Film | Das hält kein Jahr (Kritik + Trailer)

Das hält kein Jahr Poster

Handlung: Bei Nat und Josh ging alles ziemlich schnell: Verliebt, verlobt und nun verheiratet – und das alles in nur neun Monaten. Kein Wunder, dass Familie und Freunde etwas skeptisch sind und hinter vorgehaltener Hand darüber spekulieren, wie lange das gut gehen kann. Und als hätte all das unken gefruchtet, geht es bei dem frisch verheirateten Paar schnell bergab: Während Nat zielstrebig und diszipliniert an ihrer Karriere arbeitet, hängt Josh lieber ab um Ideen für seinen neuen Roman zu bekommen. Als dann auch noch der attraktive Guy in Nats Leben tritt und ihr eindeutige Avancen macht, kommen immer mehr Zweifel auf. Josh hingegen hängt noch sehr an seiner Ex-Freundin und lässt sich zu einem Kuss hinreißen, als sie in Dessous vor ihm steht. Doch trotz allem will das Ehepaar um seine Liebe kämpfen und vor allem das kritische erste Jahr überstehen…

Kritik: Die britische Beziehungskomödie „Das hält kein Jahr“ fängt da an, wo viele Filme dieses Genres enden: Bei der kitschigen Hochzeit inklusive peinlichem Trauzeugen, feiernden Gästen und rührenden Reden. Dass es bei den glückseligen Gefühlen nicht bleibt, ist jedem klar und so widmet sich der Film unter der Regie von Dan Mazer einem eher ungewöhnlichen Thema: Den Tücken des Lebens als frischverheiratetes Paar. Wer einen komplett albernen Film von Mazer – immerhin Regisseur von „Da Ali G Show“ und als Produzent auch an „Borat“, „Brüno“ und „Der Diktator“ beteiligt – erwartet, wird eines besseren belehrt; allerdings geht es in seiner ersten Romantik-Komödie auch nicht ohne Albernheiten. Daraus ergibt sich ein etwas unausgewogenes Werk, das zwischen Ernsthaftigkeit und Farce hin- und her taumelt. Positiv herauszuheben sind jedoch die Darsteller, allen voran Anna Faris, die beweist, dass sie mehr sein kann, als nur die Ulknudel bei sämtlichen „Scary Movie“-Teilen und Simon Baker als smarter Guy. Rose Byrne („Brautalarm“) und Rafe Spall („Prometheus“) versinken hingegen leider oftmals in Klischee-Gehabe, beispielsweise wenn er als Betrunkener den Vollproll gibt. Hier liegt auch ein grundlegendes Problem des Filmes: Die Figuren werden so zurechtgebogen, wie sie für die jeweilige Szenarie gebraucht werden. Von einer realistischen Figurenzeichnung ist das zusammenhängend gesehen aber weit entfernt.

Angesichts der enorm hohen Scheidungsrate ist das Thema von „Das hält kein Jahr“ sicherlich am Puls der Zeit, die Frage ist nur, ob Mazer adäquat damit umgeht. Offenbar wollte er auf einer ernsten Ebene viele witzige Elemente einbauen und entgegen aller üblichen Regeln die Trennung des Paares als Happy End fungieren lassen. Das funktioniert zeitweise ganz gut, ist unterhaltsam und zeitweise richtig lustig. Aber andere Dinge funktionieren wieder nicht. Manche Figuren, wie das befreundete Ehepaar (gespielt von Minnie Driver und Jason Fleyming), dass sich augenscheinlich nur Hass entgegenbringt, eigentlich aber doch von ganzem Herzen liebt, sind viel zu überspitzt. Der Trauzeuge Danny ist ebenfalls eher nervig mit seinen von Anzüglichkeiten gespickten Monologen (Darsteller Stephen Merchant ist im echten Leben Komiker), bei denen man vergebens auf eine echte Pointe wartet. Dazu kommen weitere Randfiguren, wie die Paartherapeutin, die selbst die dicksten Beziehungsprobleme hat. So etwas hat man schon so oft gesehen, dass es nicht mehr sonderlich erfrischend komisch, sondern eher nervig in seiner Übertreibung wirkt.

Vor allem am Ende rutscht der Film merklich ab und veralbert sich selbst und damit auch alles, was er vorher aufgebaut hat. Plötzlich sind Ehe, Liebe und Treue nur noch Ansatzpunkte für obskure Verwicklungen, die Lacher erzeugen sollen. Was bis zu einem gewissen Maß an anderer Stelle funktioniert, wirkt dann überzogen und deplatziert. Romantik kommt in diesem Gewusel nicht auf und somit hinterlässt vor allem die letzte Viertel Stunde des Filmes einen faden Beigeschmack. Genau da, wo die Chance bestand, all das Liebesreigen – egal wie albern oder ernst – gelungen zusammenlaufen und geschickt enden zu lassen, verliert sich „Das hält kein Jahr“ in einer Posse, einem kurzweiligen Sketch, der höchstens aussagt: Liebe ist vergänglich und wer enttäuscht wird, sollte sich schnellstens was neues suchen, damit es nicht so weh tut. Eine dünne und fragwürdige Quintessenz.

2.5 Sterne

Kinostart: 18. April 2013

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Studiocanal

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