Film | Hänsel und Gretel – Hexenjäger (Kritik + Trailer)

Hänsel und Gretel Hexenjäger Poster

Handlung: Die Geschwister Hänsel und Gretel werden in einer Nacht- und Nebelaktion von ihrem Vater in den Wald gebracht und dort zurückgelassen. Als sie an einem verlassenen Häuschen aus Süßigkeiten naschen, geraten sie in die Fänge einer furchteinflößenden Hexe. Hänsel wird fortan gemästet, Gretel muss als Bedienstete schuften. Doch dann gelingt den Beiden die Flucht aus den Fängen der Alten – die landet im eigenen Ofen und muss qualvoll verbrennen. Von nun an macht es sich das unerschrockene Geschwisterpaar zur Aufgabe, Hexen zur Strecke zu bringen. Sie werden als Helden gefeiert und ziehen in der Rolle von Kopfgeldjägern durchs Land um entführte Kinder zu befreien und die Bürger vor den gefährlichen Hexenweibern zu beschützen. Doch dann werden Hänsel und Gretel damit beauftragt, das Verschwinden von gleich elf Kindern aufzuklären. Die Hexenjäger müssen all ihr Wissen und ihre Waffen nutzen, um diesem Fall auf die Spur zu kommen. Sie erkennen fast zu spät, dass selbst viel stärker in diese Hexenmachenschaften verwickelt sind, als sie zunächst dachten.

Kritik: Wer jemals Märchen gelesen – oder vorgelesen bekommen – hat, der ist an gewissen „Klassikern“ nicht vorbei gekommen. „Hänsel und Gretel“ ist so ein Klassiker. Und nachdem bereits das nicht minder bekannte Schneewittchen Stoff für Kinofilme wie „Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ bot, muss nun das Geschwisterpaar herhalten. Regisseur Tommy Wirkola, der bisher lediglich den weniger bekannten Splatterfilm „Dead Snow“ gedreht hat, spinnt deren Geschichte einfach weiter, lässt sie erwachsen und zu selbstbewussten Hexenjägern werden. Ähnlich wie bei „Snow White and the Huntsman“ sowie „Brother Grimm“ geht die Märchenadaption mit düsteren und morbiden Kulissen einher und hat ein paar raffinierte wenn auch skurrile Ideen. Das reicht von der Tatsache, dass Hänsel aufgrund seiner recht einseitigen Ernährung während der Gefangenschaft bei der Hexe an Diabetes erkrankt ist und regelmäßig Spritzen setzen muss, über verzerrte Hexenfratzen und gutherzige Trolle bis hin zum Clou der Geschichte. Obwohl der Film hierzulande ab 16 Jahre freigegeben wurde, gibt es einige recht derbe, wenn auch augenzwinkernde Splatterszenen.

Allerdings hat „Hänsel und Gretel“ eine denkbar schlichte Handlung, in der nicht viel Zeit darauf verwendet wird, den Figuren einen ausgefeilten Charakter zu geben. Zeit wäre dafür durchaus noch gewesen, ist der Fantasystreifen mit 93 Minuten Laufzeit beinahe etwas zu knapp geraten. Das Gewicht liegt ganz deutlich bei den Actionszenen, wobei die auch nicht in voller Breite überzeugen können. So dann und wann enden sie so abrupt wie sie angefangen haben, wirken sogar regelrecht geschnitten. Gretel ist die geübte Kampfamazone, Hänsel der coole Held, der immer ein Auge auf seine Schwester hat. Dass die Zwei durchaus gezeichnet sind von den Erlebnissen in ihrer Kindheit, wird erst nach und nach deutlich. Daraus entwickelt sich dann aber kein Drama, sondern es ist vor allem zielführend für den sich zuspitzenden Konflikt. Für die Hauptrollen konnte der Regisseur Jeremy Renner („The Avengers“) und Gemma Arterton („Prince of Persia“) gewinnen. Zudem sind Famke Janssen („X-men“), Peter Stormare (der bereits bei „Brother Grimm“ Märchenerfahrung sammeln konnte und Newcomer Thomas Mann (einer der Feierwütigen aus „Project X“) dabei. Dieses beachtliche Ensemble sorgt im Film für Spaß, dazu kommt die gute Tricktechnik, die in 3D noch mehr Wirkkraft hat und in eine gelungene Fantasiewelt versetzt. Wehrmutstropfen sind, dass die Handlung sehr einfach und ab einem gewissen Punkt recht vorhersehbar ist. So kurzweilig wie die Action und die Charakterisierung der Figuren ist der komplette Film geraten. Das große Finale ist allerdings recht gelungen und ansehnlich für Splatterfreunde. Manchmal tut ein Film ja auch genug, wenn er für die Dauer des Zusehens unterhält und spannend gestaltet ist. Das schafft „Hänsel und Gretel“, auch wenn an der einen oder anderen Stelle sicher noch hätte gefeilt werden können. Interessant ist es allemal zu sehen, was aus einem deutschen Volksmärchen wird wenn Hollywood ins Spiel kommt.

3.5 Sterne

Kinostart: 28. Januar 2013

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Paramount Pictures

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Eine Antwort zu Film | Hänsel und Gretel – Hexenjäger (Kritik + Trailer)

  1. Bobo sagt:

    Genau der richtige Film für einen verkaterten Sonntag Nachmittag. Beide hatten sicherlich schon bessere Rollen aber wie gesagt, für mehr als einen Film an einem gemütlichen und verregneten Sonntag isses dann doch nicht😉

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