Film | Wir kaufen einen Zoo (Kritik + Trailer)

wir kaufen einen zoo plakat

Handlung: Der verwitwete Benjamin Mee wünscht sich für seine beiden Kinder einen Tapetenwechsel. Also sucht er nach einem neuen Heim und wird schließlich fündig. Dumm nur, dass zum Wunschhaus gleich noch ein ganzer Zoo dazu gehört. Benjamin wagt das Experiment – auch auf Bitten seiner kleinen Tochter Rosie hin – und beschließt dem einstigen Erfolgspark zu neuem Glanz  zu verhelfen. Zur Seite stehen im dabei Tierpflegerin Kelly und ihr engagiertes Team, das sich trotz der Schließung vor vielen Jahren weiter um die Verpflegung der Tiere kümmert. Benjamin entwickelt Spaß am Projekt, doch muss bald feststellen, dass bei ihm die finanziellen Mittel zur Neige gehen. Kann er den Zoo dennoch retten?

Kritik: Man nehme eine wahre Geschichte, schmücke sie hier und da ein wenig aus, besetze sie mit bekannten Hollywood-Schauspielern und lasse einen erfahrenen Regisseur ran. Nach diesem Rezept ist die Familienkomödie „Wir kaufen einen Zoo“ entstanden. Was sich nach Erfolgskonzept anhört, ist hier allerdings ein wenig in die Hose gegangen. Der Film ist vor allem schnulzig und klischeebeladen – so sehr, dass die Darsteller nicht mehr viel raushauen konnten. Matt Damon gibt den Witwer, der sich liebevoll um seine Kinder kümmert gewohnt gut, aber sein Leid über den Verlust der großen Liebe ist nicht gerade das, was man sich ständig anhören will, wenn es eigentlich um die Rettung eines Zoos geht. Dazu kommt noch der Konflikt zwischen ihm und dem Sohn, der gerade in die Pubertät gerät und daher einfach die Protesthaltung einnehmen muss, zumal er sein gewohntes Umfeld und Freunde verliert, sich dafür aber mit „uncoolen“ Tieren umgeben und kräftig mit anpacken muss. Erfrischend ist dagegen die kleine Rosie, die man einfach süß finden muss. Scarlett Johannson nimmt man die Rolle der burschikosen Tierpflegerin ohne Privatleben leider nicht so ganz ab. Ihre beste Leistung liefert sie hier definitiv nicht ab. Und dann entwickelt der gebeutelte Benjamin auch noch einen besonderen Draht zu einem altersschwachen Tiger. Da tropft der Schmalz nur so raus und das einzige was fehlte, ist, dass sich am Ende alle Tiere zusammen vor ihrem menschlichen Retter versammeln und singen.

Der  Film liefert durchaus hin und wieder nette Szenen, die auch mal zum Lachen bringen, darüber hinaus sind die Tier- und Umgebungsaufnahmen schön anzusehen. Auch die Musikauswahl passt. aber insgesamt ist das ganze Geschehen einfach viel zu weich gespült und ohne Überraschungen oder innovative Ideen. Für Kinder gibt es immerhin eine Menge Tiere zu sehen, die nicht in enge Gehege eingepfercht sind, sondern viel Platz haben. Das verleiht „Wir kaufen einen Zoo“ immerhin ein wenig Charme, aber ansonsten dümpelt die Handlung eher vor sich hin ohne echte Höhen und Tiefen.  Regisseur Cameron Crowe, der bei Filmen wie „Jerry Maguire“ und „Vanilla Sky“ bereits richtig gute Arbeit geliefert hat, war hier wohl nicht in der Lage, eine tolle Inszenierung zu liefern. Dabei hielt er sich nicht mal an das Originaldrehbuch, sondern nahm sich eine Menge künstlerische Freiheit raus. Ein Beispiel dafür: Während Benjamins Frau in Wirklichkeit erst starb, als sie bereits einige Wochen an dem Zooaufbau arbeiteten und er den gemeinsamen Traum weiterführt, treibt im Film erst der Tod der Frau den Witwer weg aus dem gewohnten Umfeld. Ob diese Änderung so spitzfindig war, sei dahingestellt. Dennoch ist im Ergebnis ein Film herausgekommen, der lauter Dinge zeigt, die man so schon zu Hauf gesehen hat – schade, denn die echte Vorlage hätte doch eigentlich genug Potential für eine außergewöhnliche Geschichte gehabt. So gibt es nur eine weichgespülte Familiengeschichte, die vielleicht für Matt Damon-Fans ganz nett anzusehen ist, aber ansonsten wenige wirklich begeistern wird.

2.5 Sterne

Der Film läuft seit dem 3. Mai in den deutschen Kinos.

Trailer:

Copyright Trailer: 20th century fox

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