Film | The private lives of Pippa Lee (Kritik)

Filmposter Pippa Lee

Handlung: Ein Leben wie aus dem Bilderbuch: Pippa ist mit einem erfolgreichen Mann verheiratet, hat zwei strebsame Kinder, ein stilvoll eingerichtetes Haus, gute Freunde und ist Tag für Tag frisch gestylt und für ihre Lieben da. Doch hinter dieser Fassade sieht es nicht ganz so makellos aus, denn zunächst einmal ist der Ehemann Herb gut dreißig Jahre älter und anstatt eine leidenschaftliche Beziehung zu führen kümmert sich Pippa vor allem darum, dass Herb keinen zu hohen Blutdruck hat und sich nicht übernimmt. Das Verhältnis zur Tochter ist sehr angespannt und seit dem Umzug in eine Seniorengegend von Connecticut fehlt es der reifen Frau auch noch an Beschäftigung. Ohne es anfänglich zu ahnen kompensiert sie das damit, dass sie nachts schlaf wandelt und dabei den Kühlschrank leer futtert oder mit dem Auto zum Wal Mart fährt. Doch nicht nur ihre Ziellosigkeit ist Schuld daran, sondern auch ihre Vergangenheit, die erst recht nicht so perfekt aussah, wie es den Anschein hat, wenn man Pippa begegnet. Während sie begreift, dass in ihrem Leben nicht alles so rund läuft wie sie dachte und auch noch den faszinierenden Sohn der Nachbarin kennen lernt, lässt sie ihre Kindheit und Jugend noch einmal Revue passieren um zu begreifen wie ihr jetziges Leben weiter gehen soll.

Kritik: Romanautorin Rebecca Miller kreierte die Figur Pippa Lee für einen ihrer Romane und kümmerte sich auch höchstpersönlich als Regisseurin um die Verfilmung der Geschichte um die Frau im mittleren Alter die hinter der glücklichen und perfekten Fassade langsam ihre bewegte Vergangenheit aufarbeitet. Diese Idee ist zwar nicht schlecht und bringt auch eine interessante Handlung mit sich, aber dennoch finden sich einige Haken an dem Ganzen. Denn gerade diese Rückblicke sind zwar filmisch sehr gut umgesetzt und eingeleitet, aber insgesamt doch zu sehr für den Zuschauer angelegt, um als die tatsächliche Aufarbeitung von Pippa durchzugehen. Damit zusammenhängend bleibt auch die eigentliche Botschaft auf der Strecke. Denn die 50-jährige Hauptfigur soll durch das Resümee ihres Lebens angeblich zu sich selbst finden, eine Wandel durchmachen und ihr Leben endlich wieder selbst bestimmen. Aber genau das klappt eben nicht so recht, da das Schicksal zuschlägt und sich eben doch wieder vieles von selbst ergibt. Aber abgesehen davon hat Miller einen durchaus interessanten und unterhaltsamen Film geschaffen, der auf sehr viele, unterschiedliche Themen eingeht ohne sie zu sehr auseinander zu nehmen oder ständig den moralischen Zeigefinger zu erheben. Zudem konnte die Autorin und Regisseurin ein hochkarätiges Team für ihren Film gewinnen, angeführt von der bezaubernden Robin Wright Penn, die total in der Rolle der Pippa Lee aufgeht. In weiteren Rollen sind Alan Arkin, Keanu Reeves, Winona Ryder, Julianne Morre und Monica Bellucci zu sehen und geben ihren Rollen ihre eigene Note. Schon alleine das macht Pippa Lee durchaus sehenswert und die Art wie die Darsteller spielen und wie die Handlung vorangeht rutscht der Film auch nie in ein Drama ab. Stattdessen wird er von einer gewissen Leichtigkeit getragen, an der die bunte Palette an Darstellern sicher ihren Anteil hat. Einziger Wehrmutstropfen ist eben die Unstimmigkeit gegen Ende, denn hier wirkt alles doch zu konstruiert und Pippa Lees Selbstfindungstrip funktioniert dadurch auch nicht so recht. Schade, denn wenn das noch stimmig oder etwas pfiffiger gewesen wäre, hätte der Film völlig überzeugen können. Aber auch so bietet „Pippa Lee“ viele hübsche Momente und durch die gute Besetzung viele filmisch wirksame Momente. Mit einem Besuch dieses Filmes macht man also nicht all zuviel falsch.

Fazit: „Pippa Lee“ ist ein bewegender, schön eingefanger Film, der sich durch eine gewisse Leichtigkeit davor bewahrt ein trauriges Drama zu sein. Die Besetzung kann sich absolut sehen lassen, besonders Robin Wright Penn gibt der Titelfigur sympathische und süße Züge, die sie eher wie eine 20-jährige wirken lassen. Einzig die Botschaft des Filmes wird etwas verdorben und Teile der Handlung sind doch zu konstruiert und verursachen einige Abzüge in Hinblick auf den absoluten Filmgenuss.

Der Film startet am 24. Juni in den deutschen Kinos.

3 Sterne

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