Film | Inception (Kritik + Trailer)

Filmplakat Inception

Handlung: Dom Cobb ist ein Spezialist auf einem sehr komplexen Gebiet: Er kann in die Gedanken der Menschen eingreifen, indem er in deren Träume eindringt und Dinge über sie herausfindet, die der jeweilige Auftraggeber anders nicht in Erfahrung bringen könnte. Um diesen Job erfolgreich erledigen zu können, braucht er allerdings Hilfe: Sein Partner Arthur steht ihm treu zur Seite und ein Architekt hilft den Beiden dabei, die Räume, in denen sich die Träumenden bewegen, zu gestalten. Als die Gruppe von dem reichen japanischen Geschäftsmann Saito beauftragt wird mit ihrer Methode noch weiter zu gehen, steht Cobb vor einer schweren Entscheidung. Saito möchte bei dem Geschäftsmann Robert Fischer, Jr. eine so genannte Inception durchführen lassen. Dabei handelt es sich um die Einpflanzung eines Gedanken mittels eines Traumes. Da der Japaner einen verlockenden Handel verspricht, willigt Cobb ein und macht sich daran, ein neues Team für dieses schwierige und riskante Projekt zusammenzustellen. Als neue Architektin kommt die junge Ariadne dazu und kann sich der Faszination in Träume und Bewusstseinswelten abzutauchen, trotz anfänglicher Bedenken, nicht entziehen. Während sich die Gruppe auf den Job vorbereitet, merkt sie als Einzige, dass Cobb Dinge erlebt hat, die ihn zu einem Schwachpunkt des Projektes machen. Haben sie dennoch eine Chance eine Inception bei Fischer durchzuführen ohne dass sie selbst in den Traumebenen stecken bleiben? Es beginnt eine aufregende Mission.

Kritik: Nach Filmen wie „Memento“ und „The Dark Knight“ ist klar, dass Christopher Nolan filmische Herausforderungen liebt und sich dabei besonders gerne mit der Psyche des Menschen befasst. Mit „Inception“ schuf er ein anspruchsvolles Werk, das mit einer Zukunftsvision spielt, in der es möglich ist, in die Gedanken und Träume der Menschen einzudringen. Noch mehr: sich darin zu bewegen, dem Betroffenen eine Gedankenwelt vortäuschen die so gar nicht existiert und im extremsten Gefall sogar einen Gedanken in ihm säen, der sein künftiges Leben auf den Kopf stellen kann. Diese Vorstellung eröffnet bereits eine große Tiefe, die einen gewissen Anspruch an den Film stellt. Zunächst beginnt das 148 Minuten lange aber nie langweilig werdende Mammutwerk auch dementsprechend verwirrend und komplex. Erst nach und nach wird klar, worum es eigentlich geht. Zu der originellen Idee, auf diese fast Furcht erregender Weise in den Kopf eines Menschen einzutauchen, kommt außerdem das Drama um die Hauptfigur Dom Cobb dazu, exzellent gespielt von Leonardo DiCaprio, der bereits in seiner letzten Rolle in „Shutter Island“ Bekanntschaft mit den Untiefen der menschlichen Psyche machen konnte. Welche Geschichte sich hinter seiner Figur verbirgt, wird ebenfalls erst im Laufe des Filmes enthüllt und bringt eine weitere Komponente hinein. Insgesamt ist „Inception“ eine wilde Mischung aus „Matrix“ und „Memento“ wobei daraus eine neuartige Ideenwelt entstanden ist. Obwohl Häuser einstürzen und Straßen auf dem Kopf stehen bleibt die eigentliche Welt in Ordnung. Getreu dem Motto, dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind, konnte sich Nolan hier austoben. Neben DiCaprio konnte er für seinen innovativen Science Fiction-Thriller Stars wie Ellen Page („Juno“), Joseph Gordon-Levitt („500 Days of Summer“) und Cillian Murphy („Sunshine“) gewinnen, die bis zum offiziellen Start des Filmes angeblich dazu verdonnert wurden, keine Details über den Inhalt preis zu geben. Aber in „Inception“ bewahrheitet es sich mehr denn je, dass es vernünftig ist möglichst wenig über die Handlung zu wissen. Denn auf diese Weise gelingt dem Zuschauer spannender und faszinierender Filmgenuss – und das trotz der Länge von knapp 2,5 Stunden. Einziges Manko ist, dass „Inception“ – im Gegensatz zum Geheimtipp „Memento“ – stellenweise etwas zu sehr versucht, massentauglich zu sein. Prügeleien, Verfolgungsjagden, Gewehrgefechte und Explosionen, das gipfelt gegen Ende immer mehr. Dazu kommt noch die immer tragischer werdende Gefühlsebene rund um Hauptfigur Cobb als sein Drama sich ebenfalls zuspitzt. Das erinnert dann insgesamt doch zu sehr an die „üblicheren“ Hollywood-Blockbuster, dabei hat dieser Film das mit seiner komplexen Geschichte eigentlich gar nicht nötig. So steht gen Ende das Feuerwerk an Effekten und die Baller-Action fast mehr im Vordergrund als der Kern der Handlung und das ist etwas schade. Nolan konnte sich für „Inception“ nicht auf seine Genialität bei „Memento“ zurückbesinnen, aber dennoch schafft er einen außergewöhnlichen Film der trotz der Komplexität des Themas auch für ein Massenpublikum taugt und sicher eine Menge Menschen ins Kino ziehen wird.

Fazit: Christopher Nolan wandelt auf den Spuren von „Memento“ und schafft mit „Inception“ ein Spektakel mit Starbesetzung und mehrschichtiger Handlung. Gegen Ende will der Film etwas zuviel des guten und droht in die Hollywood-Blockbuster-Sparte abzudriften. Aber wer diesen Ausrutscher verzeiht erlebt einen gelungenen, spannenden und klugen Ausblick in eine spitzfindige Zukunftsvariante.

Der Film läuft seit dem 29. Juli 2010 in den deutschen Kinos.

4.5 Sterne

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Warner Bros. Deutschland

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5 Antworten zu Film | Inception (Kritik + Trailer)

  1. graval sagt:

    Ich fand, dass der Film doch gerade gegen Ende immer besser wird, als man mit Cobb unc Co. mitfiebert und es letztlich je länger je weniger wichtig wird, ob das Einsetzen der Idee gelingt oder nicht. Für mich auf einer Linie mit dem dunklen Ritter🙂

  2. Dadi sagt:

    Hmm… nette Kritik. Schade eigentlich dass die Blu-ray schlechter ausgefallen ist… grad bei Nolan. Naja.

  3. Der ganze Film ist super Handlungen,Effekte,Story,die Schauspieler.Schön.

  4. Agora sagt:

    Merkt eigentlich keiner, dass der Film ein einziger Logikfehler ist?

  5. […] als einer der Favoriten ins Rennen und gewann nicht mal eine Trophäe. Der actionreiche Blockbuster „Inception“ bekam hingegen 4 von 8 möglichen Preisen. Christian Bale und Melissa Leo wurden als […]

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