Film | Side Effects (Kritik + Trailer)

side effects poster

Handlung: Eigentlich könnte Emily richtig glücklich sein. Nach vier Jahren Haftstrafe wegen Insiderhandel ist ihr Mann Martin endlich wieder auf freiem Fuß. Doch schon kurz nach der ersten Wiedersehensfreude, stellen sich bei der jungen Frau Depressionen ein. Ein Grund dafür ist vor allem der Lebenswandel, den sie durchleben musste, als ihr Martin ins Gefängnis kam. Nach einem lockeren Leben in Luxus und Sorglosigkeit folgte der Abstieg zu einem wesentlich einfacheren Leben. Nachdem Emily sogar mit ihrem Auto gegen die Wand eines Parkhauses brettert, nimmt der Psychiater Dr. Jonathan Banks sie in Behandlung. Nachdem seine Methoden wenig fruchten, holt er sich Rat bei Emilys alter Psychologin Dr. Victoria Siebert. Die bringt ihn auf ein neues Medikament, das besonders gut bei Depressionen wirken soll. Es scheint bei der jungen Frau zu wirken, doch dann zeigen sich ungeahnte Nebenwirkungen.

Kritik: Bei manchen Filmen reichen wenige Minuten und schon ist klar, ob man sich auf lachen, weinen oder pure Action einstellen muss. Bei „Side Effects“ liegt der Fall etwas anders. Auch nach über 15 Minuten bleibt die Frage nach dem Genre und wohin es geht, offen. Ist es ein Drama, ein Thriller oder vielleicht doch ein Beziehungsfilm? Genau diese Ausgangslage macht die angeblich letzte Regiearbeit von Steven Soderbergh („Solaris“, „Ocean‘s Twelve“) zunächst reizvoll und interessant. Von Beginn an ist Rooney Mara (die in der US-Version von „Verblendung“ bereits die anspruchsvolle Rolle der gepeinigten Lisbeth Salander übernommen hat) das präsente Gesicht und sie macht ihre Sache verdammt gut. Gerade angesichts der Wendungen, die der Film noch mit sich bringt, ist ihre Rolle sehr facettenreich angelegt, und sie schafft es sehr gut, dies auszufüllen. Angefangen von der tieftraurigen und zerbrechlichen Frau bis hin zur wütenden Furie kann sie allen Regungen Glaubwürdigkeit verleihen. Angesichts dieser Leistung rücken die übrigen Darsteller etwas in den Hintergrund. Jude Law („Sherlock Holmes“) kann sich noch recht gut als smarter und gutherziger Psychologe behaupten, was aber auch daran liegt, dass der Fokus sich immer weiter auf seine Figur verlagert. Über die Leistung von Catherine Zeta-Jones und Channing Tatum hingegen kann man wenig sagen, da sie sehr untergeordnet sind. Sie fallen zumindest nicht negativ auf.

 Im Verlauf von „Side Effects“ wird einem schnell klar, dass die Geschichte noch ein paar Überraschungen parat hat und wie das so ist mit einem großen Filmrepertoire im Hinterkopf, rattern die Rädchen schnell, um alles zu entwirren. Wer sich dabei ein klein wenig Mühe gibt, für den wird die Auflösung des Filmes keine allzu große Überraschung sein. Das wäre für sich genommen ja nicht so tragisch, allerdings gestaltet sich der Weg zu diesem Aha-Erlebnis ein wenig steinig. Immer wieder fehlt es dem Film – inzwischen kann man ihn guten Gewissens als Thriller bezeichnen – an Spannung. Viel mehr plätschert die Handlung, die viel zu oft zwischen unterschiedlichen Schauplätzen hin- und herwechseln muss, bis alles wirklich zusammenläuft, so dahin und lässt den Nervenkitzel ein wenig vermissen. Das macht „Side Effects“ nicht total schlecht oder verkehrt, aber man wird das Gefühl nicht los, dass es noch um einiges besser hätte werden können. Positiv hervorzuheben ist jedoch das übergeordnete Thema, das leise aber konstant mitschwingt: Der zunehmende Konsum von Psychopharmaka, der den Menschen hilft, zu funktionieren und allen Anforderungen standzuhalten. Keiner der Darsteller wird so recht aus dieser Kritik herausgehalten und angesichts der Wendungen, bekommt diese Kritik eine zusätzlich wirkungsvolle Komponente. Hierfür gibt es keine Lösung, kein Happy End und genau das ist die einzig richtige Entscheidung. Inhaltlich ist der Film also durchaus respektabel, aber die erzählerische Umsetzung ist trotz gewisser Raffinessen nicht vollkommen gelungen.

3 Sterne

 Kinostart: 25. April 2013

 Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Senator Film

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