Film | Project X (Kritik)

Projekt X Filmplakat

Handlung: Thomas ist 17 geworden und seine Eltern fahren über das Wochenende weg. Für Thomas´ Freund Costa ist klar: Die Gelegenheit muss genutzt werden. Da die zwei und ihre Kumpels JB und Dax nicht gerade zu den Beliebtesten der Schule zählen, will Costa die Party nutzen, um endlich an die tollsten Mädchen heranzukommen. Also macht er die anstehende Geburtstagssause so publik wie möglich, er nutzt sogar das Internet für eine Ankündigung. Der schüchterne Thomas ahnt nichts davon und hofft auf eine nette kleine Gartenfete mit ein paar dutzend Schülern. Doch dank Costas Offensive stürmen immer mehr junge Leute das Elternhaus des Geburtstagskindes und mit fortschreitender Stunde droht das Event mehr und mehr zu eskalieren.

Kritik: Stell dir vor du schmeißt eine Party und keiner kommt. Bei „Project X“ passiert das genaue Gegenteil: Ein paar Nerds rufen und alle kommen. Vielleicht ist es nicht die realistischste Story, aber andererseits gibt es auch Einblick in die Feierkultur von us-amerikanischen Highschool-Kids. Hauptsache sie finden Platz zum ausgelassenen feiern, wo und bei wem ist zweitrangig. So entspinnt sich in dem Film von Regisseur Nima Nourizadeh, der hier seine erste Regiearbeit verwirklichte – ein rauschendes Fest, festgehalten mit einer Handkamera. Die Methode, verwackelte aber damit dokumentarisch anmutende Bilder zu liefern, kannte man bisher lediglich aus Horrorfilmen, allen voran „Blair Witch Project“. Aber warum soll das nicht auch bei einer Komödie klappen? Die zugegebenermaßen simple Handlung dreht sich einzig um die Party und mutet zeitweise wie ein langes, buntes Musikvideo an, in dem die Bilder nicht immer ganz jugendfrei sind. Der Grund dafür ist simpel: Regisseur Nourizadeh stammt aus dem Musikvideogeschäft und nutzt dieses Know-how für sein erstes Filmprojekt.

Während die Partyfans feiern, rutscht Thomas immer mehr in die Bredouille, die durch den Gästepulk entstehen. Eins ist klar: Wer „Project X“ guckt, sollte das, was passiert, nicht allzu ernst nehmen und sich erst recht kein Vorbild daran nehmen. Denn Fluchen, Alkohol, Drogen und Sex bestimmen das derbe Geschehen. Geschmackvoll ist das nicht immer, eigentlich die meiste Zeit nicht. Aber nichtsdestotrotz macht dieser ungewöhnliche Film Spaß und bleibt im Kopf – wohl nicht zuletzt wegen der einprägsamen Beats und dem passenden Bilderspektakel. Nettes Detail am Rande: Die Handlung ist an wahre Begebenheiten angelehnt. Produziert wurde der Film von „Hangover“-Regisseur Todd Phillips; dieser Einfluss ist schon aufgrund des feiernden Quartetts, das so ziemlich kein Fettnäpfchen auslässt und trotz aller Vorfälle letztlich zusammenhält, erkennbar. Die vier Jungs sind liebenswerte Loser, die (aus ihrer Sicht) die Chance ihres Lebens nutzen, endlich richtig Spaß zu haben und als cool zu gelten.

Was man sich in diesem Bilderrausch glatt hätte sparen können, ist die Pseudo-Love-Story zwischen Thomas und seiner Freundin Kirby. Denn diese eher ernsten Szenen fallen bei dem skurrilen und tabulosen Geschehen schlichtweg aus dem Rahmen. Hier hätte man ruhig etwas konsequenter in der Filmidee sein können. Trotz kleiner Abzüge und einem Humor, der oft auf der Grenze des guten Geschmacks wandelt, ist es ein Film, der schon durch diese ungewohnte Machart sehenswert ist. Letztlich ist er doch ein Spiegel der heutigen Partykultur: Lauter, wilder härter lautet das Motto und „Es lebe der Augenblick.“

Kinostart: 3. Mai 2012

3.5 Sterne

Trailer und Bilder:

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Eine Antwort zu Film | Project X (Kritik)

  1. […] Grimm“ Märchenerfahrung sammeln konnte und Newcomer Thomas Mann (einer der Feierwütigen aus „Project X“) dabei. Dieses beachtliche Ensemble sorgt im Film für Spaß, dazu kommt die gute Tricktechnik, die […]

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