Film | Jackpot – Vier Nieten landen einen Treffer (Kritik + Trailer)

Jackpot Poster

Handlung: Nach einer wilden Schießerei in einem Stripclub ist Oscar der einzige Überlebende. Dumm nur, dass die eintreffende Polizei ihn mit einer Pumpgun in der Hand unter einer toten Stripperin hervorzieht. Also geht es ohne Umschweife für ihn in Untersuchungshaft. Dem engagierten aber leicht verschrobenen Kommissar Solor erzählt er nun was passiert ist: Eigentlich beaufsichtigt er Ex-Häftlinge in einem Betrieb, der künstliche Weihnachtsbäume herstellt. Mit dreien von ihn, Thor, Billy und Dan, hat er eine Tippgemeinschaft gegründet. Prompt gewinnen die Vier den Jackpot und damit über eine Million Euro. Doch so recht wollen die Jungs sich mit dem Teilen des Betrags nicht anfreunden und so räumen sie sich gegenseitig aus dem Weg. Die kriminelle Vergangenheit der Jungs macht die heikle Situation nicht leichter.

Kritik: Über anderthalb Jahre ist es her, dass Regisseur Morten Tyldum den erfolgreichen Roman Headhunters von dem norwegischen Krimiautor Jo Nesbo unter gleichem Namen verfilmte. Doch so recht wollte der Thriller mit seltsamen Wendungen und einem undurchsichtigen Protagonisten nicht überzeugen. Nun gibt es die nächste Nesbo-Verfilmung: „Jackpot – Vier Nieten landen einen Treffer“ hat zwar eine klarerer Richtung, ist aber noch etwas schwächer geworden, als „Headhunters“. Die Geschichte rund um die Tippgemeinschaft, die angesichts des Geldgewinns äußerst skrupellos und blutrünstig wird, ist einfach viel zu lieblos erzählt. Nach einem Start wie ein Paukenschlag voller Schüsse, Blut und Action wird das Feld von hinten aufgerollt, in dem der einzige Überlebende des Gemetzels Oscar (Kyrre Hellum) der Polizei mühsam schildert, wie es dazu kommen konnte.

Ein großes Problem hieran: Für keine der Figuren entwickelt man Sympathie, geschweige denn Mitgefühl. Auch wenn Tyldum die Charaktere gezielt so überspitzt und als Symbole der mittellosen Unterschicht gestaltet hat, so sollten sie doch mehr als nur flache Stereotypen sein. Am ehesten gelingt die Zeichnung eines Charakters noch bei Thor (Mads Ousdal), wenn er mitsamt Erzfeind Lasse bei der umsorgenden Mutter die heile Welt aufrecht hält oder bei dem Versuch, eine Leiche zu entsorgen, Oscar gesteht, wie wichtig er ihm ist. Solche Sequenzen sind rar in „Jackpot – Vier Nieten landen einen Treffer“, stattdessen schlittern die vier Toto-Gewinner aufgrund schier grenzenloser Geldgier von einem Mord zum nächsten. Dabei geht es auch im die Möglichkeiten der Entsorgung und fast automatisch darum, von Gesetzeshütern bei diesem heiklen Unterfangen entdeckt zu werden. Das macht in Form eines zehnminütigen Sketches vielleicht Spaß, aber für einen Spielfilm reicht eine solche Grundidee einfach nicht aus. So bleibt eine derbe Gaunerkomödie, in der wenig bis gar nichts heilig ist. Gepaart mit Figuren, die einem einfach nur egal sind – inklusive exzentrischem Polizisten – und deren Schicksal einem daher auch gleich ist, ergibt sich daraus ein eher enttäuschender Film, der es an feinsinnigem Witz vermissen lässt. Da ändert auch eine Wendung am Ende nicht viel, da sie absehbar ist oder einen letztlich auch nicht mehr sonderlich interessiert.

1.5 Sterne

Kinostart: 14. November 2013

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: NFP

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