Film | Prometheus (Kritik + Trailer)

Prometheus Poster

Handlung: 2093: Die „Prometheus“ ist auf dem Weg zu einer Planetenkonstellation, die bereits vor tausenden von Jahren an unterschiedlichen Orten auf der Welt verewigt wurde. Einer der Planeten scheint der Erde sehr zu ähneln – dort vermuten einige Wissenschaftler den Ursprung des Menschen. Nach mehrjähriger Flugzeit ist das Raumschiff angekommen und der Androide David, der während der Reise die Stellung hielt, weckt die Crew. Diese besteht aus allerlei Experten, darunter ein Flugass, ein Geologe und das Forscherpaar Elizabeth und Charlie, die die Hinweise auf die geheimnisvolle Planetenkonstellation entdeckt hatten. Die erste Entdeckungstour bringt erstaunlich Erkenntnisse, doch gleichzeitig kommt eine geheimnisvolle Substanz mit an Bord und gefährdet die Crew.

Kritik: Auf seine alten Tage hat Ridley Scott (immerhin schon 74-Jährig) noch einmal auf dem Regiestuhl Platz genommen. Aber nicht um irgendeinen Film zu drehen, sondern sich der Vorgeschichte zu seinem 33 Jahre alten Werk „Alien“ zu widmen. Dafür konnte er ein echtes Starensemble verpflichten. Neben Charlize Theron (zuletzt abgrundtief böse in „Snow White and the Huntsman“ zu sehen) und Michael Fassbender („Jane Eyre“) die Schwedin Noomie Rapace, bekannt geworden durch die Stieg-Larsson-Verfilmungen „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“. Während die in ihrer Rolle der wissbegierigen und gleichzeitig gottesfürchtigen Forscherin zeitweise schon zu viele Emotionen und Anstrengung in ihr Spiel legt, glänz Fassbender hingegen durch die Reduktion von Gefühlen. In der Rolle des auf bestimmte Aufgaben und Ziele hin programmierten künstlichen Menschen überzeugt er am meisten. Allerdings ist er auch der unberechenbarste Charakter des Films, denn welche Motive ihn zu bestimmten Taten antreiben, bleibt unklar.

Hier liegt auch schon ein Mangel des Prequels: Vieles bleibt unklar – einerseits deshalb, weil es wohl noch einen zweiten Teil der Vorgeschichte geben soll, doch andererseits lassen sich viele Unklarheiten nicht beseitigen. Obwohl „Prometheus – Dunkle Zeichen“ zwei Stunden dauert, werden manche Aspekte sehr schnell vernachlässigt oder abgehakt. So zum Beispiel die Beweggründe von Geldgeber Peter Weyland. Was er sich von der Reise erhofft, erscheint völlig wirr und wird auch nicht näher thematisiert. Erschwerend kommt hinzu, dass der Greis von Guy Pearce – gerade mal Mitte 40 – gespielt wird, und die Maskerade mehr schlecht als recht gelungen ist.

Ein Pluspunkt: „Prometheus“ ist durchaus spannend denn die Neugier auf die kommenden Geschehnisse und die Zusammenhänge mit „Alien“ halten einen bei der Stange. Doch diese Erwartungshaltung erfüllt sich nicht vollkommen. Dazu fehlt es dem Science-Fiction-Werk auch an Raffinesse und überraschenden Aha-Effekten. Eigentlich läuft alles im üblichen Schema ab: Trupp landet auf fremdem Planeten, erkundet ihn, kommt in Schwierigkeiten und das Verderben beginnt. Zudem hat „Prometheus“ wenig von einem Thriller, denn Schreckmomente gibt es so gut wie keine. Scott baut eher auf den Ekelfaktor und den Schrecken über das, was man in aller Splatter-Manier sieht und nicht das, was man hinter der nächsten Ecke vermutet und in seiner Fantasie ausmalt. Das Gruseln, das in „Alien“ ein fester Bestandteil der Handlung war, kommt hier zu kurz.

Vielleicht ließ sich Regisseur Scott etwas zu sehr von den heutigen Möglichkeiten im Bereich der Special Effects hinreißen, anstatt sich etwas mehr an den Stärken des „Alien“-Auftakts von 1979 zu orientieren. Visuell ist der Film dadurch überzeugend und liefert gerade in der 3D-Variante fantastische Bilder. Doch wer in Hinblick auf die erzählte Geschichte aufgrund des genreweisenden Klassikers „Alien“ zu hohe Erwartungen an „Prometheus“ setzt, könnte etwas enttäuscht werden. Das heiß erwartete Prequel ist solide und zeigt zumindest in Teilen wie die fiesen Aliens entstanden sind. Wegen der vielen offenen Fragen ist die Neugier auf den zweiten Teil in jedem Fall da, vielleicht ergibt sich aus der Kombination noch ein vollends überzeugendes Projekt. Doch mit Blick auf diesen ersten Teil ist kein Meisterwerk entstanden.

Kinostart: 9. August 2012

3.5 Sterne

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: 20th Century Fox

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5 Antworten zu Film | Prometheus (Kritik + Trailer)

  1. 360hcopa sagt:

    Reblogged this on Liebes Tagebuch….. und kommentierte:
    Meine neue KinoKritik-Seite bringt heute den ersten Artikel, die andere musste ich ja wegen 3D-Hass kündigen.

  2. 360hcopa sagt:

    Klar sollte eines sein, mit dem Film wird man nur froh, wenn man akzeptiert, es ist der Vorspann zum Vorspann. Aber so schlecht kann das nicht werden, wenn wie bei Alien Cameron und Fincher nachlegen würden. Mit James als 3D Fanatiker würde das sicher genau so schön, wie heute. Ich bedauere sehr das ich es nicht an Deutschlands grösste Leinwand geschafft habe für dieses Film, aber das Kino ist tagsüber noch mit Dark Knight belegt.
    Die im Film dargestellten 3D Anwendungen – z. B. in Therons Kabine – hoffe ich in den nächsten 50 Jahren auch noch selbst nutzen zu können.
    Spoiler an !!!!:
    zu den ganzen Fragen die dir offen blieben. Was Guy wollte, ist doch ziemlich klar, sein Leben verlängern. Was für mich fragwürdig bleibt, wenn die Aliens die Ausrottungswaffe für die Menschheit ist, wie das letzte Filmdrittel indiziert, dann ist das die dööfste Waffe, die je gebaut wurde, sie haben sie selbst nicht unter Kontrolle und Kohlenwasserstoffverbindungen so auszulöschen, kann doch nur ein sadistisches Spiel sein, das gänge doch viel effektiver.
    Spoiler aus !!!!
    Freuen wir uns auf Teil 2.

    • cap82 sagt:

      Mir hat der 3D-Effekt bei „Prometheus“ ganz gut gefallen, wobei ich gestehen muss, dass er mir nach einer gewissen Laufzeit gar nicht mehr so sehr aufgefallen ist. Ich weiß nicht, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen.😉
      Was meine offenen Fragen angeht: Ich habe mich da vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt: Was Weyland/Pearce will, ist klar, aber ich habe nicht verstanden, wie er sich die Erfüllung dieses Wunsches nach einem längeren Leben vorgestellt hat. Das Aufeinandertreffen mit seinen Schöpfern hat ja im Grunde nichts damit zu tun, seinen altersbedingten Tod zu verhindern. Aber der Typ war sich in seiner Mission ja wohl ziemlich sicher, bei dem was er dazu alles gemacht hat (das riesige Raumschiff bauen lassen, Crew aus aller Welt zusammenstellen, jahrelang durchs All reisen…) Die biologische Waffe der „Menschen-Schöpfer“ sorgte bei mir allerdings auch für Verwirrung. Sie waren so weit in vielen Dingen, aber da haben sie ja ziemlich die Kontrolle verloren.
      Aber letztlich bleibt die Neugier auf Teil 2, wie du schon sagst.🙂

      • 360hcopa sagt:

        Hoffentlich darf man so ehrlich sein, ich hatte gestern leichte Zweifel, sie schreibt so schöne Kritiken und kann dem Handlungsstrang Weyland nicht folgen?!?
        Wie er sich nun die praktische Umsetzung vorgestellt hat, ist ja nicht ganz so wichtig, der Schöpfer wird`s
        schon richten, irgendwas mit Genen/DNA/BLABLABLA……..nicht sterben wollen, das ist doch schon ne Krankheit an sich.
        Das du den 3D Effekt dann nicht mehr bewußt war genommen hast, glaube ich ist ein gutes Zeichen, so wie damals im Heimkino HD kam und man bei jedem Film diskutiert hat, ob die Bildqualität nun toll ist, sollte nun 3D langsam unsere Sehgewohnheit bestimmen, auch wenn´s sehr langsam gehen wird. Tolle Momente, wo ich dann Wow gemacht habe, gab´s trotzdem noch genug. Landschaft am Anfang, Sternenkarte der Schöpfer, unsere Heldin rennt das letzte mal zu ihrem Erdraumschiff etc.

  3. […] Movie“-Teilen und Simon Baker als smarter Guy. Rose Byrne („Brautalarm“) und Rafe Spall („Prometheus“) versinken hingegen leider oftmals in Klischee-Gehabe, beispielsweise wenn er als Betrunkener den […]

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