Film | Prince of Persia (Kritik)

Filmplakat Prince of Persia

Handlung: Persien im sechsten Jahrhundert: König Sharaman regiert mit Weisheit und Güte über sein Volk und überlässt seinen Söhnen immer mehr Handlungsfreiheit. Neben den zwei leiblichen Söhnen Prinz Tus und Prinz Garsiv hat er vor vielen Jahren den mutigen Waisenjungen Dastan bei sich aufgenommen, der ihn in seinem Handeln beeindruckte. Inzwischen wird dieser zwar von den Brüdern und dem beschützenden Onkel Nizam –dem Bruder dem Königs – voll in der Familie akzeptiert, doch ihm wird noch am wenigsten zugetraut. Wie sehr sein Einsatz aber noch gefordert ist, davon ahnt der ungestüme Dastan nichts. Alles beginnt mit dem Angriff auf das Reich Alamut, dessen Bewohner unter dem Verdacht stehen, Waffen für die Feinde des Königs anzufertigen. Dank Dastans Mut und Einsatz wird das Reich von dem königlichen Heer mit möglichst wenig Blutvergießen und Verlusten zur Aufgabe gezwungen. Eher zufällig gelangt Dastan beim Kampf mit einem Krieger Alamuts an einen auffälligen Dolch. Als Tamina, die Prinzessin des Reiches Almut, den Dolch bei ihm entdeckt, kennt sie nur noch ein Ziel: Diesen irgendwie zurückzubekommen, denn er birgt eine geheimnisvolle Macht, die in den falschen Händen großen Schaden anrichten könnte. Wenig später erhält sie die Gelegenheit dazu, denn Dastan sieht sich dazu gezwungen das Königreich in dem er groß geworden ist zu verlassen. Wegen eines vergifteten Mantels, denn er unwissentlich seinem Vater schenkte, und der dadurch gestorben ist, wird er als Mörder und Verräter von den eigenen Brüdern verfolgt. Zusammen mit Prinzessin Tamina flüchtet er vor den Truppen und setzt alles daran seine Unschuld zu beweisen. Seine attraktive Begleitung hingegen hat es nur auf den Dolch abgesehen, egal was es kostet. So beginnt für das ungleiche Paar eine aufregende Reise auf der Suche nach der Wahrheit und Gerechtigkeit.

Kritik: Wenn beliebte Videospiele verfilmt werden, dann kann das ein respektables Ergebnis bringen (wie bei „Resident Evil“) oder ziemlich in die Hose gehen (hier fällt mir auf Anhieb „Silent Hill“ und „Alone in the dark“ ein). Es ist aber auch nicht leicht aus einem guten Spiel, in dem jeder Spieler daraus etwas Eigenes kreiiert, einen Kinofilm der machen, der alle Geschmäcker gleichermaßen bedient. Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer (verantwortlich für die „Fluch der Karibik“-Reihe) machte sich nun beim Spieleklassiker des Jump´n Run-Genre „Prince of Persia“ daran, etwas zu schaffen was die Massen begeistert und heuerte dafür Jake Gyllenhaal als Perserprinz an. Der macht sich in der ungewohnten Rolle des Actionhelden ganz gut, kennen wir ihn doch eher als depressiven Sonderling Donnie Darko. Der Figur Dastan fehlt es insgesamt vielleicht ein wenig an Tiefe und echtem Charakter, denn er verkörpert vorrangig die großen Attribute des Guten: Schlau, gerecht und mutig. Auch Sir Ben Kingsley ist zu sehr an solche Attribute gebunden um noch viel Tiefe in seine Figur des Onkels zu bringen. Das Bondgirl Gemma Arterton ergibt zusammen mit Gyllenhaal ein gutes Gespann, dass in dem Wirrwarr von Kampfszenen und Special Effects des Streifens erstmal zueinander finden muss. Aber da wo sie etwas für das männliche Auge bietet, da können sich die weiblichen Zuschauer ebenso an Jakes gut gebautem Körper satt sehen. Hier herrscht also schon mal Gerechtigkeit. Dass ein Film wie „Prince of Persia“ vor Actionszenen und Effekten nur so trieft ist selbstverständlich, aber zu Beginn bricht das doch etwas zu sehr über den Zuschauer hinein. Da fehlt noch der nötige Überblick über die Konflikte und die Figurenkonstellationen, als dass man dies unbesorgt genießen könnte. Doch dann pendelt sich das Ganze ein und der Film entwickelt sich sehr gut. Neben den rasanten Szenen und blutigen Kämpfen (weil dieser Streifen aus dem Hause Disney ist halten sich Blut und ekliges Gemetzel aber in Grenzen) verbirgt sich nämlich eine Story mit Überraschungen, die nicht einem der Spiele-Teile nachempfunden ist, sondern von den Drehbuchautoren neu erdacht wurde. „Prince of Persia“ punktet mit toller Kulisse, viel Action, Spannung und bietet daher knapp 2 Stunden geballte Power mit großem Unterhaltungswert. Das Effektfeuerwerk beim Finale ist inzwischen ja fast Standard und sollte am ehesten als Unterstreichung einer fantastischen, erdachten Welt genossen werden. Damit wissen wir wenigsten alle, wo Bruckheimers Milliönchen hingeflossen sind. Ein kleiner Tipp noch am Ende: Besser möglichst wenig von der Handlung vor dem Kinobesuch durchlesen, das macht das Filmerlebnis noch ein Stück spannender und interessanter.

Fazit: „Prince of Persia“ bieten alles was ein Hollywood-Blockbuster braucht und steht den Genrehits wie „Indiana Jones“ und „Die Mumie“ in so gut wie nichts nach. Lediglich der Held wirkt etwas zu konturlos und der Humor kommt vielleicht etwas zu kurz. Trotz dieser kleinen Abzüge überzeugt der Film dennoch mit viel Action, Spannung und einer echten Geschichte.

Der Film läuft seit ab dem 20. Mai 2010 in den deutschen Kinos.

4 Sterne

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9 Antworten zu Film | Prince of Persia (Kritik)

  1. christiansfoyer sagt:

    Fand den auch sehr gelungen und „Prince of Persia“ dürfte wohl am Ende des Filmjahres zu den großen Überraschungen gehören, immerhin erwartet man bei einer Gameverfilmung nicht zwingend Qualität😉
    Für mich hätt’s zwar hier und da noch etwas mehr in Richtung der Spiele gehen dürfen und ich halte ihn auch nicht für „Indiana Jones“-ebenbürtig (in eine Kategorie mit „Die Mumie“ passt er schon eher), aber trotzdem starkes Abenteuerkino

  2. Timo sagt:

    War heute im Kino und muss sagen das er meine Erwartungen total übertroffen hat! Echt genialer Film. Ein wenig mehr Action hätte noch sein können aber in den 2 Stunden wird uns sehr viel geboten! Hätte ich nicht mit einer Spieleverfilmung gerechnet. Was mich noch gewundert hat das er sich an das Spiel gehalten hat (von der Handlung etwas…).
    10/10 Punkten – Sehr zu empfehlen auch für die, die das spiel nicht gespielt haben! Hoffe die bringen auch noch „The two Thrones“ und „Warrior within“ noch raus🙂

  3. Kinetoskop sagt:

    Werde mir Prince of Persia morgen ansehen, bin schon sehr gespannt und durch dein Review auch zuversichtlich, dass der Film mich gut 2 Stunden unterhalten wird.

  4. deep sagt:

    Hab ihn mir heute angeschaut und ich muss sagen, ich bin etwas enttäuscht…
    Die Möglichkeiten, die die großartige Story und die unglaublich vielen Ideen aus dem Spiel bieten, hätte man viel besser nutzen können.
    Mir kam es so vor, als sei die ganze Handlung vorgespult bzw. nicht fertig gedacht.
    Dann wären da einige Logikbrüche. Die glorreiche Stadt wurde seit 1000 Jahren nicht eingenommen! Und nun kommt der Prinz mit einem Häuflein Soldaten und nimmt mir nichts dir nichts mit ein paar Akrobatikeinlagen und coolen Sprüchen die Stadt ein. Sicherlich war er der erste, der seit 1000 Jahren auf die Idee gekommen ist, sich mal nach einen Hintereingang umzuschauen (Vorsicht, Ironie!)

    Was mich außerdem gestört hat, waren die teils einfach platten und dummen Dialoge.
    Da war die Rede von Straußenrennen die am Dienstag und Donnerstag stattfinden und von Werbetrommeln… in welchem Jahrhundert spielt der Film nochmal?
    So sehr ich das Universum von Prince of Persia mag, trotz der großartigen Schauspielerbesetzung und absolut sehensewerten Animationen kommt der Film nicht wirklich an meine Erwartungen heran. Immerhin, guten Unterhaltungswert hatte er trotzdem.

    • cap82 sagt:

      Hallo,
      du hast recht damit, dass so ein Film die ganzen Eindrücke und Ideen aus Videospielen nicht komplett einbringen kann. Aber was du angesprochen hast in Bezug auf die Dialoge: Na klar gab es zu dieser Zeit keine Wochentage, keine Werbetrommel und keine Steuerprobleme, aber ich bin mir ziemlich sicher dabei handelt es sich um Ironie und Seitenhiebe auf die heutige Zeit und Gesellschaft. Ob so etwas in einen solchen Film gehört ist die andere Frage und natürlich Ansichtssache.😉

      • Kaveh sagt:

        Hallo,
        Ich hab mir den Film vor Wochen angeguckt und muss sagen das er echt gut war auch wenn viele Sachen verbessern könnten (wurde alles schon angesprochen).
        Jedoch ist das halt Geschmackssache ,ob man den Film mag oder nicht, ABER ich kann nicht verstehen wie einer wie du, der keine Ahnung über Iran und das alte Persien hat sowas erzählen kann. Das alte Persien hatte Wochentage,nicht wie heutige, aber schon ähnliche Strukturen.Das alte Persien hatte als ERSTES Land der Welt eine Art Steuerpolitik, wo die Menschen und Regionen, die unter der Zentralregion von Persien standen, Steuern zahlen mussten.Selbstverständlich kannst du deine Meinung sagen, aber informier dich davor erstmal besser😉

        PS:Die Gesellschaft vom heutigen Iran ist nicht das Ebenbild der Regionen, würden sonst im letzten Sommer fast 300.000 Menschen auf die Straße gehen ? würden sonst jeden Tag Frauen bestraft werden, weil sie sich nicht „angemessen“ nach der islamischen Vorschrift bekleiden? würden sonst jeden Tag junge Menschen erhängt werdem, weil sie gegen das islamische und nicht! persiche Regime auf egal welcher Art protestieren ?

        Man sollte erstmal überlegen was man schreibt, denn es gibt Leute, die sehr empfindlich über solche Aussagen sind!

  5. thunder sagt:

    der film ist nicht gut, wie ein computerspiel, bei dem an zuschaut.eine unlogische gemetzelszene nach der anderen und immer das selbe

  6. […] Für die Hauptrollen konnte der Regisseur Jeremy Renner („The Avengers“) und Gemma Arterton („Prince of Persia“) gewinnen. Zudem sind Famke Janssen („X-men“), Peter Stormare (der bereits bei „Brother […]

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