Film | Und nebenbei das große Glück (Kritik + Trailer)

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Handlung: Sacha ist mit dem Verlauf seines Lebens vollauf zufrieden: Er schreibt Werbejingles, feiert mit seinen Kumpels jeden Abend in der Bar rauschende Feste und da er am Klavier ein Virtuose ist, liegen ihm genügend Frauenherzen zu Füßen. Ganz nebenbei sorgt die tolerante und liebende Mutter für Ordnung in der großzügigen Junggesellen-Bude. Von Ehe und Kindern hält der Lebemann wenig, lieber genießt er das Leben als ungebundener Sunnyboy. Doch dann verändert eine einzige Begegnung alles: Er stößt mit der hübschen Charlotte zusammen und schon innerhalb kürzester Zeit landen die Zwei im Bett. Erst danach erfährt Sasha, dass sie die Noch-Frau eines reichen und einflussreichen Geschäftsmannes ist und noch dazu drei Kinder hat. Ehe Sacha es sich versieht, steckt er mitten drin in Charlottes Familienleben. Doch er arrangiert sich erstaunlich gut mit diesem Wunsch – bis ihr Nochmann von der Beziehung erfährt.

Kritik: Verrückt vor Liebe – die etwas theatralische Floskel für hoffnungslos Verliebte findet in der französischen Liebeskomödie „Und nebenbei das große Glück“ volle Anwendung. Denn angesichts der großen Gefühle spielen hier so ziemlich alle Beteiligten verrückt. Allen voran Hauptdarsteller Gad Elmaleh, der in seiner Heimat ein gefeierter Comedian ist. Damit erklärt sich auch schon, wie ein Teil seiner Rolle angelegt ist: klamaukig. Zusammen mit seiner Auserwählten Sophie Marceau tappt er quasi von einem Missgeschick ins Nächste – wirklich lustig ist das nicht, vor allem nicht, nachdem man sich als Zuschauer schon auf das Wiederkehren der peinlichen Szenen eingestellt hat. Dadurch fällt es außerdem schwer, die Geschichte zwischen Sacha und Charlotte wirklich ernst zu nehmen und mitzufühlen. Vor allem um Marceau tut es einem leid. Das ehemalige Bondgirl wird immer wieder aus ihrem sensiblen Spiel herausgerissen, um zu stolpern, zu fallen oder Grimassen der Überraschung zu machen. Ernste und lustige Elemente wollen sich einfach nicht zusammenfügen.

Dazu kommt die inhaltlich schwache Handlung: Ein überzeugter Junggeselle wird mir nichts dir nichts zum besten Freund von drei Kindern und um doch noch den nötigen Konflikt zu schaffen, muss der machtbesessene und eiskalte Ex anrücken – auch um einen Kontrast zum ach so guten Sacha darzustellen. Als absolut nervig erweist sich zudem sein bester Freund Laurent, der mit seiner hyperaktiven und respektlosen Art eher zu beschämtem Schweigen anstatt für Lacher sorgt. Besonders schön ist es auch, dass die Beziehung zwischen Sacha und Charlotte größtenteils auf Sex fußt, alles andere, wie beispielsweise Gemeinsamkeiten und gute Gespräche, ist Nebensache. Für einen französischen Film, der oft mit Wortwitz und tiefgründigen Gesprächen zwischen den Beteiligten (mit Vorliebe bei Wein und gutem Essen) punktet, besonders ungewöhnlich.

Es gibt nur wenige Szenen, in denen „Und nebenbei das große Glück“ überzeugt und verzaubert. Beispielsweise dann wenn Klamauk und Klischees mal abgelegt werden und die schöne Klaviermusik zum Tragen kommt. Gad Elmaleh und Sophie Marceau spielen nicht schlecht, doch sie können über die Oberflächlichkeit ihrer Rolle selten herauswachsen. So schafft es diese französische Liebeskomödie nicht mal ansatzweise zu überzeugen – Elmaleh ist viel zu oft bloß ein Clown, daher nimmt man ihn auf der anderen Seite den leidenden Verliebten nicht ab. Ähnlich ergeht es Marceau, die ebenfalls viel zu viel blödeln muss. Statt eines mitreißenden, stimmigen und originellen Liebesfilmes ergeben sich eine Anreihung von Sketch-Einlagen und der misslungene Versuch, diese mit einer gefühlvollen Handlung zusammenzufügen. Die berührenden Momente sind eher die Ausnahmen und daher vermittelt dieser Film von Regisseur James Hunt – auf dessen Konto bisher noch keine großen Erfolge gehen – nicht das „große Glück“.

Kinostart:  20. September2012

1.5 Sterne

Trailer:

Copyright Plakat + Trailer: Senator Film

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2 Antworten zu Film | Und nebenbei das große Glück (Kritik + Trailer)

  1. Naomi sagt:

    Na also! Ich verehre solche komödienhaften Liebesfilme, diese gehen ans Herz und lassen mich nach einem langen und harten Arbeitstag wieder aufatmen. Ich muss nicht noch am Abend eine Bildungsshow nach der anderen studieren. Zu viel Action treibt mir auch die Schweißperlen auf die Stirn, da ist solch ein Streifen genau das Richtige! Ich wünsche mir weitere Tipps und Filmhinweise auf zukünftige Lovestorys.

    • cap82 sagt:

      Solche Filme werden sicherlich auch weiterhin in meinem Blog vorkommen. Bald werde ich mir „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ ansehen, der ja glaube ich auch eine Liebesgeschichte enthält und auf den ich sehr gespannt bin. Der Trailer ist jedenfalls sehr vielversprechend. Die Kritik folgt dann hier! Vielleicht trifft der ja auch genau deinen Geschmack.🙂

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