Film | Fair Game (Kritik)

Filmposter Fair Game

Handlung: Nach außen hin führt Valerie Plame ein normales Leben: Sie lebt mit ihrem Mann und süßen Zwillingen in einer beschaulichen Gegend und in regelmäßigen Abständen trifft sich das Paar mit Freunden, die gerne über Politik ins Plaudern kommen. Was kaum einer weiß: Valerie ist eine erfolgreiche CIA-Agentin, die ihren Job auch in Krisengebieten und heiklen Fällen hervorragend erledigt. Dazu muss sie des öfteren verreisen, doch da ihr Mann, der angesehene Diplomat Joe Wilson, um ihre Arbeit weiß, springt er häufig als Hausmann ein und versorgt die Kinder während sie schon wieder im Flieger in den Irak sitzt. Doch dann gerät Valerie in einen heiklen Fall: Im Irak soll nachgewiesen werden, dass Saddam Hussein Atomwaffen besitzt, die er gegen die USA einsetzen will. Doch die Ermittlungen ergeben nichts, das bestätigt auch Joe, der als Sachverständiger die Lage prüft. Doch die CIA will sich die Blöße nicht geben, ins Nichts gearbeitet zu haben und gibt falsche Informationen an die Öffentlichkeit weiter. Da Joe Wilson das nicht auf sich beruhen lassen will, setzt er unversehens nicht nur seinen Ruf, sondern auch die geheime Identität seiner Frau aufs Spiel und plötzlich steht das engagierte Paar auf der schwarzen Liste.

Kritik: Das Timing für den Deutschlandstart des Politthrillers „Fair Game“ passt wie die Faust aufs Auge. Grade jetzt, wo die angebliche Terrorgefahr in Deutschland hohe Wellen schlägt und fast kein Tag ohne Bombendrohung oder verdächtige, herrenlose Gepäckstücke vergeht, kommt ein Film, der sich mit den politischen Folgen des Anschlags vom 11.September beschäftigt, gerade richtig. Regisseur Doug Liman beschäftigt sich in dem Film mit einer wahren Begebenheit: Die so genannte Plame-Affäre war im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg ein handfester politischer Skandal in den USA und zeigt, wie die Regierung der Bevölkerung gegenüber Tatsachen bewusst verschleiert. In diesem komplexen Thema liegt für einen Großteil des potentiellen Publikums auch schon ein Haken: Es handelt sich um einen us-amerikanischen Polit-Skandal, der für Menschen, die sich nicht ständig eingehend über die Geschehnisse im Ausland informieren, schon ein harter Brocken ist. Der Einstieg verschlägt ohne Umschweife mitten ins Geschehen, Aufmerksamkeit ist durchgehend gefragt. Um noch einigermaßen publikumsfreundlich zu sein, wechseln sich die politischen Geschehnissen recht regelmäßig mit dem Privatleben der Hauptfiguren Valerie und Joe ab. Das wirkt leider nicht spannend, sondern eher lakonisch. Insgesamt will in diesem Film einfach keine richtige Spannung aufkommen, was vermutlich vor allem an der schweren Kost liegen mag. Naomi Watts und Sean Penn machen ihren Job zwar gut, wirken aber in ihrer Handlungsweise immer mal wieder sehr unsympathisch. Nun gut, die halten sich an die wahre Geschichte, aber der fehlt es einfach etwas zu sehr an packender Atmosphäre. Zudem bekommt man das Gefühl, der tatsächliche Ablauf soll so informativ wie möglich abgehandelt werden, wodurch „Fair Game“ allerdings meist sehr unterkühlt wirkt. Daran ändern eine kurze Heulattake oder die leise erzählte Episode aus Valeries Zeit der CIA-Ausbildung auch nicht viel. Insgesamt wirkt der Film unausgewogen und findet keine Erzählfluss, der zum Einsteigen und Mitfiebern anregt. Für das Arthouse-Kino wäre dieser sehr spezielle Politthriller vielleicht noch geeignet, aber für das Multiplex-Kino und den gemütlichen Abend mit Freunden ist dieser Film eher nichts.

Fazit: „Fair Game“ ist ein Politthriller, der viel Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen vom Zuschauer erfordert. Die Darsteller spielen gut, doch ihr Handeln macht sie zeitweise fragwürdig. Besonders viel Mitgefühl kommt in diesem kühlen und sachlichen Ablauf leider auch nicht auf.

Der Film läuft seit dem 25. November 2010 in den deutschen Kinos.

1.5 Sterne

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Eine Antwort zu Film | Fair Game (Kritik)

  1. […] Ben Stiller sind das Kristen Wiig, bekannt aus „Brautalarm“ und in kleineren Rollen Sean Penn („Fair Game“, Adam Scott und Patton Oswald) sondern auch an der grandios guten Musik und den schönen Bildern. […]

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