Film | Lachsfischen im Jemen (Kritik + Trailer)

Lachsfischen im Jemen Poster

Handlung: Ein reicher Scheich hat einen Traum: Lachse im Jemen anzusiedeln. Die nötigen Gewässer dafür hat er bereits mit großem Aufwand anlegen lassen. Seine Investment-Beraterin Hariette Chetwode-Talbot nimmt Kontakt mit Dr. Alfred Jones auf, der im Ministerium für Fischerei arbeitet und sich mit dem Lebensraum von Lachsen auskennt. Den Plan des Scheichs hält er für eine verrückte Idee. Doch dann wird er dazu gezwungen, den Versuch tatsächlich zu wagen. Gemeinsam mit Hariette arbeitete er an einem visionären Projekt und findet damit gleichzeitig eine Chance, aus seinem eingefahrenen Ehe-Alltag heraus zu kommen. Hariette hat dagegen mit ganz anderen Dingen zu kämpfen. Ihr neuer Freund Robert ist in Afghanistan stationiert und gilt plötzlich als vermisst.

Kritik: Viele große Errungenschaften beginnen als Ideen, die vom Umfeld belächelt, oder sogar völlig abgewiesen wurden. Ähnliches scheint auf den Einfall des Scheichs zuzutreffen, der für den Film „Lachsfischen im Jemen“ die Grundlage bildet. Die Geschichte basiert auf den Debütroman von Paul Torday. Für die Hauptrollen konnte Regisseur Lasse Hallström – der beispielsweise „Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ sehr rührend inszenierte – die bekannten Hollywood-Größen und Emily Blunt gewinnen. Sie tragen auch eine Menge dazu bei, dass der Film unterhaltsam geworden ist. McGregor als höflicher und etwas verklemmter Fischfreund ist herrlich anzusehen, Blunt überzeugt mit der lebensfrohen und schlagfertigen Art ihrer Figur als Gegenpart. Obwohl Hariette und Alfred beide in einer Beziehung stecken, beschleicht einen schnell der Verdacht, dass aus denen etwas werden könnte. Diese mögliche Liebesgeschichte steht aber zunächst im Hintergrund.

Dafür wird die aberwitzige und Wellen schlagende Situation verfolgt, in der aus politischen Gründen das Lachsumsiedlungs-Projekt von höchster Stelle vorangetrieben wird. Das bietet viel Anlass zu skurrilen Momenten und lustigen Begebenheiten. Doch dann verlagert sich die Handlung mehr und mehr zu den Liebeswirren der Hauptfiguren und geht damit weg von der politisch angehauchten Satire. Für Romantiker ist das vielleicht genau das Richtige, aber die anfänglich aufgebauten Erwartungen an den Film werden damit ein wenig enttäuscht. Positiv hervorzuheben ist dabei allerdings, dass „Lachsfischen im Jemen“ nicht zum vorhersehbaren Liebesfilm verkommt. Zärtliche Gesten bleiben zudem zurückhaltend und sympathisch statt überzeichnet – zwar ein Kontrast zur restlichen Handlung, aber dennoch fügt sich alles recht harmonisch zusammen. Regisseur Hallström drückt so dann und wann auf die Tränendrüse, ohne gefühlsduselig zu sein. Er schneidet eine Reihe von Themen an, über den Einsatz von Soldaten in Afghanistan und politische Strategien um Wähler zu fangen bis hin zu ganz persönlichen Schicksalen. In die Tiefe kann bei der Fülle nicht immer gegangen werden, aber das tut dem Filmgenuss keinen Abbruch. Hallström drehte mit einem guten Gespür für passende Darsteller und die fast durchgehend richtige Mischung zwischen traurigen und witzigen Momenten einen sehenswerten Film.

Kinostart: 17. Mai 2012

3.5 Sterne

Trailer:

Copyright Trailer + Poster: Concorde-film

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