz ruhig und nachdenklich, mal brutal und entschlossen verkörpert der routinierte Schauspieler diese Figur sehr gut und spätestens seit „The Punisher“, „Kill Bill“ und „Oldboy“ wissen wir wie gut Rachefeldzüge ankommen können. Doch dieses Werk von Regisseur Martin Campbell schafft es nicht, eine besonders gute Umsetzung dieser Thematik zu schaffen.

Fazit: Mel Gibson ist als rachesuchender Polizist Dreh- und Angelpunkt dieser Mischung aus Drama und Actionthriller. Der Film bietet damit einen tollen Hauptdarsteller und erzeugt durchaus spannende Momente. Aber insgesamt fehlt es „Auftrag Rache“ doch zu sehr an Qualität und der Möglichkeit in das Geschehen einzutauchen – daher ein eher durchschnittlicher Film.

„Auftrag Rache“ läuft am 11. März 2010 in den deutschen Kinos an.

2 Sterne

weitere Filmkritiken

2 Antworten zu Film | Auftrag Rache (Kritik)

  1. Anna sagt:

    Hey,
    na das nenn ich mal eine gute Inhaltsangabe!;)
    Ja, besonders spannend war der Film wirklich nicht.
    „Fernsehfilmchen“ trifft’s finde ich sehr gut…
    Viele Grüße
    Anna

    • Mike sagt:

      Eine gute Inhaltsangabe, dem stimme ich voll und ganz zu. Dabei hat mich die Schlussszene, wo Mel Gibson (oder eher Thomas Craven) von der Tochter „abgeholt“ wird, im Besonderen gestört … Es ist doch nur ein „Fernsehfilmchen“. Erwartet habe ich eher etwas wie „Payback“.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s