Film | Wolverine – Weg des Kriegers (Kritik + Trailer)

Wolverine -  Weg des Kriegers Poster

Handlung: Nachdem seine Hilfe bei den X-Men bereits der Vergangenheit angehört, lebt Logan inzwischen als einsamer Einsiedler in den Wäldern der USA. Eigentlich will er nur seine Ruhe, quälen ihn doch immer noch Albträume, da er Jean, die er eigentlich geliebt hat, töten musste. Doch dann lernt er Yukio kennen. Die junge Japanerin sucht Logan bereits länger, um ihn zu ihrem Auftraggeber zu bringen. Widerwillig lässt er sich darauf ein und reist nach Japan um dort Yashida zu treffen. Den lernte Wolverine vor vielen Jahren im Krieg kennen und schon damals war der junge Soldat fasziniert von dessen Selbstheilungskräften und der Unsterblichkeit. Inzwischen ist der Japaner reich und mächtig, aber auch ein alter kranker Mann. Er bietet Wolverine die Sterblichkeit, doch der lässt sich darauf nicht ein. Kurz darauf findet er sich bei Yashidas Beerdigung wieder und damit entstehen die Probleme. Alleinerbin des Vermögens ist die hübsche Enkeltochter Mariko, die damit ins Visier der Yakuza gerät. Wolverine nimmt sich ihrer an und stellt schnell fest, dass der mächtige Clan um Yashida einige Geheimnisse verbirgt.

Kritik: Auch wenn der australische Schauspieler Hugh Jackman in Filmen wie „Australia“ und „Kate & Leopold“ seine romantische Ader gezeigt hat und zuletzt in „Les Miserables“ äußerst erfolgreich sein Gesangstalent unter Beweis stellte, so bleibt sie seine Paraderolle, sein Markenzeichen: Die des Klingen schwingenden und Backenbart tragenden Mutanten Wolverine. Er war bei den pflichtbewussten X-Men das Salz in der Suppe und bekam sogar seinen eigenen Film: In „X-Men: Origins“ sucht er nach seinen Wurzeln. Damit aber nicht genug. In „Wolverine: Weg des Kriegers“ schlüpft Jackman zum wiederholten Mal in die Rolle des raubeinigen Marvel-Helden mit begehrter Mutation in den Genen. Regie führte James Mangold, der an noch keinem der Filmzyklen beteiligt war. Eine Verbindung gibt es trotzdem: Als Regisseur von „Kate & Leopold“ hat Mangold („Identität“, „Walk the line“) bereits mit Hugh Jackman zusammengearbeitet. Nun spielt dieser neue Teil zeitlich nach dem letzten Film der „X-Men“-Trilogie. Psychisch gezeichnet von den Ereignissen treibt es Logan in ein neues Abenteuer, für das es nach Japan geht.

Was zunächst als Schauplatz ganz reizvoll aussieht (Tradition in Form von Geishas sowie Samuraischwertern und Moderne als Leuchtreklame und High-Tech) lässt Logan schließlich etwas fehl am Platz wirken. Auch wenn es letztlich um ihn geht, wird er angesichts der vielschichtigen Familiengeschichte (der mächtige Geschäftsmann, sein nacheifernder Sohn, die unglückliche Enkelin, der arrogante Verlobte, die beschützende Jugendliebe…) ziemlich stark in den Hintergrund gedrängt. Dazu kommt, dass er weiterhin die Balance zwischen eigenbrötlerischem Raubein und gutherzigem Beschützer finden muss. Was in den Comics weitaus brutaler abläuft, bleibt im Film aufgrund der Freigabe ab 12 Jahren etwas zu weichgespült. So endet ein Sturz aus dem Fenster nicht auf dem Asphalt, sondern im rettenden Pool. Und die Orgie eines Mannes mit zwei Frauen ist hier nur ein harmloses Geknutsche. Dazu kommt noch, dass man kaum nachvollziehen kann, warum die einzelnen Figuren im Film handeln wie sie handeln beziehungsweise welches Ziel sie verfolgen. Alles wird künstlich auf ein Ende hingelenkt, das auch nicht zu überzeugen vermag. Gekrönt wird das dann davon, dass es sich die Filmemacher nicht nehmen lassen, den Weg für weitere Fortsetzungen offen zu lassen, oder besser gesagt regelrecht vorzuzeichnen. Auf den 3D-Effekt kann man übrigens getrost verzichten, denn der kommt nur in sehr wenigen Szenen zum Tragen.

In „Wolverine: Weg des Kriegers“ wird sparsamer mit Actionszenen umgegangen, als in den Vorgängern. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass die Dialoge viel tiefgründiger sind oder die Handlung an sich komplexer ist. Die unterschiedlich angetriebenen Figuren sorgen eher für Unklarheiten als für raffinierte Vielschichtigkeit. Damit stellt der Film nicht zufrieden und kann sich mit den anderen Teilen rund um die bekannte Marvel-Figur nicht messen. Viel zu konstruiert wirkt die Geschichte und Wolverine kann hier nicht so recht als gequälte Seele auftrumpfen. Stattdessen klammert die umständliche Handlung rund um den japanischen Clan ihn zeitweise sogar aus. Schade, denn die Chance, Wolverine einen würdigen Abschluss zu geben, wurde damit verpasst. Vielleicht beim nächsten Mal. Ein paar Chancen gibt es wahrscheinlich noch darauf – wenn die Besucherzahlen stimmen.

2.5 Sterne

Kinostart: 25. Juli 2013

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: 20th Century Fox

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4 Antworten zu Film | Wolverine – Weg des Kriegers (Kritik + Trailer)

  1. Mensch, endlich mal ein WordPress-Blog, der Copyright-Vermerke angibt. Ich wundere mich schon eine ganze Weile, wie konsequent manche Blogger das ignorieren. Da kann man in Teufels Küche kommen, obwohl ein korrekter Copyright-Vermerk gar nicht so schwierig ist.

    Mir hat der neue Wolverine-Film deutlich besser gefallen als der alte und wohl auch deutlich besser als dir. Rezensiert hat ihn bei mir allerdings eine Gastautorin.

  2. auf den neuen wolverine bin ich so gespannt. Den Trailer fand ich nicht so überzeugend aber gucken muss ich ihn trotzdem.

    LG

    • cap82 sagt:

      Na dann überzeug dich selbst. Da ich die X-men-Filme bisher sehr unterhaltsam und spannend fand, war es für mich direkt klar, dass ich diesen Teil auch sehen wollte. Aber irgendwie hat mich zuviel gestört. Naja, vielleicht siehst du das ja anders, es gibt ja auch viele gute Kritiken. Gruß zurück, CaPo

      • Ja die x-Men Filme find ich auch super ..vorallem fand ich den letzten xmen teil (der ja eigentlich irgendwie der erste ist) richtig gut. bin also gespannt🙂

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