Film | The Place beyond the Pines (Kritik + Trailer)

the place beyond the pines poster

Handlung: Der smarte Luke kann eines besonders gut: Motorrad fahren. Sein Talent stellt er als fester Programmpunkt eines umherziehenden Jahrmarktes unter Beweis. Damit bleibt er nie lange an einem Ort. Doch das ändert sich als er eher zufällig erfährt, dass er Vater geworden ist. Das Kind ist aus einer Affäre entstanden, die er mit Romina hatte. Er beschließt, sein Kind nicht im Stich zu lassen und dafür aufzukommen. Doch mit einem Job ist es für den Ungelernten nicht leicht. Schließlich bringt ihn Automechaniker Robin auf die Idee, gemeinsam Banken auszurauben. Dank seiner Fahrkünste gelingt es Luke mit Leichtigkeit, der Polizei zu entkommen. Nachdem diese Masche einige Mal klappt, wird der junge Vater übermütig und schließlich gelingt ihm die Flucht nicht mehr. Plötzlich sieht er sich vom ehrgeizigen Kleinstadtpolizisten Avery Cross eingekesselt, der ihn für gemeingefährlich hält.

Kritik: Manche Filme sind inhaltlich schnell auf den Punkt gebracht, und manche sind so komplex, dass hier schon die Problematik beginnt. „The Place beyond the Pines“ ist so ein Fall und hier kommt noch dazu, dass man schnell zu viel verrät. Doch für eine ordentliche Bewertung lässt es sich kaum verhindern, auch etwas vom Inhalt zu verraten. Die Regiearbeit von Derek Cianfrance, der für „Blue Valentine“ bereits mit Ryan Gosling zusammenarbeitete, besteht eigentlich aus drei Geschichten, die mal mehr, mal weniger gut miteinander verknüpft sind. Los geht es mit Gosling, der hier eine ähnliche Rolle wie in „Drive“ übernehmen kann. Mit melancholischem Blick und wenig Worten transportiert er dennoch ein Gefühl und zeichnet das Bild eines Mannes, dessen Existenz zum Scheitern verurteilt zu sein scheint. Er ist kein Held aber eben dennoch in einem gewissen Maß Sympathieträger. Doch nach etwa 45 Minuten erhält der Film unerwartet eine neue Hauptfigur. Obwohl Bradley Cooper („Ohne Limit“) seine Sache außerordentlich gut macht, nimmt „The Place beyond the Pines“ von hier an ab. Kann man den Sprung in der Geschichte zunächst noch als raffiniert und spannend wahrnehmen, so wartet man schließlich vergebens auf den Aha-Effekt. Denn das, was sich nun rund um den Polizisten Avery entspinnt, wäre für sich genommen (sprich einen eigenen Film rund um Korruption und Tücken der Polizeiarbeit) wohl ganz spannend, aber als Fortführung der Stuntfahrer-Handlung mit einem ganz anderen Flair, gibt es einfach deutliche Abzüge.

Der zweite Bruch, der schließlich in die dritte Geschichte führt, ist regelrecht brutal und spätestens hier wird die 140-minütige Mischung aus Actionfilm, Drama, Rache- und Selbstfindungsporträt zerrissen. Plötzlich befindet sich der Zuschauer in einem derben Teenie-Abenteuer voller Abgründe rund um Drogen und Gewalt. Die Verbindung zu dem bisher Gesehenen wird dabei zwar hergestellt, aber reichlich unglaubwürdig weil zu konstruiert. Es schimmert durch, was Regisseur Cianfrance wollte: Ein generationsübergreifendes Epos über Schuld, Rache und die Folgen verschiedener Entscheidungen im Leben schaffen und dabei einen Bogen über höchst unterschiedliche Charaktere, Erzählweisen und Spannungsverläufe spannen. Gelungen ist ihm dies allerdings nicht. „The Place beyond the Pines“ ist durch die – zugegeben mutige – Entscheidung kein homogenes Ganzes geworden und zieht sich stellenweise sogar in die Länge. Es gibt starke Stellen (vor allem zu Beginn) und schwächere Parts (vor allem gegen Ende). Das liegt gar nicht mal so sehr an den schauspielerischen Leistungen, die allesamt sehr gut sind, sondern einfach an der sich merkwürdig entwickelnden Handlung. Auch wenn sich Anfang und Ende inhaltlich zusammenfügen, ist der Weg dorthin holprig und es gibt einige Handlungselemente, auf die man auch hätte verzichten können. Doch so büßt der Film in seinem Verlauf zunehmend etwas von seiner Überzeugungskraft ein und lässt schließlich unbefriedigt zurück. Das filmische Experiment hat durchaus Pluspunkte, ist aber alles in allem nicht so recht gelungen.

2.5 Sterne

Kinostart: 13. Juni 2013

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Studiocanal

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Eine Antwort zu Film | The Place beyond the Pines (Kritik + Trailer)

  1. Ich fand den sehr durchdacht. Auch die Übergänge zwischen den drei Handlungen sind mir positiv aufgefallen.

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