Film | Black Swan (Kritik)

Black Swan Filmposter

Handlung: Nina ist Balletttänzerin aus voller Überzeugung und arbeitet beständig daran besser zu werden. Einen Ansporn bekommt sie prompt: Für das Stück „Schwanensee“ wird eine neue Schwanenkönigin gesucht, denn der bisherige Star Beth hat ausgedient und muss die Tanzgruppe verlassen. In einem Vortanzen gibt Nina alles, doch der undurchsichtige Balettdirektor Leroy deutet schnell an, dass es Nina zwar gelingt den eleganten und femininen weißen Schwan zu verkörpern, doch bei der Darstellung des wilden und bösartigen schwarzen Schwans mangelt es ihr an Ausdruck. Nina ist am Boden, doch überraschenderweise erhält sie kurz darauf doch die ersehnte Rolle und muss sich dem Direktor nun immer wieder aufs Neue beweisen. Während sie tapfer trainiert geht allerdings etwas mit ihr vor: Sie hat blutende Kratzer auf dem Rücken, sieht geheimnisvolle Doppelgängerinnen von sich und bildet sich dann auch noch ein, dass sie mit Lily, neues Mitglied der Tanzgruppe, eine Liebesnacht verbringt. Die begegnet Nina zwar stets freundlich und interessiert, dennoch wird die das Gefühl nicht los, dass die Neue, die so anders ist als sie selbst, auf ihre Hauptrolle im Schwanensee aus ist. Zusätzlich macht Ninas Mutter ihr das Leben schwer, denn die gewährt ihrer Tochter wenig Freiraum und bemuttert sie wo es nur geht. Wird Nina dem Druck stand halten und ihre Rolle als Schwanenkönigin behalten können?

Kritik: Zugegeben, einen besseren Stand hätte „Black Swan“ beim Deutschlandstart kaum haben können. Mitte Januar wurde Hauptdarstellerin Natalie Portman für ihre Leistung in diesem Mysteriethriller mit dem Golden Globe geehrt und nun ist auch noch raus, dass „Black Swan“ für den besten Film und Portman als beste Darstellerin für den Oscar nominiert ist. Solche Auszeichnungen beziehungsweise Nominierungen machen auf viele potentiellen Zuschauer schon einmal eine Menge Eindruck. Doch auch wer diesen Film möglichst unvoreingenommen schaut, wird von seiner Qualität überzeugt werden. Natalie Portman – nach Darstellung als Stripperin in „Hautnah“ oder als kahlgeschorene Kampfamazone in „V wie Vendetta“ für provokante Rollen bekannt – ist der schillernde Mittelpunkt dieses Filmes. Nicht nur, dass sie im Schwanensee eine Doppelrolle spielt, sie kämpft auch noch mit zwei konträren Seiten ihrer Persönlichkeit. Ein Kampf, den Regisseur Daren Aronofsky hervorragend visualisiert. Die Bilder, die lediglich in Ninas Kopf vorhanden sind und die tatsächliche Realität vermischen sich zusehends und machen die Handlung zu einem rätselhaften Komplex. Da gibt es Horrorelemente, unheimliche Mysterieszenen und sexuelle Anspielungen. Da wird vor wenig zurückgeschreckt und daher ist „Black Swan“ auch kein Film, bei dem man sich mal getrost zurücklehnt, sondern einer bei dem es einem regelmäßig eiskalt den Rücken herunterläuft – aus unterschiedlichsten Gründen. Auch Vincent Cassel als extravanganter Tanzdirektor, Mila Kunis als offenherzige Lily und Winona Ryder in der kleinen Rolle des abgesetzten und verbitterten Balettstars Beth überzeugen in ihren Rollen. Sie alle ergeben ein Geflecht, dass sich um Nina herumspinnt. Sie erweckt in der Handlung den schwarzen Schwan in sich zum Leben. Der wird zum Sinnbild für ihre dunklere, leidenschaftliche Seite, die sich beständig einen Weg an die Oberfläche bahnt. Nur ansatzweise kann erahnt werden, dass Nina bereits in der Vergangenheit Probleme solcher Natur hatte, angesichts der Reaktion ihrer Mutter. Sowohl die Protagonistin, als auch die Nebenfiguren haben Schattenseiten. Will Lily sich wirklich die Hauptrolle krallen, hat Leroy Nina nur ausgewählt weil er Sex mit ihr will und ist die Mutter selbstsüchtig und nahezu genau so labil wie Nina? Viele Fragen und wenig klare Antworten, was „Black Swan“ zu einer düsteren Studie über die menschliche Psyche macht.

Fazit: Ein außergewöhnlicher Film über die menschliche Fragilität an dem Beispiel der disziplinierten Balletttänzerin Nina. Natalie Portman verkörpert die Figur, unter deren perfekter Oberfläche einiges brodelt, exzellent. Die Nebendarsteller tun ihr übriges und machen „Black Swan“ zu einem besonderen Filmerlebnis, indem viel Gänsehaut garantiert wird.

4 Sterne

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2 Antworten zu Film | Black Swan (Kritik)

  1. […] Verleihung der Golden Globes bereits zu erwarten war, wurden Natalie Portman für ihre Leistung in „Black Swan“ und Colin Firth für seine Darstellung des stotternden König George VI geehrt. „The King´s […]

  2. […] gesellen sich Mila Kunis („Black Swan“), Rachel Weisz („360“) und Michelle Williams als Hexen-Trio mit kontrastreichen Eigenschaften. […]

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