Film | Drive (Kritik + Trailer)

Filmplakat Drive

Handlung: Driver ist ein verschlossener Kerl, der sowohl die gefährliche Arbeit als Stuntman, als auch den illegalen Job als Fahrer bei Raubüberfällen ohne sichtbare Emotionen erledigt. Erst als er seine attraktive Nachbarin Irene und deren Sohn kennenlernt, taut er ein wenig auf. Er verliebt sich in sie, sieht sich aber bald damit konfrontiert, dass ihr Mann aus dem Gefängnis zurückkommt. Genau damit fängt der Ärger an, denn Driver kommt damit einem gefährlichen Komplott auf die Spur und gerät plötzlich in die Schusslinie.

Kritik: Was zunächst nach einer überschaubaren und simplen Handlung aussieht, verarbeitet der Regisseur Nicolas Winding Refn zu einer poetischen Bilderreise durch die Welt eines geheimnisvollen Helden. Doch so ganz geht das Konzept nicht auf: Im Mittelpunkt steht letztlich eine klassische Liebesgeschichte, die vielmehr über Bilder, als über Worte erzählt wird. Die 80er Jahre Musik bringt diese Bilder, oft mit wunderbar anzusehenden Kameraperspektiven und Kompositionen, gut herüber. Aber die ständige Sprachlosigkeit und die ausschweifenden Zeitlupensequenzen nehmen dem Film so viel Tempo, dass es stellenweise ins langweilige abgleitet und aller Natürlichkeit entbehrt. Allzu oft wünscht man sich etwas mehr Konversation, etwas mehr Kontext und auch etwas mehr Geschehnisse, denn als reines Kunstprodukt funktioniert der Film nicht – zumindest nicht durchgehend. Ryan Gosling scheint mit seinem melancholischen Blick perfekt für die Rolle des verschlossenen Eigenbrödler, der für die Liebe immer weiter geht. Doch dass er während der gesamten Handlung vielleicht zehn Sätze sagt, wird ihm doch nicht gerecht und fordert sein schauspielerisches Können nicht sonderlich. Auch die weibliche Hauptdarstellerin Carey Mulligan muss vor allem zuckersüß grinsen. Vielleicht liegt die Kunst hier im gekonnten Schweigen und angemessen gucken.
Die Handlung verspricht zunächst einen Actionfilm mit Verfolgungsjagden und Stunts ohne Ende. Dass es dann doch „nur“ auf ein paar harte Gewaltszenen hinausläuft, muss kein Nachteil sein, aber dafür hätte das Vorgeplänkel eigentlich gar nicht sein müssen. Auch der Nebenstrang mit Drivers möglicher Rennfahrer-Karriere ist wohl nur dazu gedacht, anzudeuten, was er opfert, um Irene zu beschützen. Andererseits schien ihm an dieser zweiten Karriere sowieso nicht viel zu liegen (oder er konnte es einfach nicht zeigen). Ebenfalls ungewohnt für den Zuschauer ist der oft sehr plötzliche Wechsel zwischen künstlerisch gehaltvollen Bildkompositionen und unvermittelter Gewalt, was sich gegen Ende immer mehr ballt. Denn Letzteres hat dann so gar kein Esprit mehr, sondern ist von niveaulosem Rumgeschimpfe geprägt. In eben diesen Szenen darf sich dann Hellboy-Darsteller Ron Perlman austoben. Vielleicht hat Winding Refn das genauso beabsichtigt, aber es hinterlässt einfach ein komisches Gefühl und die unbeantwortete Frage, was dieser Film nun vermitteln soll.
Sicherlich hat „Drive“ ein paar sehenswerte, schöne Szenen und Bilder zu bieten, aber andere Dinge überzeugen wieder gar nicht. Wenn ein Film und die Hauptfigur schon „Drive“(r) heißen, dann sollte der Film genau das auch besitzen. An dem mangelt es aber immer wieder und da ändert auch ein Ryan Gosling nichts dran, der ähnlich einem einsamen Cowboy auf der Durchreise, Härte und Sanftheit vereint, wie es so manche Filmfiguren bereits berühmt gemacht hat. Man denke nur an Auftragskiller „Leon der Profi“. Der Regisseur wollte einfach etwas zuviel und hätte sich vielleicht auf eines konzentrieren sollen: Das künstlerisch ansprechende Filmkunstwerk oder einen harten Actionfilm, mit einer stringenten Handlung. „Drive“ ist eine inkonsequente Mischung daraus mit klugen und sehenswerten Ansätzen, aber auch ein paar gravierenden Mängeln, die das Filmerlebnis schmälern.

„Drive“ startet am 26. Januar 2012 in den deutschen Kinos

2.5 Sterne

Trailer:

Copyright Trailer: Universum Film

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2 Antworten zu Film | Drive (Kritik + Trailer)

  1. […] hat und entweder verlegen grinst oder etwas entrückt in die Szenarie starrt. Auch Carey Mulligan („Drive“) ist nicht sonderlich wandelbar und sieht zumeist wie ein verschrecktes Reh aus. Ihre Feststellung, […]

  2. […] gut miteinander verknüpft sind. Los geht es mit Gosling, der hier eine ähnliche Rolle wie in „Drive“ übernehmen kann. Mit melancholischem Blick und wenig Worten transportiert er dennoch ein Gefühl […]

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