Film | Jane Eyre (Kritik)

Filmplakat Jane Eyre

Handlung: Die kleine Jane hat es nicht leicht: Als Waisenkind lebt sie bei ihrer strengen Tante und dessen Sohn, der seine Cousine Jane am liebsten tyrannisiert. Schließlich reicht es der ignoranten Tante und Jane kommt in ein Waisenhaus, wo Strenge und Gewalt vorherrschen. Doch das Mädchen lässt sich nicht unterkriegen und träumt auch als junge Erwachsene von Selbstbestimmtheit und davon, die ganze Welt zu sehen. Als Frau hat sie es mit diesen Wünschen aber wesentlich schwerer als ein Mann und kommt daher als 19-jährige zunächst als Gouvernante auf das Anwesen des reichen Landlord Edward Fairfax.

Kritik: Um diese schwierige Liebe dreht sich nun die neuste Verfilmung des alten Romanstoffes von Regisseur Cary Fukunaga. Die Hauptrolle spielt Mia Wasikowska. Wem sie bekannt vorkommt: Sie spielte bereits die „Alice im Wunderland“ mit Johnny Depp als verrücktem Hutmacher an ihrer Seite. Ihre Darstellung der gebeutelten Jane Eyre ist gar nicht mal so schlecht, und auch Michael Fassbender gibt den geheimnisvollen Lord glaubwürdig. Woran es in dieser Literaturverfilmung vor allem hapert, ist die Geschichte: Zunächst begegnet die Hauptfigur dem Zuschauer als kämpferische Frau, die in einer Szene davon spricht, dass sie tun will, was zu der gegebenen Zeit nur Männer durften.
Doch im weiteren Filmverlauf – insgesamt handelt es sich immerhin um zwei Stunden – bleibt davon leider nicht viel übrig.  Stattdessen geht eine Liebesgeschichte los, bei der man sich schnell zu fragen beginnt: Hat das den Weg auf die Filmleinwand verdient? Denn etwas außergewöhnliches ist dieses Hin und Her nicht. Dazu kommt dann auch noch ein dunkles Geheimnis, dass sich erst mit der Zeit offenbart und noch mehr Fragwürdigkeiten heraufbeschwört. Wenn der Roman das alles so vorsieht, dann kann das dem Film natürlich nur indirekt angelastet werden. Andererseits spricht auch nichts dagegen sich dem Stoff von Autorin Charlotte Bronte aus dem 19. Jahrhundert neu zu widmen, ihm eine klarere Richtung zu geben.
Doch stattdessen ist daraus ein Liebesfilm mit enttäuschenden Mysterie-Elementen geworden, der nicht die Emanzipation einer jungen Frau zeigt – so wie es anfangs den Eindruck erweckt – sondern lediglich, wie sich gerade jene naiv einer Liebschaft hingibt, die sie wegführt von allem was sie als selbstständige Frau hätte auszeichnen können. Zugute halten kann man „Jane Eyre“ eine düstere Grundstimmung, gepaart mit einer trüben Kulisse, die die eingeschränkte und verlassene Welt der Hauptfigur prima abbildet. Mia Wasikowska, der die kindlich unschuldige Optik einfach in die Wiege gelegt wurde, kann dieser Rolle nicht mehr viel anfügen und so fällt der Gang aus dem Kino hinaus sehr ernüchternd aus.

Der Film „Jane Eyre“ startet am 1. Dezember in den deutschen Kinos.

1.5 Sterne

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