Film | Take Shelter – Ein Sturm zieht auf (Kritik + Trailer)

take shelter poster

Handlung: Curtis führt ein rechtschaffenes Leben auf dem Land mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter. Doch plötzlich suchen ihn unheimliche Träume heim: Am Himmel bilden sich Tornados, der Regen verfärbt sich gelb und die Menschen verfallen in wilde Raserei. Jedes Mal schreckt Curtis schweißnass aus dem Schlaf hoch und kommt schnell zu der Überzeugung, dass er ärztliche Hilfe braucht. Da seine Mutter vor vielen Jahren an Schizophrenie erkrankte, hat er Angst, dass ihn dieselbe Diagnose ereilt. Doch gleichzeitig kann er sich dem Gedanken nicht erwehren, dass an seinen Träumen etwas dran ist. Er spürt eine Naturkatastrophe nahen und will sich auf den Ernstfall vorbereiten. So baut er den Luftschutzkeller hinter dem Haus weiter aus und gilt in seinem Umfeld bald als durchgedreht.

Kritik: Wer kennt das nicht? Ein real wirkender Albtraum lässt einen nachts hochschrecken, das Herz klopft bis zum Hals und nur langsam beruhigt man sich wieder. Der Hauptfigur des Films „Take Shelter“ von dem Regisseur Jeff Nichols passiert genau das, immer und immer wieder. Genau diese verwirrenden und beunruhigenden Träume treiben den bodenständigen Curtis um und bilden die Grundlage der Geschichte. Dabei kommt „Take Shelter“ ohne große Action, Special Effects, Massenpanik und lange Diskussionen aus. Nichols schlägt einen eher ruhigen Ton an und zeigt damit auf sehr realistische Weise, wie überfordert Curtis mit der Situation ist. Michael Shannon verkörpert diese Hilflosigkeit gut und intensiv, ergänzt wird dieses Spiel wunderbar von Jessica Chastain, die dieses Jahr für ihre Rolle in „The Help“ für den Oscar nominiert war und auch an der Seite von Brad Pitt im nominierten „The Tree of Life“ viel Lob einsteckte. Sie spielt die tapfere und aufopferungsvolle Ehefrau sehr gut und trägt zusammen mit Shannon zum Gelingen des Filmes bei. Dazu kommt eine einfache und konzentrierte Spannung, die bei der Kombination von einfachen Dialogen, klarer Mimik und den aufrüttelnden Träumen entsteht. Bis kurz vor Schluss ist nicht klar ob Curtis Opfer einer Krankheit ist, oder ob er tatsächlich Visionen in Form von Träumen hat. Genau diese Ungewissheit macht unsicher – nicht nur die überforderten Figuren des Films, sondern auch den Zuschauer. Der Film funktioniert mit seinem subtilen Horror hervorragend und erreicht seinen stärksten Moment, wenn die Familie eines Abends in den Luftschutzkeller flüchtet. Curtis ist hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis, seine Frau und seine gehörlose Tochter zu beschützen und der Angst, ernsthaft krank zu sein. Die Beschäftigung mit beiden Befürchtungen hat Folgen: Streit mit seiner Frau, Ärger mit dem Chef und Geldprobleme. Gebannt schaut man auf die Leinwand und will wissen, wie diese hoffnungslos wirkende Situation enden wird. „Take Shelter“ ist ein Katastrophenfilm mal anders, kein Blockbuster voller Effekte, sondern mit leisen Tönen und so pur und klar, dass man sich zwangsläufig fragt, wie man sich selbst in einer solchen Situation verhalten würde. Ein solches Denken bringt das Geschehen näher, als es der beste Special Effect jemals könnte.

Der Film läuft seit 22. März 2012 in den deutschen Kinos.

4 Sterne

Trailer:

Copyright Trailer: Ascot Elite

weitere Filmkritiken

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s