Film | Snow White and the Huntsman (Kritik + Trailer)

Snow White and the Huntsman Poster

Handlung: Die Untertanen sind überglücklich, als das Königspaar eine Tochter bekommt. Das Mädchen wird Snow White getauft und ist nicht nur hübsch, sondern auch herzensgut. Doch dann wird die Königin schwer krank und stirbt. Der König heiratet wenig später die hübsche Ravenna. Doch die verfolgt einen hinterhältigen Plan: Sie tötet ihren frisch angetrauten Ehemann und beginnt mit ihrer eigenen Armee eine düstere Schreckensherrschaft. Dank dunkler Magie kann ihr keiner etwas anhaben. Anderen Frauen kann sie die Jugend aussaugen um selbst nicht altern zu müssen. Ihre größte Konkurrentin Snow White sperrt sie in einen Turm ein und isoliert sie von der Außenwelt. Doch als das Mädchen fast erwachsen geworden ist, gelingt ihr die Flucht und damit beginnt ihr Abenteuer mit dem Ziel, sich die Krone von der bösen Königin zurückzuholen.

Kritik: Gerade einmal zwei Monate ist es her, dass Regisseur Tarsem Singh das grimmsche Märchen von Schneewittchen für die Leinwand interpretierte und dabei auf bunte Farben und karikierte Figuren setzte. Nun ist das Kontrastprogramm dazu in den Kinos angelaufen: Rupert Sanders, bisher Werbefilmer, machte aus der Geschichte ein düsteres Epos, das an „Herr der Ringe“ und „Brother Grimm“ erinnert. Auch wenn es sich um Sanders Debüt handelt, hat er den Stoff wesentlich besser und mitreißender umgesetzt, als Singh. Zunächst einmal glänzt Charlize Theron als dunkle, zur Königin gekrönte Magierin. Sie schafft es, nicht nur die Bösartigkeit darzustellen, sondern auch eine gewissen Verzweiflung an ihrer Lage. Die Figur hat ungewohnt viel Tiefe denn der Zuschauer erfährt, wo der Ursprung für den Wunsch nach ewiger Jugend liegt. Ihr Gegenpart, das gute Schneewittchen, wird von Kirsten Steward – der ewigen Bella – verkörpert. Leider ist sie nicht die beste Wahl für diese wichtige Rolle, denn wer sie in ihrer Paraderolle als große Liebe des Vampirs schon seltsam fand, der bekommt dieses Gefühl hier erneut. Die Titelrolle scheint ihr Können zu überschreiten, die Rolle der Erlöserin kann sie nicht richtig ausfüllen, vor allem im direkten Vergleich zur großartigen Theron. Dann wären da noch die Männer: „Thor“-Darsteller Chris Hemsworth als raubeiniger Jäger – konsequent entsprechend dem beibehaltenen englischen Filmtitel Huntsman genannt – und Sam Claflin als Sandkastenfreund William. Beide empfinden etwas für Snow White und kämpfen mit allen Mitteln für ihr Überleben. Wen sie liebt und zu wem sie gehört, wird nicht wirklich geklärt, das ist aber auch nicht weiter tragisch. Denn eigentlich dreht sich der Film um den Kampf zwischen zwei Frauen, die das Gute und das Böse symbolisieren, und das mit beeindruckender visueller Kraft nach bestem Märchen-Grundsatz.

Rupert Sanders hat ein Gespür für ausdrucksstarke und mitreißende Bilder. Daher ist „Snow White and the Huntsman“ ein wahrer Augenschmaus. Die Spezialeffekte spielen eine große Rolle und lassen nicht nur die Königin sich verjüngen oder in Raben verwandeln, sondern erwecken auch Trolle und Elfen zum Leben. Damit entsteht eine fantasievolle Welt, in der Düsternis und Helligkeit einen weiteren starken Kontrast bilden. Mal hält sich der Film sehr nah am Grimm-Märchen von Schneewittchen, beispielsweise wenn Snow White vom vergifteten Apfel isst oder ihr Tiere dabei helfen, einen Weg in die Freiheit zu finden. Doch dann fügen sich neue Elemente dazu, gerade wenn es um die vielschichtige Figur der bösen Königin geht oder darum, dass Snow White in Ritterrüstung und mit Schwert in vorderster Front um die Zukunft des Königreiches mitkämpft. Die Zwerge sind tapfere Krieger und die letzten ihrer Art, der Jäger ist zwar Snow Whites Rettung, aber in ganz anderer Weise, als in der Original-Geschichte. So gibt es in der neuen Hollywood-Produktion laufend etwas zu entdecken und man fiebert erwartungsvoll darauf hin, was wohl passieren wird. Das Ende erfüllt die Erwartungen dann nicht ganz und ist fast zu unspektakulär im Hinblick auf die restliche Opulenz des Films. Dennoch ist diese düstere Geschichte absolut sehenswert und bietet beste Unterhaltung. Wer bedenkt, dass Märchen häufig sehr abgründig und grausam sind, bevor das Happy End einsetzt, der wird feststellen, dass „Snow White and the Huntsman“ den Kern dieser alten Geschichten besser aufgreift, als viele andere vorangegangene Verfilmungen. Die inzwischen möglichen Spezialeffekte bringen das auf die Leinwand, was sich zu Zeiten der Gebrüder Grimm höchstens in den Köpfen der Geschichtenerzähler und Zuhörer abspielen konnte.

Kinostart: 31. Mai 2012

4 Sterne

Trailer:

Copyright Poster und Trailer: Universal Pictures

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5 Antworten zu Film | Snow White and the Huntsman (Kritik + Trailer)

  1. Walkiriye001 sagt:

    Der Film an sich ist recht gut. Mir hat er wirklich gut gefallen. Auch an den Schauspielern ist nichts auszusetzen, außer bei unserer Kristen Steward. Schon bei der Twilight-Saga hat man gemerkt, recht viel sagt die Geliebte von Edward nicht. Und auch bei diesem FIlm ist es so, mir kommt vor nicht einmal diese wenigen Sätze bringt sie gut rüber. Zudem, so kommt mir vor, schauspielert sie nicht so gut wie Alle meinen. Und mal ganz ehrlich: die „Schönste im ganzem Land“ ist sie nun ja auch nicht. Sie hätten sich jemanden aussuchen können der etwas hübscher ist, oder zumindest jemanden der „etwas mehr Speck an den Rippen“ hat, und nicht so ein Mädchen, wo einige Eltern Angst um die eigene Tochter haben müssen, v.a. jetzt wo die jungen Mädchen sehr auf die geliebten Schauspieler achten und auch ihre „Figur“ haben möchten. Viele beneiden die junge Schauspielerin um ihre „Figur“, doch möchte ich betonen, dass die Frau mit etwas mehr Kurven und Rundungen viel schöner ist.
    Zurück zum Film. Die Geschichte von den Zwergen ist sehr rührend; mir brach es fast das Herz als Gus starb, und auch Huntsmans Geschichte ist nicht übel. An einer Stelle bin ich recht stutzig geblieben: als unsere Snow white ihre Armee vor die Burg der bösen Hexe geführt hat, trug sie keinen Helm, ich meine das ist ja wohl ein MUSS für jeden der ein Krieg führt. Das was mich sehr gestört hat war, dass sich die Menschen, sowie Zauberwesen nicht mit Ihr, bzw. Euch ansprechen, sondern mit einem schlichten DU. Wenn es schon ein mittelalterlicher Film sein sollte, dann bitte richtig. Die Spezialeffekte des Films haben mich sehr beeindruckt. Und er weiße Hirsch war zauberhaft!

    Zusammenfassend ist es ein sehr schöner Fim, den ich sicherlich auch in Zukunft wieder sehen werde, trotzdem bin ich der Meinung, dass man bei der Suche nach „der“ Hauptrolle jemand besseres hätte finden können und müssen. Die anderen Schauspieler waren ganz toll. Nur wie gesagt, die Steward ist laut mir nicht soo eine tolle Schauspielerin wie Alle sagen, und nur weil sie viele Fans durch die Twilight-Saga gewonnen hat, beweist das noch lange nicht das RICHTIGE Talent.

    • 360hcopa sagt:

      Über Frauengeschmäcker lässt sich bekanntlich streiten – ich finde sie sexy ohne Ende, bis auf ihre riesen Ohren die im letzten Filmdrittel uns beglücken sollen. (;-)
      Das Bashing auf ihr schauspielerisches Talent scheint common sense zu sein, auch hier teile ich die Meinung nicht.

  2. Walkiriye001 sagt:

    Ich bin Ihnen dankbar dass sie auf meinen Kommentar geantworten haben, und ich bin auch froh darüber dass nicht alle meine Meinung teilen🙂 . Denn, wo wären wir heute wenn jeder Mensch gleich wäre? Sicherlich nicht recht weit!
    Es lebe die Vielfältigkeit!

    • cap82 sagt:

      Das stimmt, Rezensionen, egal ob zu Filmen, Konzerten oder Theaterstücken, sind eine total subjektive Sache und man wird damit nie die Meinung aller treffen und daher auch nie alle damit glücklich machen. Daher freue mich auch immer über andere Eindrücke und Einschätzungen. :o)

  3. […] einfach weiter, lässt sie erwachsen und zu selbstbewussten Hexenjägern werden. Ähnlich wie bei „Snow White and the Huntsman“ sowie „Brother Grimm“ geht die Märchenadaption mit düsteren und morbiden Kulissen einher und […]

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