Film | Midnight in Paris (Kritik)

Filmplakat Midnight in Paris

Handlung: Das amerikanische Pärchen Gil und Inez verbringt einen Urlaub in Paris. Während die verwöhnte Inez vor allem shoppen, gut essen und feiern gehen will, zieht es Gil vor allem in die versteckten Ecken, wo er die Schönheit der Stadt erkunden will. Als Inez dann auch noch zwei alte Bekannte trifft, mit denen Gil wenig anfangen kann, macht er alleine einen Spaziergang durch die Straßen von Paris. Plötzlich hält ein altes Auto vor ihm und bringt ihn auf wundersame Weise in das Paris der 20er Jahre. Der verdutzte Gil lernt berühmte Persönlichkeiten wie Hemingway, die Fitzgeralds und Picasso kennen. Er verliebt sich immer mehr in die alte Welt des blühenden Paris und entfernt sich immer weiter von seiner Verlobten und der Gegenwart.

Kritik: 50 Filme, 21 Oscarnominierungen und drei Oscargewinne – das ist die bisheriger Bilanz die Woody Allen aus seinem filmischen Schaffen ziehen kann. Ein unumstrittener Regisseur ist er nicht gerade und dennoch – oder gerade deshalb – gilt es in Hollywood als Ehre, für einen seiner Filme ausgewählt zu werden und eine Hauptrolle übernehmen zu können. Dieses Glück hatten nun Owen Wilson – eher bekannt für Komödien und Klaumaukstreifen – und Rachel McAdams, die in „Midnight in Paris“ als Pärchen auftreten dürfen. Wilson wurde offensichtlich bewusst gewählt, denn seine schelmische Art gibt dem Film eine ungeahnte Leichtigkeit. Allen entwirft ein filmisches Loblied auf Paris und vermischt dazu Phantasie mit Realität. Dadurch entsteht ein witziger und sehr unterhaltsamer Film, in dem auch eine Menge Gaststars Platz finden wie Kathy Bates als Gertrud Stein und Adrien Brody als Salvador Dali. Marion Cotillard ist bezaubernd als Adriana, die Gil mit ihrer süßen Art in einen Bann zieht. Die nächtlichen Reisen ins vergangene Paris stehen im Kontrast zu den Tagen in der Gegenwart – dieses Spiel wird noch erweitert, durch einen Besuch von Gil und Adriana in einer noch weiter zurückliegenden Pariser Epoche. Erst dadurch sieht Gil klarer und findet endlich zu sich selbst. Woody Allen schuf mit „Midnight in Paris“ eine sommerlich, leichte Komödie, die zwar Denkanstösse gibt, die sich aber niemandem aufzwingen. Hier wird kein Drama inszeniert und niemand stürzt ins Unglück. Das kann man als oberflächlich bezeichnen – immerhin ist auch die Suche einer Filmfigur nach sich selbst nichts neues. Dass die Figuren erst begreifen, was der Zuschauer schon nach den ersten 15 Minuten raus hat, ist auch eher gewöhnlich, wird hier aber so unterhaltsam und nett verpackt, dass es nicht weiter stört. Die Hommage an die Stadt der Liebe ist gelungen und bietet wunderbaren Filmgenuss.

„Midnight in Paris“ startet am 18. August in den deutschen Kinos

4 Sterne

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Eine Antwort zu Film | Midnight in Paris (Kritik)

  1. […] die Hauptrolle spielt und in seiner unbeholfenen Art für viel Schmunzeln sorgt. Rachel McAdams („Midnight in Paris“), die bereits viele taffe Rollen hinter sich hat, darf hier das schüchterne Mauerblümchen […]

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