Film | Unsere Ozeane (Kritik)

Filmplakat "Unsere Ozeane"

Springende Delfine, jagende Haie, sich sonnende Robben und wandernde Krebse: Die französischen Naturfilmer Jacques Perrin und Jacques Cluzaud präsentieren faszinierende Bilder aus den Meeren und von den Küsten & Stränden unserer Erde. Aus einmaligen Perspektiven (beispielsweise unmittelbar unter einem Rochen hindurch) und mit völlig neuen Einblicken in eine unterschätzte und größtenteils unbekannte Welt. Trotz der Schönheit und Friedlichkeit der Bilder schwimmt ein kritischer Unterton mit. Denn Umweltverschmutzung und Klimawandel bedrohen die Artenvielfalt der Unterwasserwelt. Trotz beeindruckender Aufnahmen bleibt der Aussagegehalt allerdings auf der Strecke. Vielleicht wollten die Filmemacher den mahnenden Zeigefinger nicht zu sehr erheben um die Menschen vordergründig wegen der schönen Aufnahmen ins Kino zu locken und nicht mit zuviel Moralgehalt abzuschrecken, aber dennoch empfand ich die eingestreute Kritik als zu knapp. Gerade weil das Leben in den Meerestiefen so geheimnisvoll, fremd und unbekannt ist, wären außerdem mehr Beschreibungen und Erläuterungen des Gesehenen von Vorteil gewesen. Auch unter dem Aspekt, dass Eltern mit ihren Kindern den Film ohne Altersbeschränkung besuchen, hätten mehr Erklärungen der Bilderwelt mehr Gewinn erbracht. So entwickelt sich „Unsere Ozeane“ an vielen Stellen in Richtung Belanglosigkeit und könnte auch eine Dokumentation sein, die im Fernsehprogramm läuft – obwohl sie dafür schon wieder zu wenig informativ ist. Die Sequenzen in denen der Großvater dem Enkel beeindruckte Dinge zeigt, auf Probleme hinweist oder Lebensweisheiten mitgibt, wirken dagegen schon wieder zu philosophisch und pathetisch um sich gut in den Film einzufügen. Trotz dieser Haken bleiben dem Zuschauer tolle Aufnahmen vom Meer und deren Bewohner, die von den beiden Filmemachern über vier Jahre hinweg gesammelt wurden. Das Händchen für besondere Details und noch nie gesehene Aspekte haben die Macher in jedem Fall, aber wer sich Informationen und eine Begleitung durch das Geschehen wünscht, wird enttäuscht. Man ist gezwungen alleine durch den Film zu „gehen“ und es liegt im persönlichen Ermessen welchen Schluss man daraus zieht. Manchen mag das reichen weil es durch die tollen Aufnahmen wettgemacht wird, aber manche werden sich etwas verloren fühlen und dem Film so nicht genug abgewinnen können. Ich gehöre zu letztere Kategorie.

Der Film läuft seit dem 25. Februar in den deutschen Lichtspielhäusern.

2.5 Sterne

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Eine Antwort zu Film | Unsere Ozeane (Kritik)

  1. pramudiya sagt:

    Genau den Eindruck hat der Film auch bei mir hinterlassen.
    Ich hätte es (auch) besser gefunden wäre dem Zuschauer entweder mehr Informationen oder gar keine mitgeteilt worden.

    Was ich noch ausser den sagenhaften Naturaufnahmen gut fand war der wirklich herausragende Score zum Film.

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