Film | Cabin in the Woods (Kritik +Trailer)

cabin in the woods poster

Handlung: Dana schwärmt für ihren Lehrer. Um sie von der aussichtslosen Liebe abzulenken, planen ihre Freunde einen Wochenendtrip. Mit von der Partie: Danas beste Freundin Jules, ihr Freund Curt, der unverbesserliche Kiffer Marty und Holden – mit dem Dana verkuppelt werden soll. Der Ausflug führt die Klique in ein abgelegenes Waldhaus, so abgelegen, dass sie auf dem Weg mit dem Kleinbus nochmal an der Provinz-Tankstelle nachfragen müssen, ob sie richtig sind. Der ruppige Einheimische zieht es allerdings vor, die jungen Leute zu beschimpfen. Sie finden den Weg auch so und freuen sich zunächst über die Chance auf ungestörten Party-Spaß. Was sie nicht ahnen: Sie werden beobachtet, und das bei jedem Schritt, den sie tun. Und die unbeschwerte Party hat schon bald ein jähes Ende.

Kritik: Fünf junge Leute in einer Waldhütte mit Lust auf ausgelassenes Feiern, doch dann kommt alles ganz anders… Wer schon mal ein paar Horror- oder Splatterfilme gesehen hat, dem wird diese simple Handlung ziemlich bekannt vorkommen, um nicht zu sagen aus den Ohren raushängen. Warum also dreht der Regisseur Drew Goddard, der doch den dokumentarsich anmutenden Science-Fiction-Film „Cloverfield“ so gut umsetzte, den X-ten Film dieser Art? Es gibt eine Antwort auf diese Frage: „Cabin in the Woods“ ist nicht so, wie man denken mag, denn schon zu Filmbeginn zeigt sich dem Zuschauer eine weitere Handlungsebene. Zuviel sei über die Geschichte nicht verraten, da sonst der Reiz verloren geht. Doch was man sagen kann: Diesem (bereits 2009 gedrehten und aus Vermarktungsgründen lange liegen gelassenen) Horrorfilm wohnt eine raffinierte Idee inne, die es endlich einmal wieder schafft, wirklich neu zu sein. Und das ist nicht gerade leicht, bei all dem was man bereits filmisch geboten bekommen hat.

Leider hapert es bei „Cabin in the Woods“ mächtig bei der Umsetzung dieser Idee, was vor allem in der ersten Filmhälfte zum tragen kommt. Denn auch wenn hinter der vordergründigen Handlung im abgelegenen Wald noch mehr steckt, so sind diese Szenen doch wenig berauschend ausgefallen. Ganz im Gegenteil entsprechen sie den Klischees so sehr, dass sie nicht im geringsten packen oder erschrecken – auf der anderen Seite sind sie aber auch nicht so skurril, dass sie als Persiflage a la „Scary Movie“ durchgehen würden. Daher dümpelt die Geschichte um die unbeschwerte Party-Klique eher vor sich hin und auch als es blutig wird, fehlt es an wahren Schockmomenten. Die jungen Darsteller fallen zudem nicht gerade mit einer herausragenden Leistung auf. Chris Hemsworth, der zuletzt als fleischgewordener Comicheld „Thor“ und verwegener Jäger in „Snow White and the huntsman“ Charakter zeigen durfte, ist hier lediglich das muskulöse Sportler-Dööfchen und kann daher nicht mal ansatzweise zeigen was er kann. Die übrigen Darsteller bleiben auch nicht sonderlich im Gedächtnis haften.

Womit der Horrorfilm wieder einiges wett machen kann, ist das Finale, das für Splatterfans ein wahrer Leckerbissen ist und so ziemlich alle Register zieht. Da kann man die zähe Heranführung an diesen Showdown schon mal kurz vergessen. Einen kleinen Star-Auftritt einer Horrorfilm-erfahrenen Hollywood-Actrisse gibt es obendrauf, spätestens da werden alle Unklarheiten beseitigt. Auch wenn „Cabin in the Woods“ hier aufblüht und dadurch von vielen Kritikern hochgelobt wird, darf man nicht vergessen, dass der Film auch reichlich Schwächen aufweist. Offensichtlich überschätzt Regisseur Goddard (der auch am Drehbuch mitschrieb) den Clou der Story. Da dieser nämlich schon relativ früh deutlich wird, trägt er nicht den gesamten Film. Der Überlebenskampf der fünf Freunde ist für eine Persiflage nicht lustig und abgedreht genug, für einen ernsthaften Horrorthriller aber zu flach und abgedroschen. Daraus ergibt sich auch, dass man mit den Figuren nicht sonderlich mitfiebert. Neben der jungen Riege spielen auch noch weitere Darsteller mit, darunter der leinwanderfahrene Richard Jenkins („Ein Sommer in New York“, „Rum Diary“). Doch auch er kann in seine eindimensional angelegte Rolle wenig Charakter einbringen.

„Cabin in the Woods“ ist eine Mischung aus „Cube“ und „Truman Show“ mit blutigen Einlagen. Die Idee, die hinter der Handlung lauert, ist neu und raffiniert, doch leider steckt sie in einem ziemlich engen Korsett und kontrastiert zu stark mit den vordergründigen 08/15-Ereignissen. Wäre nicht eine gewisse Neugier auf das Ende, könnte einem schon vorher die Lust am Zusehen vergehen.  Immer mal wieder bewegt sich der Film, dessen Start schon mehrfach verschoben wurde, am Rand der Lächerlichkeit und bekommt nur knapp die Kurve. Das krachende Finale entschädigt zwar für einiges, doch zum Kultniveau reicht es beim besten Willen nicht.

Kinostart: 6. September 2012

3 Sterne

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Universum Film

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2 Antworten zu Film | Cabin in the Woods (Kritik +Trailer)

  1. xMichaelx sagt:

    Gute Kritik, gefällt mir. Ich konnte mit dem Film nicht sonderlich viel anfangen. Meines Erachtens hat er sich viel zu viel vorgenommen ! Das Finale alleine ist lächerlich und sprengt den gesamten Rahmen. Was daran innovativ sein soll frage ich mich bis heute. Die Effekte sind ganz nett, spannung kommt kaum auf.

    4 von 10 Punkten von mir und zwar aufgerundet.😉

  2. […] sind die beiden Protagonisten Hunt und Lauda, gespielt von Chris Hemsworth („The Cabin in the woods“, „Thor“) und Daniel Brühl („Lila Lila“, „Inglourious Basterds“), hervorzuheben. Wie […]

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