Film | To Rome with love (Kritik + Trailer)

to rome with love plakat

Handlung: Hayley und Michelangelo haben sich während ihres Rom-Urlaubs kennen und lieben gelernt, nun ist es Zeit, dass sich ihre Eltern miteinander bekannt machen. Hayleys Vater Jerry ist wenig begeistert, bis er Michelangelos alten Herrn unter der Dusche singen hört. Diese wunderbare Tenorstimme verdient es, auf die großen Bühnen der Welt zu kommen. Doch da gibt es ein Problem: Giancarlo kann nur unter der Dusche seiner Stimmgewalt freien Lauf lassen. Unterdessen trifft das frisch verheiratete Paar Antonio und Milly in Rom ein. Doch statt ihre Flitterwochen gemeinsam zu verbringen, geraten sie in einige skurrile Situationen, die mit allerlei sexuellen Abenteuern einhergehen. Nur unweit entfernt erhalten Jack und Sally Besuch von ihrer Freundin Monica. Obwohl er es nicht darauf anlegt, übt sie eine immer stärker werdende Anziehung auf Jack aus. Ebenfalls in einem beschaulichen Winkel von Rom erlangt der unbedeutende Angestellte und Familienvater Leopold über Nacht unerklärlichen Starruhm. Obwohl er kaum weiß, wie ihm geschieht, gewöhnt er sich zusehends an die überschwängliche Aufmerksamkeit.

Kritik: Trotz seines stolzen Alters von 76 Jahren kann Woody Allen das Filme machen nicht lassen. In seinem jüngsten Film nach „Midnight in Paris“, der ihm sogar einen Oscar einbrachte, stand er zudem nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera. Eine gute Entscheidung, denn als kauziger und experimenteller Opernregisseur Jerry ist er eine der unterhaltsamsten Figuren des Films. Nachdem sich Allen bereits filmisch in Barcelona, Paris und London austobte, wählte er nun Italiens Kulturhauptstadt, um Dinge zu erzählen, die doch universelle und weltumspannende Gültigkeit haben sollen. Alle vier Episoden von „To Rome with love“ beschäftigen sich mehr oder weniger stark mit der Lust und Last des Berühmtseins; dem Wunsch, sich in der Welt voller Menschen abzuheben und etwas darzustellen.

Am stärksten ist dabei die Geschichte, die damit noch am wenigsten zu tun hat. Der Grund dafür ist vor allem beim Darsteller-Ensemble zu suchen: Jesse Eisenberg („Facebook“) und Ellen Page („Inception“) bilden ein bezauberndes Pärchen, bei dem man nur darauf wartet, dass endlich etwas zwischen ihnen passiert. Originell ist auch die Idee, dass eine Art gealterter Jack (gespielt von Alec Baldwin) dem Treiben als imaginärer Ratgeber erneut beiwohnt und trotz seiner Warnungen nichts am Verlauf ändern kann. Eher wie Slapstick-Einlagen, statt als zu Herzen gehende Geschichten, wirken dagegen die übrigen Handlungen. Vor allem die plötzliche Berühmtheit, die Leopold erlebt, schwankt zwischen Unterhaltsamkeit und Lächerlichkeit. Die Botschaft, die dahinter steckt, schimmert zwar durch, wird aber gnadenlos so sehr überzeichnet, dass dies ein wenig auf der Strecke bleibt.

So kommt „To Rome with love“ wegen einem Problem leicht ins Straucheln, das viele Episodenfilme haben: Durch die Fülle an Handlungssträngen fällt es schwer, in eine Geschichte vollkommen einzutauchen. Zudem gibt es stärkere und schwächere Episoden, damit einhergehend verfolgt man die eine mit mehr Spannung und Interesse als die andere. An seinen Erfolg mit „Midnight in Paris“, der über die Gesamtstrecke zu verzaubern schaffte, kann Allen mit seinen Liebesgeschichten in Rom nicht anknüpfen, dafür sind die vier Episoden einfach zu unausgewogen. Auf der anderen Seite kann sich jeder aus dem Film das herauspicken, was ihm zusagt. Grund zum Schmunzeln gibt es dank der skurrilen Ideen immer wieder, die flotten Dialoge sind in gewohnter Woody Allen-Komödien-Manier bissig und unterhaltsam. Der Film flimmert gemütlich an einem vorbei und hat durchaus starke Momente mit guten Darstellern, aber ein homogenes und durchgehend überzeugendes Gesamtwerk will sich daraus nicht ergeben.

Kinostart: 30. August 2012

3.5 Sterne

Trailer:

Copyright Plakat + Trailer: Tobis Filmverleih

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