Film | Einmal ist keinmal (Kritik + Trailer)

Filmposter "Einmal ist keinmal"

Handlung: Stephanie Plum hat ihren Job als Dessous-Verkäuferin verloren und steckt dadurch in Geldsorgen. Rettung verspricht das Unternehmen ihres Cousins Vinnie. Er und sein Team spüren polizeilich Gesuchte auf, liefern sie ab und kassieren 10 Prozent des ausgesetzten Kopfgeldes. Stephanie gefällt die Idee und als sie in den Unterlagen ihren Ex-Freund Joe Morelli entdeckt, will sie sich genau den schnappen und dafür eine beachtliche Provision einstreichen. Dumm nur, dass Joe als Ex-Polizist weiß, wie man untertaucht. Bei der Recherche gerät die unerfahrene Stefanie in einen Fall, hinter dem mehr steckt, als gedacht. Schon bald haben sie die wirklich bösen Buben im Visier.

Kritik: Von der unschuldigen Verkäuferin zur knallharten Kopfgeldjägerin – und das in etwa 90 Filmminuten. Mit diesen knappen Worten ist die Handlung von „Einmal ist keinmal“ eigentlich schon erzählt. Wer sich sowas ausdenkt? Autorin Janet Evanovich war´s und hat gleich 18 Romane und vier Kurzgeschichten um die Heldin Stephanie Plum gestrickt, womit sie viele Fans in den USA fand. Die Filmrechte waren schon lange gesichert, doch erst jetzt kommt ein Abenteuer der taffen Brünetten ins Kino. Wer das alles nicht weiß – oder außer Acht lässt – der erlebt im Kino eine Mischung aus Action und Komödie unter der Regie von Julie Anne Robinson, die doch auf einer ziemlich unglaubwürdigen Geschichte fußt. Da wird ein unbescholtenes Mädel quasi über Nacht zur Verbrecher-Jägerin, hantiert mit Waffen und ermittelt in dunklen Ecken. Kein Wunder, dass es einen männlichen Part geben muss (um genau zu sein, sind es sogar zwei), der die schützende Hand über sie hält.

Würde der Film mit Ironie, skurrilem Humor oder einer übermäßig tollpatschigen Heldin ausgestattet sein, könnte man die absurde Handlung sogar hinnehmen. Doch „Einmal ist keinmal“ bietet all das nur in kleinen Dosen und nimmt sich damit viel zu ernst. Auf einen Lacher folgt in der nächsten Szene wieder knallharter Stoff für einen Kriminalfilm und so schwappt der Film ständig zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit hin und her ohne eine klare Linie zu finden. Auch Stephanie entpuppt sich stellenweise als überfordert und tollpatschig, doch letztlich kommt sie klar in ihrer neuen Rolle und mimt eine Kampfamazone. Katherine Heigl ist gekonnt charmant, verleiht der Figur aber nichts, was sie sonderlich einprägsam und besonders macht. Ähnlich verhält es sich mit Jason O´Mara als Ex-Lover Joe, der sie zunächst noch ohne mit der Wimper zu zucken austrickst, dann aber plötzlich doch ihre Hilfe braucht. Da stechen die Nebenrollen wie Debbie Reynolds als burschikose Großmutter und Sherri Shepherd als schwatzhafte Prostituierte schon mehr heraus und geben dem Film Farbe und Grund zum schmunzeln.

Doch insgesamt mangelt es „Einmal ist keinmal“ doch an so einigem, um als gelungen durchzugehen. Man hat ständig das Gefühl, im Schweinsgalopp durch eine recht vorhersehbare Geschichte gejagt zu werden, in der nach kurzer Dramatik alles wieder gut wird. Das meiste wirkt sehr inszeniert und daher zu ernst, um als augenzwinkernde Persiflage wahrgenommen zu werden. Ähnlich wie bei „Kiss & Kill“ hat Heigl sich für eine dürftige Geschichte hergegeben und warum das ganze „Einmal ist keinmal“ heißt, nachdem der Originaltitel „One for the money“ schon mehr Sinn macht, erschließt sich aus dem Film alleine nicht. Die Aussage scheint zu sein: Verbrecher jagen ist nicht schwer, das geht sogar auf Stöckelschuhen und mit Mini-Handtaschenpistole. Wann DAS die Moral der Story sein soll, hat der Regisseur alles richtig gemacht.

1.5 Sterne

Der Film läuft ab 19. April in den deutschen Kinos.

Trailer:

Copyright Trailer: Concorde Film

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