Film | Superclassico…meine Frau will heiraten! (Kritik)

Filmposter Superclassico

Handlung: Christian hält es nicht mehr aus: Vor elf Monaten hat seine Frau Anna ihn und den 16-jährigen Sohn Oscar verlassen. Von Kopenhagen zog sie nach Buenos Aires, um als Fußballmanagerin zu arbeiten. Eine neue Liebe hat sie dort auch gefunden: Den athletische Fußballprofi Juan Diaz. Nachdem Weinhändler Christian zunächst die Hoffnung hatte, dass Anna zu ihm zurückkehren würde, sieht er nun nur noch eine Chance, seine Ehe zu retten. Er fliegt mit Oscar nach Argentinien. Dort wird er allerdings mit purem Liebesglück konfrontiert. Dazu kommt ein resolutes Hausmädchen, das ihm nachstellt, verrückte Fußballfans und ein Weinanbauer, der Christian nicht nur Tipps zum perfekten Wein, sondern auch zur Liebe gibt. Oscar verliebt sich unterdessen in die schöne Veronica und beschwört damit zusätzlichen Ärger herauf.

Kritik: Wer verlassen wird, der findet sich entweder damit ab, oder er versucht alles, den oder die Verflossene/n zurückzubekommen. Es fällt nicht schwer mit dem Protagonisten Christian mitzufühlen, der sich spontan für die zweite Variante entscheidet und damit die Grundlage für die Komödie von Regisseur Ole Christian Madsen bildet. Auf geht’s ins warme und pulsierende Buenos Aires, wo die Argentinier bei allen Gelegenheiten ihr Temperament spielen lassen. Der deprimierte Christian und sein eigenbrödlerischer Sohn Oscar sind in diesem Szenario so wunderbar deplatziert, dass es einfach nur lustig ist. Dabei schafft es „Superclassico…Meine Frau will heiraten“ glücklicherweise nahezu durchgehend, nicht ins Lächerliche abzurutschen. Im Gegenteil ergibt sich eine erfrischende Komödie, die es auch noch schafft gelegentlich ernste Töne anzuschlagen. Geschickt fließen laufend Informationen aus dem bisherigen Leben von Christian und Anna ein, aber auch über die Nebenfiguren. Eine Erzählerstimme aus dem Off betten das Geschehen zusätzlich ein und nimmt den Zuschauer ein wenig an die Hand. Die Darsteller Anders W. Berthelsen (als Christian) und Paprika Steen (als Anna) spielen das einst glückliche, aber jetzt entfremdete Paar sehr gut. Sie geben ihren Figuren Pfiff aber auch eine Portion Tragik. Gerade Anna, die unsicher in ihren Gefühlen wird, wirkt manchmal überdreht, oft aber nur allzu realistisch in ihrer Suche nach dem Glück.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Handlung mal nicht so vorhersehbar ist, wie viele Hollywood-Romanzen. An den Charme und die Frische solcher europäischer Produktionen kommt die so genannte Traumfabrik auch oftmals nicht heran. „Superclassico“ ist eine Mischung aus „Die fabelhafte Welt der Amelie“, „Willkommen bei den Sch´tis“ und „Maria ihm schmeckts nicht“: Originell und fantasievoll wird der Versuch eines Mannes geschildert, sein altes, glückliches Leben zurückzubekommen. Dazu wird mit landeskulturellen Klischees gespielt, die für viele skurrile und unterhaltsame Momente sorgen. Ernste Momente geben dem Film Haftung und sorgen für Mitgefühl – aber alles ohne an Leichtigkeit zu verlieren. Garniert wird das Ganze mit Aufnahmen von Buenos Aires, die zwar einem Tourismus-Werbefilmchen entsprungen sein könnten, aber als exotische Kulisse ihren Zweck durchaus erfüllen. Die dänische Produktion bietet eine gelungene Unterhaltung mit netten Einfällen und guten Schauspielern. Das allumfassende Thema ist die Liebe: alte und neue, die zur Familie, zum Kind, zum Land, zum Fußball und natürlich zu sich selbst.

4 Sterne

Der Film startet am 3. Mai in den deutschen Kinos.

Trailer und Bilder:

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