Film | Die Königin und der Leibarzt (Kritik + Trailer)

Die Königin und der Leibarzt Plakat

Handlung: Um sich und ihre Familie vor dem Bankrott zu bewahren, heiratet Caroline Mathilde den jungen König Christian VII. von Dänemark. Doch die Ehe mit ihm ist schwierig, zumal er von einer Geisteskrankheit betroffen ist. Statt an seiner Frau findet er vor allem an Saufgelagen und Bordellbesuchen Gefallen; politische Entscheidungen überlässt er dem Kabinett. Doch als der König auf Reisen erkrankt, tritt der deutsche Arzt Johann F. Struensee in sein Leben. Er wird zu seinem engsten Vertrauten, der die Gelegenheit nutzt, und seine aufklärerischen Ideen mit ihm durchsetzt. Außerdem verliebt er sich in die bis dato unglückliche Königin Caroline Mathilde und beginnt eine heimliche Affäre mit ihm. Für die Zwei beginnt ein Spiel mit dem Feuer, denn der Einfluss auf König Christian VII. ist vielen ein Dorn im Auge.

Kritik: Schau ins Geschichtsbuch und du findest filmreife Geschichten zuhauf. Dieser Idee folgte auch Nikolaj Arcel, als er zusammen mit Rasmus Heisterberg und Bodil Steensen-Leth das Drehbuch zu „Die Königin und der Leibarzt“ schrieb. Denn so (oder so ähnlich) soll es sich zugetragen haben. Die Dreiecksgeschichte inszenierte dann auch Nikolaj Arcel – zwar gewissenhaft, aber doch wenig innovativ. Mads Mikkelsen (bekannt aus „Die Tür“ und „Coco Chanel & Igor Stravinsky“) gibt dem deutschen Arzt Struensee zwar ein markantes und charismatisches Gesicht, doch scheint er für die Rolle des engagierten Aufklärers doch nicht der Passende. Seine raubeinige und ruhige Art mag sich nicht so recht mit dem visionären und kämpferischen Geist zusammenzufügen, den Struensee gehabt haben muss. Zumindest stellt man sich eine solche Persönlichkeit etwas anders vor, als Mikkelsen sie verkörpert. Da er dennoch gut spielt, überstrahlt seine Präsenz locker Alicia Vikander als Königin Caroline. Obwohl sie die Geschichte erzählt, erscheint sie als gequälte Gattin doch etwas blass. Erst als gegen Ende die Emotionen hochkochen, bekommt sie ein paar präsente Momente. Mikkel Boe Følsgaard wiederum spielt die schwierige Rolle des eigentümlichen und oftmals überforderten Königs gut und rückt im Verlauf des Films mehr und mehr in die Rolle eines Opfers seiner selbst.

Neben diesen Charakterstudien hat „Die Königin und der Leibarzt“ aber wenig packende Momente zu bieten. Bei über 2 Stunden Laufzeit ergeben sich immer wieder Längen und die Handlung wird so lückenlos abgehandelt, als sei es ein Lehrfilm. Obwohl die Geschichte um König Christian VII. und die Entwicklung Dänemarks unter dem Einfluss des Aufklärers Struensee eine Menge Potential bietet, hat Regisseur Arcel diese Chance verpasst und einen Kostümfilm mit wenigen Glanzpunkten geschaffen. Dabei hat der Filmemacher bereits sein Können bewiesen, indem er beispielsweise das Drehbuch zu „Verblendung“ geschrieben hat. Doch hier war sein Gespür weniger gut. Um sich über ein Kapitel der dänischen Landesgeschichte zu informieren und einen guten Mikkelsen zu sehen, taugt der Film, doch besonders packend oder beeindruckend ist das Werk nicht geworden.

Der Film läuft ab 19. April 2012 in den deutschen Kinos.

3 von 6 Sternen ***

Trailer:

Copyright Trailer: MFA-Film

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