Film | Rush – Alles für den Sieg (Kritik + Trailer)

Rush - Alles für den Sieg Poster

Handlung: Der Brite James Hunt ist ein Lebemann und weder Alkohol, Zigaretten noch Frauen abgeneigt. Ganz im Gegenteil kann er von allen drei Dingen nicht genug bekommen. Doch eines zeichnet ihn aus: Er ist ein hervorragender Rennfahrer und dank Geldgeber kann er in der Formel 3 zeigen, was in ihm steckt. Eines Tages bekommt er es mit einem neuen Konkurrenten zu tun, der mit ihm auf Augenhöhe zu sein scheint: Niki Lauda aus Österreich beweist nicht nur Können, sondern auch viel Ehrgeiz. Statt feuchtfröhlich zu feiern, kreisen seine Gedanken gradlinig um den Rennsport. Von der ersten Begegnung an können sich die Männer nicht ausstehen. Allerdings stacheln sie sich unbewusst gegenseitig an, nach höherem zu streben. Schließlich dürfen sie in der Formel 1 starten: Hunt im McLarren, Lauda im Ferrari. Obwohl die beiden Männer unterschiedlicher kaum sein könnten, eint sie ihr Talent für den Rennsport und ihr Wunsch, Weltmeister zu werden. Sie haben beide gute Chancen, bis es 1976 beim Rennen auf dem Nürburgring zu einem verhängnisvollen Unfall kommt.

Kritik: Sportlerfilme sind nicht jedermanns Sache. Wer sich in der gezeigten Sportart nicht auskennt und dadurch mit den Regeln, dem Ablauf und den Stars der Szene nicht viel anfangen kann, ist verloren, beziehungsweise schnell gelangweilt. So lautet eine weit verbreitete Meinung – wohlmöglich nicht ganz zu unrecht. Der Film „Rush – Alles für den Sieg“ steht ebenfalls unter diesen Vorzeichen, schafft es aber, dieses Vorurteil zu entkräften. Regisseur Ron Howard („Apollo 13, „Frost/Nixon“) hat darin nämlich die wahre Geschichte rund um die wachsende Rivalität zwischen den beiden Formel 1-Legenden Niki Lauda und James Hunt verfilmt und stellt sich damit der Herausforderung, zwei Hauptfiguren gerecht zu werden. So wechselt der Blick regelmäßig vom Sunnyboy und Frauenheld Hunt zum eher unterkühlten und wenig charismatischen Lauda. Anstatt sich in einer detaillierten Charakteranalyse zu verlieren, setzt Howard dabei gezielte Schwerpunkte und zeigt die beiden Rennfahrer in Situationen, die ihr Wesen und ihre Denkweise wie Paradebeispiele verdeutlichen. Unterfüttert wird das dann noch mit lauten Rennszenen, dank derer die beiden Rivalen regelmäßig aufeinandertreffen. Filmerisch sind diese rasanten Szenen nicht herausragend, fällt es doch immer wieder schwer, den Überblick über das Geschehen zu behalten. Erst gegen Ende, beim entscheidenden Rennen der Saison in Japan wird die regennasse Strecke mitsamt Zuschauern und Sportlern sehr gekonnt gefilmt und dank Zeitlupenaufnahmen brillant in Szene gesetzt.

Darstellerisch sind die beiden Protagonisten Hunt und Lauda, gespielt von Chris Hemsworth („The Cabin in the woods“, „Thor“) und Daniel Brühl („Lila Lila“, „Inglourious Basterds“), hervorzuheben. Wie vor allem Brühl in die Rolle hineingeschlüpft ist und mitsamt Zahnprothese, Österreich-Dialekt und später sogar Brandnarben dem echten Niki Lauda ziemlich nahe kommt, ist bemerkenswert. Hemsworth musste sich zwar auf den ersten Blick weniger verwandeln, zeigt aber als Lebemann mit gescheiterter Ehe und Alkoholproblem ähnlich viel Profil und eine gute Leistung. Die Frauen rücken angesichts dessen fast zu sehr in den Hintergrund, aber ganz ehrlich: In einem Formel 1-Film geht es eben nicht so sehr um die Frauen. Die intensivsten Momente hat Alexandra Maria Lara, als Laudas Ehefrau Marlene, eher gegen Ende, als allein ihre besorgten Blicke das vermitteln, was die Partnerinnen von Männern durchmachen müssen, wenn diese besonders gefährliche Sportarten ausüben. „Rush – Alles für den Sieg“ ist nicht nur ein Sportlerfilm und erweist sich gerade für Nicht-Kenner als besonders spannend – immerhin haben die keine Ahnung, wer die Meisterschaft am Ende tatsächlich gewinnen wird. Der Antrieb für einen Sport, der zwar in den Medien Helden hervorbringt, aber vor 30 Jahren noch als Notlösung für diejenigen gesehen wurde, die nichts anderes können und lebensmüde genug sind, wird über die zwei Protagonisten deutlich gemacht. Dabei stimmt die Mischung aus Action, Spannung sowie Gefühl und sowohl für Formel 1-Fans als auch für Sport-Nichtkenner ergibt sich daraus ein absolut unterhaltsamer Film der wieder einmal zeigt, dass die besten Geschichten das Leben selbst schreibt.

4 Sterne

Kinostart: 3. Oktober 2013

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Universum Film

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