Film | Django Unchained (Kritik + Trailer)

Django unchained poster

Handlung: Dr. King Schulz ist Kopfgeldjäger und sucht sich am liebsten die dicken Fische aus. Die drei Brittle-Brüder könnten ihm ein besonders hübsches Sümmchen auf einen Schlag einbringen. Da gibt es allerdings ein Problem: Er weiß nicht, wie die Männer aussehen. Helfen soll der Sklave Django, den Schulz freikauft und zu seinem Gehilfen macht. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach den Brittle-Brüdern und werden schnell fündig. Der erfahrene Kopfgeldjäger Schulz merkt schnell, dass auch Django ein Talent für die Jagd und das Erschießen gesuchter Verbrecher hat. Also macht er ihn zu seinem Partner und beschließt, ihm auch noch dabei zu helfen, seine Frau zu finden. Die ist als Sklavin an den reichen und exzentrischen Calvin Candie verkauft worden. Um überhaupt eine Chance zu haben, an Broomhilda heranzukommen, überlegen sich die Beiden einen raffinierten Plan und müssen sich redlich darum bemühen, Candie damit an der Nase herumzuführen.

Kritik: Es gibt so manche Filme, die werden am berühmten Namen ihres Regisseurs gemessen. Dieser bekannte Name lässt die Erwartungen und auch die Ansprüche steigen. Quentin Tarantino ist so einer, denn der Gedanke an Filme wie „Kill Bill“, „Pulp Fiction“ und „Inglourious Basterds“ lässt auch für neue Werke auf gute Unterhaltung hoffen. „Django Unchained“ hat jedenfalls viele bekannte Gesichter zu bieten, allen voran Christoph Waltz, der sogar an der Entstehung des Drehbuchs beteiligt war. Spielte er in „Inglourious Basterds“ noch den herzlosen Bösewicht, ist er hier die gute Seele des Filmes, was seine Leistung keinesfalls schmälert. Ihm zuzusehen, ist ein absoluter Spaß und sorgt für viele originelle Glanzpunkte in diesem Western. Ebenfalls in Hochform zeigt sich Leonardo DiCaprio als skrupelloser Calvin Candy. Er ist sozusagen der Widersacher von Waltz und immer wenn die beiden gemeinsam auf der Leinwand agieren, ist der Film auf seinen Höhepunkten. Doch auch der Weg zu dieser entscheidenden Begegnung ist gelungen: Blutige Schießereien und amüsante Slapstick-Einlagen wechseln sich ab und erzeugen beste Unterhaltung. Eher in die zweite Reihe rückt dabei Jamie Foxx, der in Filmen wie „Der Solist“ und „Ray“ glänzen konnte. Er spielt durchaus gut, doch die Rolle als gepeinigter Sklave gibt einfach nicht ganz so viel her, wie die anderen Charaktere. Er schiebt sich an der Seite von Waltz eher still durch die Handlung – auch wenn er eigentlich die Titelfigur ist. Eine beachtliche Leistung aufgrund der vielschichtigen Rolle liefert aber Samuel L. Jackson als treuer Diener, der eigentlich mehr Köpfchen als sein Herr hat und groteskerweise nicht viel von Schwarzen hält.

 Die hervorragende Besetzungsliste ist für „Django Unchained“ im Grunde schon die halbe Miete. Denn die Darsteller spielen sich gewissermaßen die Bälle zu und sorgen für tolle Situationen. Einige Slapstick-Einlagen wollen sich jedoch nicht so recht in das Gesamtbild einfügen. Vor allem wenn dann plötzlich Jonah Hill, die Ulknudel aus Filmen wie „Superbad“ und „21 Jump Street“, auftaucht und absolut deplatziert wirkt. Weiterer Wehrmutstropfen in dieser Tarantino-Hommage an den Spaghetti-Western ist der Ausklang des Filmes: Der Showdown des rund 200 Minuten langen Filmes ist noch nicht das Ende, doch da die stärksten und interessantesten Figuren von da an fehlen, ist auch die Spannung vorbei. Genau hier wird deutlich, dass die Titelfigur für sich allein, trotz der harten Vorgeschichte, die in kleinen Rückblenden gezeigt wird, nicht den Film tragen kann. Tarantinos Faible für Racheakte von schwer Gepeinigten muss auch hier seinen Raum finden, wirkt aber ein wenig wie die Pflicht, nachdem die Kür bereits erledigt ist. Abgesehen davon ist „Django Unchained“ ein gelungener Film, der den hohen Ansprüchen weitestgehend gerecht werden kann. Der Regisseur schildert eindrücklich, welche ungerechte Behandlung Schwarze früher über sich ergehen lassen mussten. So manches Mal fällt es einem schwer, da gelassen zu bleiben. Aber um auf die damaligen Missstände aufmerksam zu machen, ist dieses Vorgehen die beste und effektivste Methode. Das muss man Tarantino lassen: Er weiß das Medium Film für seine Botschaften zu nutzen, wie wenige andere Regisseure. In gleichem Maß zu unterhalten, ist umso respektabler und macht „Django Unchained“ zu einem absolut lohnenswerten Kinoerlebnis.

4 Sterne

Kinostart: 17. Januar 2013

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Sony Pictures

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4 Antworten zu Film | Django Unchained (Kritik + Trailer)

  1. James Edwards sagt:

    Ich find Django immer wieder überbewertet, umso schöner, hier ein paar kritische Worte zu lesen🙂

  2. […] überzeugende Bildsprache, die richtiggehend in einen Sog zieht. DiCaprio (zuletzt als Fiesling in „Django Unchained“ zu sehen) füllt die Rolle des mysteriösen Gatsby zudem hervorragend aus. Als seine Motive klarer […]

  3. Tommy sagt:

    Gut auch mal was Kritisches zum Film zu hören. Hab ich im Kino nur nicht allzu viel drüber nachgedacht, weil ich eher gespannt war, wie Django die nächsten Sklavenhalter fertig macht😀

  4. […] Leinwand zu sehen. Den Oscar hätte er verdient – aber für andere Rollen, wie den Bösewicht in „Django Unchained“ beispielsweise, hätte er ihn mindestens genauso […]

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