Film | Die fantastische Welt von Oz (Kritik + Trailer)

Die fantastische Welt von Oz Poster

Handlung: Oscar Diggs, von allen nur Oz genannt, ist Zauberer auf dem Jahrmarkt. Während die Zuschauer begeistert sind von seinen Künsten, entpuppt sich Oz hinter den Kulissen nicht gerade als einfacher Zeitgeselle. Für seinen Assistenten Frank hat er wenig warme Worte übrig und Frauen wickelt er reihenweise um den Finger um sich mit ihnen kurzfristig zu vergnügen und sie in seine Zaubershow einzubinden. Doch dann gerät Oz in einen Wirbelsturm und landet auf wundersame Weise in einer fantastischen, fremden Welt, die seinen Namen trägt. Dort verbreitet sich seine Ankunft in Windeseile, denn laut einer Prophezeiung soll eines Tages ein Zauberer vom Himmel fallen und die Bewohner von der Herrschaft der bösen Hexe befreien. Den egoistischen Oz, der schon lange von Ruhm und Reichtum träumt, treibt vor allem die Aussicht auf den Thron und das Gold in der Schatzkammer an. Obwohl er kein echter Magier ist, willigt er ein, die böse Hexe zu bekämpfen. Doch bevor es soweit ist, muss Oz noch einige Abenteuer bestehen und reichlich Überraschungen erleben.

Kritik: 74 Jahre ist es her, dass das Mädchen Dorothy aus Kansas dank eines Sturms in das magische Land Oz gelangt und dort allerhand Aberwitziges erlebt. Der Film „Der Zauberer von Oz“ aus dem Jahr 1939 ist fast jedem ein Begriff und die Szene, in der Judy Garland mit der Vogelscheuche, dem Löwen und dem Blechmann Arm in Arm herumtanzt, ist ein Teil der Filmgeschichte. Nun wagte sich Regisseur Sam Raimi (eher ein Spezialist für Horrorfilme wie „Tanz der Teufel“ und „Armee der Finsternis“) an ein inoffizielles Prequel und drehte die Vorgeschichte mithilfe von Animationstechnik und in 3D. Entstanden ist dabei ein über zweistündiger Film, der erzählt, wie der Zauberer nach Oz kam und wie er sich dort behaupten konnte, und das alles im Stil von „Alice im Wunderland“ – echte Schauspieler in einer am Computer geschaffenen, bunten und fantasievollen Umgebung. Allerdings wurden bei Raimis Film Teile der Kulisse tatsächlich gebaut und wirken auch dem eher schädlichen Eindruck einer zu künstlichen Welt entgegen. Während Alice nun eine recht blasse Titelfigur bleibt, die eher künstlich zur triumphierenden Heldin emporgehoben wird, gibt James Franco seinem Charakter interessante Züge und viel Tiefe. Überhaupt hat Franco, der in „Spring Breakers“ derzeit in einer denkbar gegensätzlichen Rolle ebenfalls im Kino zu sehen ist, eine besondere Leinwandpräsenz, womit er gut durch die auf ihn gemünzte Geschichte führen kann.

 Dazu gesellen sich Mila Kunis („Black Swan“), Rachel Weisz („360“) und Michelle Williams als Hexen-Trio mit kontrastreichen Eigenschaften. Während Williams als Blondine klassischerweise die gütige Fee verkörpert – und das wesentlich glaubhafter und angenehmer als Anne Hathaway als weiße Königin im Wunderland – kann Weisz mal richtig böse und niederträchtig sein. Kunis macht sogar beides durch und wird durch ihr gebrochenes Herz zur wahrhaftigen Bösartigkeit getrieben. Ihre Paraderolle ist das vielleicht nicht gerade, aber immerhin durfte sie Mut zur Hässlichkeit beweisen. Um beim Vergleich mit „Alice im Wunderland“ zu bleiben: Bleibt die Handlung hier doch ziemlich flach und vorhersehbar, so ist „Die fantastische Welt von Oz“ vielschichtiger. Immer wieder gibt es Parallelen zwischen der normalen Welt und den Ereignissen in Oz. So kann der Zauberer zwar einem kleinen Mädchen im Rollstuhl nicht dazu verhelfen, wieder zu laufen, aber in Oz kann er einem kleinen Porzellanmädchen die abgebrochenen Beine wieder ankleben – für sie reine Zauberei. Der Film ist amüsant und anrührend, hat aber auch Tiefgang. So verfliegen die 130 Minuten dank der guten Darsteller und deren Entwicklung nur so. Fast traurig ist einem zumute, wenn die farbenfrohe Reise durch Oz zu Ende geht. Noch interessanter wird der Blick auf den Film bei dem Gedanken daran, dass Oscar möglicherweise nur in einer eingebildeten Fantasiewelt gelandet ist. Denn kann es real sein, dass er nun das erlebt, was er sich immer erträumt hat? Das bleibt wohl Auslegungssache.

4 Sterne

Kinostart: 7. März 2013

 Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Walt Disney Studios

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3 Antworten zu Film | Die fantastische Welt von Oz (Kritik + Trailer)

  1. […] übrig hat, dem wird der Titel „Tanz der Teufel“ etwas sagen. 1981 drehte Regisseur Sam Raimi („Die fantastische Welt von Oz“) diesen Genre-prägenden Horrorfilm. Wurde also Zeit für ein Remake, vor allem wenn man bedenkt, […]

  2. […] dabei: Neben Seth Rogen („The Green Hornet“) und James Franco („Spring Breakers“, „Die zauberhafte Welt von Oz“) auch Danny McBride und Craig Robinson. Passend also, dass „Ananas Express“-Regisseur Goldberg […]

  3. […] der Tatsache, dass Franco als verbitteter Gegenspieler in „Spiderman“ und als netter Magier in „Die fantastische Welt von Oz“ bisher so anders auftrat, ist seine Verwandlung in den coolen Gangster mit am Kopf geflochtenen […]

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