Film | Skyfall (Kritik + Trailer)

skyfall poster

Handlung: James Bond und seine Kollegin Eve sind in der Türkei auf der Jagd nach einer Festplatte, welche die Identität nahezu aller NATO-Agenten enthält. Doch während der Verfolgungsjagd mit dem französischen Söldner Patrice wird Bond von einer Kugel getroffen und fällt noch dazu von einem Zug in die Tiefe. Der Totgeglaubte lebt, will sich aber aus dem gefährlichen Geschäft als Geheimagent zurückziehen; doch dann erfährt er, dass auf das Hauptquartier des MI6 in London ein Bombenanschlag verübt wurde. Er hadert nicht lange mit sich und kehrt von der Abgeschiedenheit zurück an seinen alten Arbeitsplatz. Obwohl merklich eingerostet, setzt M immer noch viele Hoffnungen in Bond. So lässt sie ihn nach ein paar Standard-Tests wieder in den Dienst und schon bald hat er eine neue Spur zu der wichtigen Festplatte, die in der Türkei erneut verloren ging. So macht Bond sich auf den Weg nach Shanghai um seinen einst begonnen Auftrag doch noch zu beenden.

Kritik: Dieser Bond-Film beginnt so ungewöhnlich, wie wohl noch keiner vorher: Nach rund 15 Filmminuten deutet alles darauf hin, dass 007 gestorben ist. Doch lange muss sich der Zuschauer nicht mit dem schrecklichen Gedanken befassen, dass es das war mit dem wohl berühmtesten Geheimagenten der Filmgeschichte. Bond, der zum dritten Mal von Daniel Craig verkörpert wird, lebt. Wie er das geschafft hat, weiß keiner und bleibt auch irrelevant. Dieses Vorgehen ist keinesfalls eine Ausnahme in diesem Teil mit dem philosophisch anmutenden Titel „Skyfall“. Bei all der Action und den darin handelnden Personen stellt sich immer mal wieder die Frage, wie so etwas möglich ist, aber vielleicht ist das einfach Teil des Mysteriums Bond (für nicht so große Fans wäre diese Erklärung aber etwas dürftig). Obwohl 007 nach nur drei Monaten Pause ziemlich eingerostet und durch seine Verletzung gehandicapt ist, schlägt er sich bei seinen neuen Herausforderungen doch erstaunlich gut. Somit gibt es in diesem Bond-Film gewohnt viel Action, rasante Kämpfe, Verfolgungsjagden und auch ein paar Frauen. Das klassische Bond-Girl fehlt zwar, aber ganz ohne Sex muss der Agent dann doch nicht auskommen. Ganz im Gegenteil: Diesmal muss er sich sogar einem männlichen Bösewicht stellen, der die Hände nicht so recht von der Hauptfigur lassen kann, aber auch nur um ihn im Folgenden mit besonderer Härte zu jagen.

Damit wären wir auch beim absoluten Highlight von „Skyfall“: Der verrückte Gegenspieler, exzellent verkörpert vom Spanier Javier Bardem. Durch seine Rolle im Thriller „No country for old man“ schon gewöhnt an furchtbare Frisuren und diabolische Züge, ist er hier erblondet und gibt den enttäuschten Ex-Agenten mit Super-Hirn so gut, dass es eine Freude ist, ihm zuzusehen. Bond hingegen bleibt gewohnt cool, nur als er an seine Kindheit erinnert wird, regen sich ein paar Gefühle in ihm. Überhaupt ist Nostalgie ein wichtiges Stichwort in diesem Bond-Teil, was wohl auch dem Umstand geschuldet ist, dass es den Geheimagenten nun 50 Jahre auf der großen Leinwand gibt. Wie gut altbewährtes ist, wird immer wieder betont und für Fans der Roger Moore und Sean Connery-Ära gibt es dazu einige Schmankerl. Alles in allem ist „Skyfall“ ein ordentlicher und über weite Strecken spannender und unterhaltsamer Film geworden, aber noch lange kein Meisterwerk. Dazu gibt es viel zu viele Ungereimtheiten und Elemente, die so übertrieben sind, dass sie nicht zu einem richtig ernsthaften Film passen. Noch dazu ist Bond ungewöhnlich folgsam, kehrt nach seinem perfekten Ausstieg aus dem Geschäft schnell wieder zurück und verteidigt seine Chefin M bis aufs Blut. Damit ist er richtig handzahm und umgänglich geworden, der Spruch „im Dienst der Krone“ passt mehr denn je und soll wohl Bonds Rachsucht und egozentrischen Alleingang aus den jüngsten vorangegangenen Teilen vergessen lassen. Vielleicht gehört auch das zu dem Leitgedanken „Altbewährtes hält am besten.“

3 Sterne

Kinostart: 1. November 2012

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Sony Pictures

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