Film | 7 Psychos (Kritik + Trailer)

7Psychos Poster

Handlung: Marty ist Drehbuchautor, aber der große Erfolg lässt noch auf sich warten. Hoffnung setzt er nun in seine Idee mit dem Titel „7 Psychopathen“. Leider ist der Titel bisher das einzige, was er zu Papier gebracht hat. Ein Grund dafür ist vor allem sein Alkoholkonsum, der ihn die Tage mehr schlecht als recht bewältigen lässt. Doch zum Glück gibt es da noch Martys Kumpel Billy, der nicht nur interessante Episoden von Psychos zu berichten weiß, sondern sich auch selbst reichlich ungewöhnlich verhält. Zusammen mit seinem Kumpanen Hans entführt er nämlich Hunde, nur um beim unverfänglichen Zurückgeben des geliebten Zweibeiners großzügigen Finderlohn zu kassieren. Doch dann entführt das Duo den falschen Hund, nämlich den Shih Tzu Bonny. Ihr Besitzer ist der Gangsterboss Charlie, der ebenfalls psychopathische Züge aufweist und gar keinen Spaß versteht, wenn es um seine geliebte Hundedame geht. So sehen sich Billy und Hans schnell unter Druck gesetzt und als dann auch noch der unschuldige Marty in die Sache hineingezogen wird, ist das Chaos perfekt.

Kritik: In vielen Filmen geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse und so manches Mal ist der böse Bube ein Psychopath, der dem Publikum mit diabolischen Handlungen das Fürchten lehrt. In Martin McDonaghs Regiewerk „7 Psychos“ besteht das Ensemble fast vollständig aus Psychopathen und sie sind nicht nur teuflisch sondern oftmals ganz menschlich und voller Schwachpunkte. Auf diese skurrilen Figuren und ihre Geschichten baut die Komödie auf und hat dabei vor allem witzige und pointierte Dialoge zu bieten. Wie schon in seinem Regiedebüt „Brügge sehen und sterben“ holte sich McDonagh erneut Colin Farrell ins Boot und macht ausgerechnet aus dem coolen Haudegen das Unschuldslamm des Filmes. Einer der wenigen Nicht-Psychopathen, der aus den Ereignissen um sich herum allerhand für sein Drehbuch filtert. Diese Rolle ist ungewohnt für Farrell, da er sicherlich auch einen prima Psychopathen abgegeben hätte. Als ängstlicher Pazifist Marty kann er eigentlich nur durch das gekonnte Zusammenspiel mit Sam Rockwell und Christopher Walken punkten.

Die Beiden machen ihren Job aber umso besser. Die Dialoge sind vor allem in der Originalversion bissig und amüsant. Dazu gesellt sich dann noch Woody Harrelson, der für die Rolle des Hundevernarrten aber sonst eher gnadenlosen Gangsters wie geschaffen ist. Er ist auch Teil einer eher emotionalen Szene, von denen es trotz des derben Humors ebenfalls einige gibt. Auch in den Nebenrollen gibt es bekannte Gesichter zu sehen, wie Bond-Girl Olga Kurylenko, Abbie Cornish („Ohne Limit“) oder „Precious“-Star Gabourey Sidibe. Dieses starke Ensemble macht „7 Psychos“ zu einem echten Vergnügen, da so ziemlich jeder eine echte Type spielen kann. Sie sind eingebettet in die Idee, eine Film-im-Film-Situation aufzubauen. Einerseits schlittert Marty tatsächlich in allerhand Situationen und Abenteuer, andererseits verarbeitet er einiges davon in sein Drehbuch, dass er eigentlich nur auf dieser Erzählebene anfertigt. Dennoch werden manche Szenen von seiner Off-Stimme begleitet, die kommentieren, als seien wir plötzlich in seinen Film gesprungen, der erst durch die Ereignisse entstanden ist. Ein Manko ist, das „7 Psychos“ gegen Ende nachlässt. Der Wechsel in die Wüste birgt zwar noch einige nette Ideen, bringt aber auch leichte Längen mit sich. Dafür gibt es aber immerhin zwei ganz unterschiedliche Showdowns und jeder kann sich selbst entscheiden, welcher davon ein besseres Ende für die Psychopathen darstellt.

Kinostart: 6. Dezember 2012

4 Sterne

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: dcm

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